Bieling: Nothing is real.

Ich freue mich, Ihnen im 14-tägigen Rhythmus meine Malerei hier vorstellen zu können und hoffe, es gefällt. Die Bedeutung meiner Arbeiten ("Was will uns der Künstler damit sagen?") werde ich jedoch nicht erklären. Ein jeder sieht in einem Bild etwas anderes, interpretiert individuell, fühlt anders. So muss es sein, und so soll es auch bleiben.

In diesem Sinne
herzlichst
Bernard Bieling

It's up to your fantasy

30 x 40 cm, Antiktusche auf Aquarellpapier 425g, 2013

Tusche in Aquarelltechnik mit den hierfür typischen Lasureffekten und Verläufen. Eine abstrakte Komposition aus Formen und Farben. Und wie der Titel schon sagt: It's up to your fantasy!

Y

100 x 80 cm, Mixed media auf Leinwand, 2013

"Guter Bildaufbau, tolle Strukturen, Hell-Dunkel-Kontrast wird nach oben hin aufgelöst, ins Schemenhafte. Lebendiges Dunkel, Farbsetzung drastisch, jedoch sehr zurückhaltend, Y-Zentrum mit den Linien nach unten, präsent/dezent, gelbe Flächen links und rechts, diagonal gesetzt von links unten nach rechts oben, weiß/schwarz von links oben nach rechts/Mitte - harmoniert. Dezente Einkratzungen... Gelungenes Bild..." (JoDD von Schaffstein, Galerist und Künstler, ARTraumBERLIN)

So Lonely

50 x 50 cm, Mixed media auf Leinwand, 2013

Durch abstraktes Formenspiel entsteht Räumlichkeit. Das Gesicht einer Frau ist zu erkennen, mit pompösem Hut und gelbem Schleier? Die Worte "act", "cam" und "READ" geben keinen eindeutigen Hinweis auf eine spezielle Aussage, lassen Spielraum für Interpretationen... Links eine Briefmarke mit Poststempel... Ein zerplatzter Traum? So lonely...

Blossom blue

70 x 50 cm, Acryl, Bitumen und Stoff auf Leinwand, 2013

Eine "eingefangene", blaue Blüte vor abstraktem Hintegrund, weiß, schmutzig, altrosa... Dunkle Zeichen schieben sich in den Vordergrund, mit schneller malerischer Gestik. Fließender Rhythmus. ("Blue" steht im englischsprachigen Raum nicht nur für "Blau" sondern auch für "traurig". Oder "out the blue", "aus heiterem Himmel"...)

My home is my castle

70 x 50 cm, Acryl und Collage auf Leinwand, 2011

Ein "geflügelter Titel" für ein Bild mit dem röhrenden - er hatte einen festen Platz in unserem Wohnzimmer - Hirsch. Umgeben von Kuckucksuhren röhrt der Hirsch eine scheinbar leicht verschleierte Frau an, die jedoch den Betrachter mit klarem Blick anschaut. Tradition trifft auf Moderne (offener Blick der jungen und selbstbewussten Frau). Collagierte Versatzstücke werden von rost-rot/-brauner Malerei zu einer antiken Anmutung verbunden. Nicht entzifferbare Zeichen kommentieren belanglos. Nur im Titel hat sich ein "€" eingeschlichen.

Brothers in mind

59,7 x 39,8 cm, Collage, Lack und Acryl auf altem Blechschild, 2012

Ich fand das alte Werbeschild voriges Jahr auf dem Eitorfer Flohmarkt, und sofort hatte ich die Bild-Idee im Kopf. Zwei Brüder, verbunden im Geiste. Der eine Schatten des anderen? Der ältere Beschützer des jüngeren? Der sich im Hintergrund hält? Der erfolgreichere neben, und doch vor seinem Bruder? "Happening. Performance. Ins(pira)tion." Was verbindet die beiden? Fragen, die eine klärende Antwort schuldig bleiben.

Pandora

22,5 x 30,6 cm, Acryl und Collage auf Karton, 2013.

Hommage an Andy Warhol Mit einem Augenzwinkern auf Andy Warhols "Campbell's Tomato Soup" hier die Büchse der Pandora, "...in der griechischen Mythologie eine Beigabe des Zeus an Pandora. Durch das Öffnen der Büchse kamen die Plagen auf die Welt. Zeus wies Pandora an, den Menschen die Büchse zu schenken und ihnen mitzuteilen, dass sie unter keinen Umständen geöffnet werden dürfte. Doch sogleich nach ihrer Heirat öffnete Pandora die Büchse. Daraufhin entwichen aus ihr alle Laster und Untugenden. Von diesem Zeitpunkt an eroberte das Schlechte die Welt. Zuvor hatte die Menschheit keine Übel, Mühen oder Krankheiten gekannt, außerdem waren sie - wie die Götter - unsterblich. Als einzig Positives enthielt die Büchse auch die Hoffnung (griechisch ἐλπίς elpís 'Hoffnung'). Bevor diese jedoch auch aus der Büchse entweichen konnte, wurde sie wieder geschlossen. So wurde die Welt ein trostloser Ort, bis Pandora die Büchse erneut öffnete und so die Hoffnung in die Welt ließ." (Wikipedia)

Banana Islands

97 x 54,5 cm, Assemblage. Metall, Rost, Papier, Holz, Keramik, Asche, Glas, Pappmaché, Foto und Acryl auf Pressspanplatte, 2012

Grundlage des Bildes ist eine gefundene Metallplatte, die langsam dem Zerfall anheim fiel. Das musste ich aufhalten! Die Rostspuren erinnerten mich spontan an eine Insel. Im Stile der Objektkunst habe ich dann eine Assemblage (Collagen mit plastischen Objekten, die auf einer Grundplatte befestigt sind. So entstehen Kunstwerke mit reliefartiger Oberfläche.) daraus gemacht. Mit Zeitungsausrissen, einem Blechschild und Keramikaschenbecher, einem alten Bilderahmen und der Banane. Das Metall habe ich vorher noch mit einer Flüssigkeit bearbeitet; daher der leichte partielle Grünschimmer.

Spanish blood

60 x 60 cm, Collage und Acryl auf Leinwand, 2012

Formenspiel mit dezenten Farben. Karton, Zeitungspapier, Fell und Ölpapier und Acryl auf Leinwand. Dies ist ein gutes Beispiel für meine oftmals intuitive Arbeitsweise: Zuerst habe ich die Komposition der collagierten Elemente angelegt, dann mit Farbe be- und überarbeitet, ohne zunächst zu wissen, wo es mich hinführen wird. Ein für mich immer wieder spannender Prozess, weiß ich doch vorher nicht, was "aus mir raus will". Entstanden ist ein verletzliches Bild mit Wunden, Rissen und Schrunden. Ich sah den Stierkopf aus dem Blut spritzt, mit abgebrochenem Horn... Daher der Titel: "Spanish blood".

Cop in the streets of...

140 x 158 cm, Assemblage und Acryl auf Holz, 2003

Assemblagen sind Collagen mit plastischen Objekten, die auf einer Grundplatte befestigt sind. So entstehen Kunstwerke mit reliefartiger Oberfläche. Grobleinen, Baumwolle, Pappe, Holz und Metall sind Grundlage der Komposition. Der Kopf des "Cop" ist komplett von einem schützenden Helm mit Visier bedeckt, durch das der Polizist, scheinbar einäugig, schaut. Aus dem wie sein Schutzschild anmutenden Holzbrett (gefundenes Strandgut) ragen rostige, verbogene Nägel hervor, die sich auf den Betrachter richten. Ein Stern auf einem Tuch, dass der Ausschnitt einer Flagge sein könnte, blitzt neben der Figur auf. Der Hintergrund eine grobe diffuse und recht düstere Schwarz-Rot-Fläche... verbrannte Erde?

You cannot expect that that I...

30 x 30 cm, Fotografie und Acryl auf Leinwand, 2012

Die Sprache des Comic. Eine Gedankenblase, deren "Message" nicht zu Ende formuliert ist... Eine bestimmt fordernde, ja abwehrende Haltung der selbstbewussten Frau unterstreicht die "Message". Das Symbol für Weiblichkeit suggeriert die Auseinandersetzung mit einem Mann... Schnitte im Foto deuten auf Verletzungen hin... Die farblich unterschiedlichen, angeschnittenen Blasen überzeichnen das comichafte... Alles scheint angerissen, Ausschnitte. Nur das Symbol der Weiblichkeit nicht.

Die Vertreibung der Natur (Zahlenspiel)

80 x 40 cm, Collage und Acryl auf Leinwand, 2012

Das Spiel mit verschiedenen Materialien wie z.B. hier Pigment, gerissener Karton, eine Zigarettenschachtel, ein Arbeitshandschuh, ein Stück Fell, ein Stofffetzen, Klebeband und Metallschilder auf Leinwand, grundiert mit Gesso (das ist der italienische Begriff für Gips oder Kreide und bezeichnet die traditionelle Grundierung auf Leinwänden) setzt sich zu einer abstrakten Komposition zusammen. Überlagerungen und Übermalung geben dem Bild Spannung und anscheinende Tiefe. Das teilweise dreidimensionale Material schafft eine Oberflächentextur, die durch Lichteinfall noch verstärkt wird.

You

30 x 30 cm, Collage und Acryl auf Leinwand, 2012

Zartes Magenta auf Weiß, leicht strukturiert. Die Karikatur eines männlichen Kopfes, gespalten von einem "U", fast mittig auf der Leinwand, aber doch leicht nach unten verrutscht, die überzeichnete Ratlosigkeit des Ausdrucks lassen vermuten, dass etwas - für immer? - entzwei gegangen scheint.

Love me

96.3 x 55.5 cm, Collage und Acryl auf OSB (Grobspanplatte), 2012

Wie so oft benutzte ich auch hier die Technik der übermalten Collage.

Pappe, Karton, Zeitungsfetzen, eine Zigarettenschachtel... bilden die Grundlage für die Malerei mit Acryl und Lack. Das weiße Kreuz bildet mit seiner im Christentum verankerten Bedeutung den optischen "Mittelpunkt" des Bildes. Zeichen, Schrift, ein maskenähnliches Gesicht, eine Weintraube und stofflich anmutende Raster verbinden sich zum Ganzen. Mit breiten und schnellen Pinselstrichen übermalt, entsteht letztendlich die Komposition des abstrakten Bildes.