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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Nachrichtenarchiv

Karnevalszug Hänscheid 2008

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

Wetter und Kamellen zeigten ihre Schokoladenseite

03.02.08 - Bei strahlendem Sonnenschein setzte sich der Hänscheider Karnevalszug unter dem Motto "Alles unger ener Mötz, in Hänscheid weed och froh jebützt" traditionsgemäß am Tulpensonntag um 14:00 Uhr von der Grundschule Schönenberg aus nach Hänscheid in Bewegung. Die eisigen Temperaturen um den Gefrierpunkt konnten die Jecken nicht abschrecken, mehr als 2500 Besucher feierten auf der zwei Kilometer langen Strecke den 21 Fuß- und Wagengruppen entgegen.

Darunter waren drei große Mottowagen. Der Holenfelder Karnevals Verein zog zum 20-jährigen Bestehen mit römischer Imperatorenmanier unter der Ägide "Vor 2000 Jahren zogen Römer hier, seit 20 Jahren ziehen wir" in Hänscheid ein. In eine ganz andere Richtung gingen die Obersaurenbacher mit ihrem "Surmicher Street Day". Heiße Technorhythmen und -Tänzer sorgten im "Wir sind so geil, holt uns hier raus!"-Käfig für prickelnde Homo-Erotik. Wie die vorhergehenden Jahre waren auch die Alten Herren vom Bröltaler SC dabei, die diesmal das Motto "die BSC-AH macht sich die Fußballwelt, wie sie ihr gefällt" wählten.

Eine große Vielfalt boten die 17 Fußgruppen. Nahezu alle lokalen Vereine, von der Damenmannschaft des BSC als Gartenzwerge, über die Tanzgruppe Blue Girls, den DLRG Ruppichteroth als fröhliche Schwimmer und der verhexten Hausfrauenriege des VfL Schönenberg, waren vertreten. Einen ganz aktuellen Bezug hatte dabei der Bürgerverein Schönenberg, dessen als Köbesse verkleideten Läufer das jüngst verhängte Rauchverbot in Kneipen auf die Schippe nahmen.

Den Abschluss machte traditionell der Prinzenwagen der Tanzgruppe Rot-Weiß Hänscheid, auf dem diese Session sichtlich erfreut das Kinderprinzenpaar Lukas I. & Denise I. thronten.

Am Rande der Festivität gab es glücklicherweise keine Zwischenfälle zu vermelden, alles verlief planmäßig und ohne Verletzte. Lediglich die rund fünf Tonnen geschmissenen Kamellen und der konsumierte Alkohol könnten noch Kopf- und Bauchschmerzen bereiten.

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Kardinal Zen besucht das Antoniuskolleg

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

?We are one family!?

24.01.08 - Es scheint wie aus einem religiösen Krimi: Zwei katholische Kirchen, eine von der chinesischen Regierung geleitet und kontrolliert, die andere, als ?Untergrundkirche? von Beijing geächtet und vom heiligen Stuhl in Rom anerkannt. So absurd es klingt, es ist Realität. Davon berichtet Joseph Kardinal Zen Ze-kiun (76), Bischof von Hong Kong, auf seiner derzeitigen Europareise. Als Salesianer Don-Boscos veranlasst ihn der 100. Todestag des Jospeh Freinandemetz, im salesianischen Gymnasium Antoniuskolleg Neunkirchen halt zu machen.

So gestaltete er am frühen Donnerstag Morgen die wöchentliche Schulmesse, bei der er besonders auf einen Brief des Papstes Benedikt XVI. an die Volksrepublik China einging, in dem Zen weiterhin Bischof von Hong Kong bleiben und die dortige Diözese leiten solle. Die chinesische Regierung versuchte zunächst die Veröffentlichung des Briefes zu stoppen, scheiterte jedoch am Druck des Pontifex.

In den weiteren Schulstunden bot er in der Hauskapelle eine offene Fragerunde, bei der jeder Schüler das loswerden konnte, was ihm zu diesem Thema auf der Seele brannte. Kardinal Zen machte sehr genaue Angaben über die aktuelle Situation der katholischen Kirche in China.


Die spezielle Rolle Hong Kongs

Hong Kong ist wie ein Staat im Staate. Damals, als britische Kolonie, genoss dei Stadt Sonderrechte, war größtenteils von der Volksrepublik unabhängig. Doch mehr und mehr bröckelt diese Fassade. War es früher den Mitgliedern der Untergrundkirche ohne Probleme möglich, sich in der Stadt frei zu bewegen, werden sie mittlerweile auch dort verfolgt. Möchte man aus Hong Kong aus- und nach China einreisen, benötigt man eine Erlaubnis der Regierung. Kardinal Zen war schon seit langem nicht mehr in China, da ihm klar ist, dass er, sobald er Hong Kong verlässt, festgenommen würde. Ganz davon abgesehen erteilte ihm der Staat ein Einreiseverbot, zwar nicht als Verbot im wörtlichen Sinne, doch benötige er von nun an ?an invitation to come to China?.


?The communists want to control everything!?

Da die katholische Kirche schon in den 50er Jahren, zu Beginn des kommunistischen Regimes, zu oft Kritik an der Regierung ausübte, wurde die Religionsfreiheit, obwohl sie in der Verfassung festgehalten ist, nahezu unmöglich. Als Opium fürs Volk setzte man anstelle einer romtreuen Kirche, die den Worten des Heiligen Stuhls folgt, eine kontrollierte Staatskirche, die "Chinesisch Katholisch-Patriotische Vereinigung", welche ohne Verbindung zum Vatikan und unabhängig von Weisungen des Papstes agiert. So werden beispielsweise die Bischöfe vom chinesischen Staat ernannt.

Als die Volksrepublik noch jung war, und man kein Geld für Schulen hatte, baute die katholische Kirche mehr als 300 Schulen in Hong Kong und unterhielt diese auch. Doch im Laufe der Jahre wurden es immer weniger, bis 2005 die letzte Schule geschlossen wurde. Dabei verschwanden 40 Lehrer spurlos, entweder befinden sie sich Gefangenschaft oder wurden ermordet, wie es durchaus üblich ist. Das System fürchtet die Kirche aufgrund ihrer Macht und Kritik, deshalb werden die, die nicht loyal der Regierung gegenüber sind, verfolgt, verhaftet und ermordet.

Kardinal Zen hält die Christen in der ganzen Welt an, dies nicht zu billigen. So fordert er vom Papst eine härtere Linie im Umgang in China, man müsse eine klarere Richtung vorgeben. ?We are one family?, sagt er zum Abschluss, und möchte damit jedem klarmachen, dass der Kampf für die Religionsfreiheit, nicht nur in China, ausschließlich in einer großen geschlossenen Gemeinschaft gewonnen werden kann.

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