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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Kleine Döörper Prätscher

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

„Schwade, wie de Schnüss jewachse es“, das kann der neunjährige Tom Happ gut. Aber auch seine vier Mitschüler der Ruppichterother Grundschule belegten beim Mundartwettbewerb des Rhein-Sieg-Kreises vordere Plätze. Kein Wunder: Als Lehrer haben sie niemand anderen als den Döörper Prätscher. Foto: Der Ruppichterother Prätscher-Nachwuchs: von links Caroline Rosenthal, Jule Fahland, Leni Ortsiefer, Tom Happ, Ben Gauchel und Mundart-Coach Hans-Peter Hohn [Privat]

Mitmachen konnten Kinder der Grundschulklassen 3 und 4 sowie der Klassen 5 bis 7 aller Schulformen. Sie trugen einen frei wählbaren Text im Dialekt ihrer Heimatregion auswendig vor oder lasen ihn vor. Nach intensiven Vorbereitungen, zum Teil in den Schulen, in Vereinen aber auch zu Hause, kamen 23 Mädchen und Jungen zu den Finalrunden ins Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg, um ihre Sprachkenntnisse in rheinischer Mundart der Jury vorzutragen.

Rheinischer Sing-Sang

Einer der vier Sieger war Tom Happ aus Ruppichteroth. Dreieinhalb Minuten dauerte sein perfekt auswendig vorgetragenes Gedicht über "Usser Doorp im Bröeldaal". Schon im vergangenen Jahr holte er sich den ersten Platz. Und auch sonst hört man sofort heraus, wo er herkommt. Ein "das" wird zum "dat", sein "L" ist ganz weich und jeder Satz hat seinen ganz eigenen, rheinischen Sing-Sang. Der kleine Junge mit den dunklen Haaren und der Brille könnte auch gut Köbes in einer Wirtschaft sein.

Wie eine Fremdsprache lernen

Trainiert werden er und seine Mitschüler Caroline Rosenthal ("En Döörper Autostückelchen"), Jule Fahland ("Opp däm Maat ze Waldbröel"), Leni Ortsiefer ("De Döörper Kirmes") und Ben Gauchel ("Opp däm Maat ze Waldbröel") von Hans-Peter Hohn, der als Döörper Prätscher nicht nur im Karneval Vorträge hält. "Am besten haben die Kinder das Platt gelernt, indem ich ihnen die einzelnen Gedichte bei jeder Übungsstunde ein bis zwei Mal laut vorgelesen habe", sagt Hohn. Er sprach sie aber auch aufs Handy, also lernen durch hören. "So habe ich es ja auch in meiner KIndheit durch meinen Vater und Großvater ohne Zwang und unbewusst gelernt, wie eine Fremdsprache, die aber früher leider verpönt war." Bei ihm habe sich das aber so festgesetzt, dass er bis zum Döörper Prätscher gebracht habe.

Manchmal ist die Sprache aber auch müßig. Nämlich dann, wenn Worte wirklich auswendig gelernt und übersetzt werden müssen. Eine Hippe ist eine Ziege, ein Maan ein großer Korb oder der Ort Ahe wird zu "de Oeh".

"Sprechen Sie mit ihren Kindern Platt"

Die Jury bewertete den Lesefluss beim Vortrag, aber auch Kriterien wie Betonung, Aussprache und Textverständnis. Neues Mitglied war der Journalist Jörg Manhold, der beim Bonner General-Anzeiger die Kolumne „Rheinische Redensarten“ schreibt. „Es ist wichtig, dass wir die rheinische Mundart behalten“, sagte er zum Abschluss auch in Richtung der Eltern der teilnehmenden Kinder. „Sie als Mittelgeneration haben das Rheinische von ihren Eltern gelernt und verstehen es. Also sprechen auch Sie mit Ihren Kindern Platt, damit die Mundart nicht verloren geht!“

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