Mit einem Großaufgebot von einem Dutzend Streifenwagen, einem Hubschrauber und einem Diensthund hat die Polizei am Donnerstagnachmittag im Mucher Hauptort nach zwei flüchtigen Männern gefahndet. Zuvor hatten die Unbekannten mit einem Komplizen versucht, sich nach einem mutmaßlichen Einbruch mit einem Auto der Polizei abzuhauen, und waren dabei mit einem Streifenwagen zusammengestoßen. Einen 32-jährigen Tatverdächtigen nahmen die Einsatzkräfte noch an der Unfallstelle vorläufig fest. Zwei Polizisten erlitten bei der Kollision leichte Verletzungen. Foto: Symbolbild [Nicolas Ottersbach]
Ausgelöst hatte den Einsatz eine aufmerksame Nachbarin. Gegen 14:15 Uhr beobachtete die Frau mehrere fremde Männer, die Gegenstände aus dem Wohnhaus nebenan trugen und in einen schwarzen VW-Kleinwagen luden. Da das dort wohnende Ehepaar zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause war, schöpfte die Zeugin Verdacht, vermutete einen Einbruch und wählte den Notruf. Noch während die ersten Polizeikräfte anrückten, stiegen die drei Männer in das Fahrzeug und fuhren davon.
Weit kamen die Flüchtenden jedoch nicht. Einer Streifenwagenbesatzung, die auf dem Weg zum Tatort war, kam der von der Zeugin beschriebene Kleinwagen bereits nach kurzer Distanz entgegen. Im Bereich der Straßen Webersbitze und Weberstraße, rund 250 Meter vom betroffenen Wohnhaus entfernt, stellten die Beamten ihren Mercedes-Vito-Kleinbus schräg auf die Fahrbahn, um den Männern den Weg abzuschneiden und das Auto zu stoppen.
Zwei Männer entkommen zu Fuß
Die Blockade endete mit einem heftigen Zusammenstoß. Nach aktuellem Sachstand der Ermittlungen prallte der Fluchtwagen gegen den bereits stehenden Streifenwagen, wie die Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis mitteilte. Ob der Fahrer nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte oder versuchte, sich den Weg gewaltsam freizumachen, ließen die Ermittler zunächst offen. Durch den Aufprall zogen sich die beiden Polizisten im Streifenwagen leichte Verletzungen zu. Rettungskräfte brachten sie zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser.
Unmittelbar nach der Kollision sprangen die drei Insassen aus dem beschädigten VW und rannten davon. Während die Einsatzkräfte den 32-Jährigen direkt am Unfallort stellten, gelang seinen beiden Begleitern die Flucht in den Ort. Die Polizei leitete daraufhin eine großangelegte Fahndung ein, die sich über den gesamten Nachmittag bis in den Abend zog. Neben zahlreichen Streifenwagen aus dem Rhein-Sieg-Kreis rückten auch Unterstützungskräfte aus den Nachbarkreisen an. Zudem forderte die Einsatzleitung einen Polizeihubschrauber aus Düsseldorf an, um das Gebiet aus der Luft abzusuchen. Am Boden nahm ein Polizeihund die Fährte auf und ging den wahrscheinlichen Fluchtweg der Männer ab. Dennoch blieben die beiden Komplizen bis zum Abend verschwunden.
Spurensuche am sichergestellten Fluchtauto
Parallel zur Fahndung sicherte die Kriminalpolizei an der Unfallstelle in der Straße Webersbitze die Spuren. Der schwarze VW-Kleinwagen wurde anschließend abgeschleppt und für weitere kriminaltechnische Untersuchungen sichergestellt. Dabei müssen die Ermittler auch klären, ob die Täter tatsächlich Beute machten. Zwar hatte die Nachbarin beobachtet, wie die Männer Gegenstände in den Wagen luden. Ob sich diese noch im beschlagnahmten Fluchtauto befinden und was genau aus dem Haus des abwesenden Ehepaars fehlt, ist nach Polizeiangaben noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Die beiden flüchtigen Männer sind laut Personenbeschreibung der Polizei etwa 25 bis 35 Jahre alt, zwischen 1,75 und 1,85 Meter groß und haben schwarze Haare. Wer am Donnerstagnachmittag im Raum Much verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Angaben zu den Gesuchten machen kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 02241/541-3421 bei der Polizei zu melden.






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