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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Nach Wertstoffhof im Gewerbegebiet

RSAG will auch eine Mülldeponie in Ahe bauen

Von Nicolas Ottersbach | | Wirtschaft/Politik

Nachdem die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) das Gewerbegebiet im Ruppichterother Norden erschließen will, plant das Unternehmen langfristig eine weitere Investition in der Gemeinde. Demnach soll in der Ortschaft Ahe eine Mülldeponie gebaut werden. Foto: In Ahe soll eine Mülldeponie entstehen. [Nicolas Ottersbach]

Laut einer internen Mitteilung, die broeltal.de vorliegt, ist von einem Zeitraum „ab 2030" die Rede. Man kann davon ausgehen, dass der Zeitpunkt bewusst nach der Erschließung von Ruppichteroth-Nord gelegt werden wird. Als Gründe führe man an, dass Ahe schon seit Jahrzehnten für die Lagerung von Wertstoffen jeglicher Art bekannt sei. Umweltbedenken oder gar Beschwerden von Nachbarn habe es bislang nicht gegeben. „Bei einem Vorhaben dieser Art ist es wichtig, die direkt betroffenen Menschen sowie die Auswirkungen auf die Umwelt im Blick zu haben", heißt es von der RSAG.

Das Unternehmen will Ruppichteroth zu einem zentralen Standort für die Berggemeinden ausbauen. Die RSAG sieht im zukünftigen Gewerbegebiet im Ruppichterother Norden einen idealen Standort für einen Wertstoffhof, wie Pressesprecher Joachim Schölzel erklärt. „Wir brauchen ein Gelände, das ein gutes Einzugsgebiet im östlichen Rhein-Sieg-Kreis hat. Denkt man sich von Ruppichteroth aus einen Radius von etwa 20 bis 30 Minuten Fahrtzeit, ist der Ort von Much, Eitorf und Neunkirchen-Seelscheid gut erreichbar.“ In Eitorf, wo es aktuell einen Wertstoffhof gibt, sei das nicht der Fall. „Je nachdem, von wo man kommt, ist die Anfahrt umständlich“, sagt Schölzel.

Ruppichteroth bietet genug Platz

Und noch ein Punkt spricht für Ruppichteroth: Auf dem neuen Gelände habe man genug Platz, um sich zu entwickeln – anders als in Eitorf. „Langfristig brauchen wir andere Rahmenbedingungen. Das Gelände in Eitorf ist zu klein und wir können es nicht groß modifizieren. Es fehlen einfach die Möglichkeiten.“

Aber nicht nur für Privat- und Gewerbekunden soll Ruppichteroth der neue Anlaufpunkt sein. Ähnlich wie in Troisdorf ist ein Müllumschlagplatz mit Hallen angedacht. Bislang fährt die Müllabfuhr jedes Mal bis in den östlichen Rhein-Sieg-Kreis und wieder zurück nach Troisdorf oder Bonn. Das kostet das Unternehmen viel Geld, durch Fahrtzeiten und Spritverbrauch entstehen unvermeidbare Kosten. „Wir könnten vom Standort Troisdorf etwa 20 Lastwagen abziehen, die derzeit jeden Tag in das östliche Kreisgebiet fahren", sagt Schölzel. Die Fahrzeuge würden in Ruppichteroth stationiert und hier ihren Müll umladen, der dann wiederum stark komprimiert weitertransportiert werden könnte.

Warum ist die Deponie notwendig?

Eine eigene Deponie besitzt die RSAG bislang noch nicht. Intern wird darüber berichtet, dass sie notwendig sei, um die gesamte Wertschöpfungskette der Müllindustrie auszuschöpfen und konkurrenzfähig zu bleiben. Das komme auch den Bürgern zugute, weil dadurch Müllgebühren stabilisiert oder sogar gesenkt werden könnten, weil man nicht mehr Dritte für das Deponieren beauftragen müsse.

Die Errichtung, der Betrieb und Änderung von Deponien bedürfen einer abfallrechtlichen Genehmigung. Die Genehmigungsverfahren von Deponien richten sich nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz. Dieses unterscheidet zwischen Planfeststellungsverfahren und Plangenehmigungsverfahren. Im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung nach den Vorschriften des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) und eine Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuführen.

Die Deponien im Rhein-Sieg-Kreis werden regelmäßig überwacht. Dabei werden beispielsweise der ordnungsgemäße Aufbau des Deponiekörpers, die angenommenen Abfälle, Rekultivierungsmaßnahmen und technische Einrichtungen überprüft.

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