Die neue Rettungswache in Ruppichteroth-Schönenberg wird erneut später fertig. Nach Problemen mit Regenwasser und einem stillgelegten Kran im vergangenen Jahr sorgt nun ein Wasserschaden für den nächsten gravierenden Baustopp. Die Eröffnung ist erst für 2027 geplant. Foto: Die Baustelle der Rettungswache in Schönenberg stockt. [Nicolas Ottersbach]
Wer derzeit an der Baustelle gegenüber dem Rathaus in Schönenberg vorbeifährt, sieht ein verhülltes Gebäude. Seit Längerem ist die Baustelle mit einer Plane samt Gerüst umzogen. Auf Nachfrage von broeltal.de bestätigt Antonius Nolden, Sprecher des Rhein-Sieg-Kreises, dass es auf der Baustelle der zukünftigen Rettungswache erneut zu erheblichen Problemen gekommen ist.
Bereits im März dieses Jahres musste wegen eines Wasserschadens ein Baustopp für die nachfolgenden Gewerke des Innenausbaus ausgesprochen werden, so Nolden. Dieser Stopp gilt bis zur vollständigen Behebung der entstandenen Bauschäden. “Um eine störungsfreie Schadensregulierung sicherzustellen und das Bauwerk vor weiteren Witterungseinflüssen zu schützen, wurde das Gerüst mit der Plane als Notdachkonstruktion über dem eigentlichen Dach errichtet.”
Lehmbauteile unbeschädigt – Verursacher soll zahlen
Das Bauprojekt gilt als Vorzeigeprojekt für nachhaltiges Bauen: Die Wache wird als moderner Fachwerkbau in einer innovativen Holz-Lehmbauweise errichtet, die in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Köln wissenschaftlich begleitet wird. Auf die Frage, ob durch den Wasserschaden auch die feuchtigkeitsempfindlichen Lehmbauteile in Mitleidenschaft gezogen wurden, gab der Kreis Entwarnung. Bisher seien Lehmbauteile lediglich im Außenbereich an der Fassade eingebaut worden. An diesen Bauteilen sei kein Schaden entstanden.
Wer für den Rückschlag zahlt, scheint ebenfalls geklärt. Etwaige Mehrkosten, welche für die Behebung der Bauschäden entstehen, werden laut Kreisverwaltung an den oder die Verursacher weitergereicht. Das Gesamtbudget der Rettungswache wurde zuletzt auf rund 8,6 bis 9 Millionen Euro beziffert.
Eine Chronologie der Verzögerungen
Es ist nicht das erste Mal, dass der Baufortschritt bei diesem Projekt ins Stocken gerät. In der ersten Ausführungsplanung und beim Baustart wurde mit einer Fertigstellung des Gebäudes für Ende 2025 oder Anfang 2026 gerechnet. Im Juni 2025 kam es wegen starker Regenfälle und dem Eintritt von Schichtenwasser bei den Erdarbeiten zu ersten Unterbrechungen. Im Juli 2025 sorgte der Baukran für Ärger, nachdem ein Anwohner innerhalb der gesetzlichen Frist Einspruch erhoben hatte, was zu einer Aussetzung der Krannutzung führte. Daraufhin korrigierte der Rhein-Sieg-Kreis die erwartete Fertigstellung bereits auf die zweite Jahreshälfte beziehungsweise Ende 2026.
Mit einer Fortsetzung der regulären Bauarbeiten ist durch den Wasserschaden erst im vierten Quartal 2026 zu rechnen. Die Inbetriebnahme der Rettungswache ist nach aktuellem Stand für das Frühjahr 2027 geplant.
Alte Wache bleibt im Einsatz
Bis die neue Wache in Schönenberg – in der künftig Stellplätze für vier Rettungswagen sowie eine Waschhalle zur Verfügung stehen – ihren Betrieb aufnehmen kann, bleibt die bestehende Infrastruktur erhalten. Die alte Wache im ehemaligen Feuerwehrhaus an der Sankt-Florian-Straße in Ruppichteroth bleibt aktiv, um die Notfallversorgung in der Gemeinde sowie den angrenzenden Bereichen von Eitorf, Much, Neunkirchen-Seelscheid und Windeck sicherzustellen.






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