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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Dickster Baum NRWs steht in Ruppichteroth

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

Der Baum des Jahres 2018 ist die Ess-Kastanie. Eine der ältesten Deutschlands steht im Ruppichterother Ort Rotscheroth - seit mehr als 400 Jahren. Fotos: Die Ess-Kastanie in Rotscheroth [Nicolas Ottersbach]

Als der Dreißigjährige Krieg tobte, reckte sie ihre ersten Ästchen nach oben. Sie überlebte das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Dann den Deutschen Bund, in dem sie plötzlich auf preußischem Boden stand. Das Deutsche Kaiserreich, die Weimarer Republik, das Dritte Reich und die über 40 Jahre währende Teilung Deutschlands. Kein Wunder also, dass ein Stück des 1080 Kilometer langen Wanderweges der Deutschen Einheit von Görlitz nach Aachen im Schatten ihrer Blätter verläuft.

Die Ess-Kastanie in Ruppichteroth-Rotscheroth ist mit einem Umfang von sieben Metern der dickste Baum in Nordrhein-Westfalen. Doch die 400 Jahre, die sie an dem schmalen Weg zwischen der Kreisstraße 55 und der Römerstraße steht, sind nicht spurlos an ihr vorbeigegangen. Erst jüngst ist ein riesiger Ast aus der 30 Meter hohen und 40 Meter breiten Krone auf den Boden gekracht. Doch schon Mitte der 1980er Jahre nahm der Baum durch Schneebruch erheblichen Schaden und hat sich davon wieder erholt.

Aber ganz ohne menschliche Pflege geht es nicht. Damit die Krone nicht in der Konkurrenz anderer Gehölze untergeht, wird die Umgebung ständig abgeholzt. Junge Ahorne, Buchen und Eschen werden vom Forstamt  entfernt. Dadurch wird auch der Blick auf den Riesen frei gehalten: Er ist ohne Probleme vom Wegesrand zu erkennen. Allerdings ist er in der warmen Jahreszeit von Brennnesseln umgeben, die den Besuch erschweren. Und auch Mücken haben sich in den Löchern des Stamms eingenistet.

Hier steht der Ruppichterother Koloss

Der Castanea sativa, so die lateinische Bezeichnung der Ess- Kastanie, wird eine Lebensdauer von bis zu mehr als 1000 Jahren eingeräumt. Ursprünglich stammt der "Baum des Jahres 2018" aus dem Gebiet der heutigen Türkei. Die Römer brachten die Pflanze aber bereits vor rund 2.000 Jahren über die Alpen.

Vor allem in Weinanbaugebieten wurde die Esskastanie angesiedelt. Das Holz des Baumes ist besonders unempfindlich gegen Verrottung und wurde von den Römern als Material für Rebpfähle genutzt. Der Baum wurde auch zu Baumaterial für Häuser oder Masten, beziehungsweise, ganz unspektakulär, zu Brennholz verarbeitet.

In Zeiten des Klimawandels kommt der mediterranen Pflanze eine neue und sehr wichtige Bedeutung zu. "Wenn es auch in unseren Breiten immer wärmer wird, sind Arten, die mit Wärme gut klar kommen, wichtig für unseren Wald. Deshalb macht es in Einzelfällen Sinn, durch Sturm oder Schädlingsbefall entstandene Lücken im Wald mit Esskastanien aufzuforsten", heißt es vom Rhein-Sieg-Kreis.

Im Übrigen haben Ess- und Rosskastanien wenige Gemeinsamkeiten. Die Esskastanie ist mit Buchen und Eichen verwandt, die Rosskastanie gehört zu den Seifenbaumgewächsen. Die essbaren Früchte der Esskastanie sind Nüsse, die für den Menschen ungenießbaren Rosskastanien große Samenkörner. Esskastanien können ohne Probleme mehrere hundert Jahre alt werden, Rosskastanien bis zu 200 Jahre.

Kommentare

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Erik Marotz 17.05.2018 21:20

Dickes Ding! Linde in Elbrinxen, auch NRW. Da kommt's wohl doch noch dicker!

Auf dem Kirchhof befindet sich ferner das Naturdenkmal „1000jährige Linde”. Die Linde hat einen Stammumfang von zwölf Metern und einen Kronendurchmesser von 30 Meter bei einer Gesamthöhe von 35 Meter. Der Baum gehört zu den zehn schönsten Naturdenkmälern Deutschlands.


 

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