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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Ein wichtiger Teil der Bröltaler Geschichte

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

Es war im Jahre 1863, als für die Bröltaler eine neue Epoche anbrach. In ärmsten Verhältnissen hausten die Bewohner zwischen Hennef und Waldbröl. Abgeschnitten von der Außenwelt lebte man von dem, was Vieh und Scholle hergaben. ?Quasi über Nacht hatte sich der Horizont um viele Kilometer erweitert?, erzählt Wolfgang Steimel, Vorsitzender des Bürgervereins Ruppichteroth, bei der feierlichen Einweihung des historischen Denkmals am neuen Busbahnhof.

Ein 15 Meter langes Schienenstück soll dort an die Bröltalbahn erinnern, die bis zum Jahre 1954 die Geschichte entlang des Brölbaches prägte. Unzählige Stunden Arbeit und mehr als 6.000 Euro investierte der Bürgerverein, um das Projekt zu verwirklichen. Tatkräftige Unterstützung erhielt man dabei von hiesigen Unternehmen, Vereinen und Privatleuten, vom Schmiedemeister bis zu den Eisenbahnfreunden Wiehltalbahn, von der Gemeinde bis hin zu den Nachbarn. Mit weiteren 1.000 Euro unterstützte die Kreissparkasse Köln den Bau.

?Ein teures Projekt, soll es aber doch vielen Kindern, Jugendlichen und Durchreisenden zeigen, wie es hier bei uns früher einmal war?, lautet es im Vorwort eines kleinen Bildbandes, der zur Feierlichkeit den Anwesenden ausgeteilt wurde. Denn bewegt war die über 100-jährige Geschichte des 'Brölbähnchens'.

Die Bröltalbahn

In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden in Ruppichteroth einige Kalk- und Eisenerzgruben erschlossen, jedoch fehlten die Transportwege, um diese wirtschaftlich betreiben zu können. Zunächst baute man im Jahre 1860 eine Bezirksstraße, die der heuten Führung der Bröltalstraße B478 entspricht. Mit Pferde- und Ochsenkarren konnten die Bodenschätze nun Richtung Hennef transportiert werden.

Dieses System war allerdings sehr beschwerlich, so gründeten noch im selben Jahr die Besitzer der Troisdorfer 'Friedrichs-Wilhelm-Hütte' die Actien-Commandit-Gesellschaft Friedlieb Gustorff & Co, um den Bau einer Pferdebahn von Ruppichteroth nach Hennef zu verwirklichen. Federführend waren Emil Langen, Generaldirektor des Sieg-Rheinischen Bergwerks- und Hüttenvereins, und Friedlieb Gustorff, der Bruder Langens Stiefmutter.

Nach einer langen Genehmigungsphase begann 1862 der Bau, inklusive einer 2,4 Kilometer langen Abzweigun von Schönenberg ins Saurenbachtal zu den dortigen Erzgruben. Sieben Monate nach der Eröffnung traf 1863 die erste Dampflok auf den Schienen ein, mit den lediglich sechs Pferden, die die Bröltaler Gemeinden genehmigten, konnten die Kapazitäten nicht ausgeschöpft werden.

1870 nahm der Personenverkehr den Betrieb auf. Fortan konnten die Passagiere kostenlos die Bahn zwischen Ruppichteroth und Waldbröl nutzen. Zwei Jahre später musste für die Reise ein Obulus an einen Schaffner entrichtet werden. Talauf dauerte die Fahrt von Hennef nach Waldbröl zwei Stunden und 20 Minuten, talab war man ganze zehn Minuten schneller, auf einer Strecke von rund 31 Kilometern.

Nach dem ersten Weltkrieg, der den weiteren Ausbau des Brölbähnchens ins Stocken brachte, bekam 1923 die Papierfabrik Geldmacher in Hoffnungsthal einen Privatgleisanschluss mit einer Gesamtlänge von fünf Kilometern. Bereits zu Beginn des Jahres 1925 musste sich der Bahnverkehr mit den Kraftfahrzeugen messen, sechs Omnibusse mit jeweils 20 wurden in Dienst gestellt, um den Berufs- und Schülerverkehr zu übernehmen.

Am 4. November 1940 ereignete sich der schwerste Unfall in der 100-jährigen Geschichte des Brölbähnchens. Der Brölbach führte Hochwasser und hatte die Schienen bei Ingersau unterspült. Der Triebwagen stürzte ins Wasser, zwei Personen starben beim Versuch ihn zu verlassen, zwei weitere wurden schwer verletzt.

In den Kriegsjahren machte das Näherrücken der Front Probleme, der Personen- und Güterverkehr musst aufgrund von Jagdbomberangriffen in die Nachtstunden verlegt werden. Nach 1945 war die Strecke zwischen Allner und Waldbröl wieder uneingeschränkt nutzbar. Dennoch segnete der Schienenverkehr langsam das Zeitliche, der flexiblere Privatverkehr auf der Straße nahm immer weiter zu. Am 15. März 1954 machte das Brölbähnchen schließlich seine letzte Fahrt durch das Bröltal.

Quelle der Informationen: ?Die Bröltalbahn ? Rhein Sieg Eisenbahn? von Adolf Becker, 1. Auflage 1988

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