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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Gemeinde rechnet mit zehn Flüchtlingen pro Woche

Von Nicolas Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

Etwas mehr als ein Drittel der 123 Flüchtlinge, die zur Zeit in Ruppichteroth leben, kommen aus dem Nahen Osten. 28 stammen aus Syrien, 12 aus Afghanistan und neun aus dem Irak. Menschen aus insgesamt 26 Ländern suchen Schutz in der Bröltalgemeinde. Die Verwaltung rechnet derzeit wöchentlich mit der Zuweisung von sieben bis zehn Personen, die auf zwölf Häuser und Wohnungen verteilt werden. Deshalb sucht sie dringend nach Wohnraum. Für Freitag, 2. Oktober, 19 Uhr, hat die Gemeinde zu einem Informationsabend in die Winterscheider Grundschule eingeladen.

Dort soll in einer offenen Gesprächsrunde unter anderem thematisiert werden, vor welche Herausforderungen die Kommunen durch die neuen Mitbürger gestellt werden. Ein großes Problem seien laut Bürgermeister Mario Loskill die Finanzen. "Pro Flüchtling brauchen wir pro Jahr zwischen 10.000 und 12.000 Euro, abhängig von Unterbringung, Gesundheit und anderen Faktoren", erklärt er. Das Land NRW zahlt den Kommunen für jeden aufgenommenen Flüchtling jährlich etwa 7800 Euro. Während des Asylverfahrens gibt es lediglich ein Kostenerstattung von 30 Prozent. Den ohnehin hoch verschuldeten Ruppichterother Haushalt belastet das stark.

Dementsprechend positiv reagierte Loskill auf die Pläne der Bundesregierung, die Finanzhilfen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise massiv aufzustocken. Die Regierung will den Ländern 670 Euro Pauschale pro Flüchtling und Monat zur Verfügung stellen, also rund 8000 Euro pro Jahr. Unterstellt seien 800.000 Flüchtlinge und eine durchschnittliche Bearbeitungszeit der Fälle von fünf Monaten. Zudem würden 500 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau bereitgestellt sowie 350 Millionen Euro für die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge.

Wie es weiter hieß, erhalten die Länder auch weitere Mittel für Kita-Ausbau und Familienpolitik. So sollen die freiwerdenden Mittel aus dem gekippten Betreuungsgeld dafür auf die Länder verteilt werden.

"Diese Finanzspritze wäre ein großer Schritt nach Vorne, aber nur, wenn sie für jeden Flüchtling gilt, egal welchen Aufenthaltsstatus er hat", so Loskill. Ehrenamtliche Arbeit, wie sie der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe leiste, sei nicht zu ersetzen. Dort betreuen Ruppichterother die Menschen im Alltag und geben ihnen beispielsweise kostenlose Sprachkurse. "Asyl ist ein wichtiges Gut in unserer Gesellschaft, welches uns alle vor große Herausforderungen stellt", sagt Loskill.

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