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Winterfest in Ruppichteroth

Ein Hilfepaket für den neuen Bürgermeister

Von Nicolas Ottersbach | | Magazin

Als der Elferrat zu den ersten Tönen des Bröltaler Musikvereins in die Bröltalhalle einzieht, ist der „Ruppichterother Gürzenich“ längst voll: Wochen vorher ausverkauft, 67. Auflage, traditionsreichste Karnevalssitzung im Ort – das Winterfest des TV 1888 Ruppichteroth lebt von seinen eigenen Kräften auf und hinter der Bühne. Fotos: Das Winterfest in Ruppichteroth [Fabian Rödder]

Bildergalerie zum Winterfest 2026

An der Spitze: Sitzungspräsident Albert Brummenbaum, der in diesem Jahr ein doppeltes Jubiläum feiert. Zum 30. Mal führt er als Präsident durch das Winterfest, seit 33 Jahren prägt er den Döörper Karneval – ob am Mikrofon, im Elferrat oder als Frontsänger von „Mir Zwei Die Zwei“. Früh am Abend gehört die Bühne dem „Döörper Prätscher“. Seit 31 Jahren ist die von Hans-Peter Hohn geschaffene Kultfigur im Ruppichterother Karneval aktiv, zum 28. Mal steht er beim Winterfest in der Bütt. In Mundart, mit scharfsinnigem Humor und klarer Kante Richtung Lokalpolitik in der Bröltalgemeinde.

Kandidatenduell mal anders

Wie sehr der Elferrat mehr ist als Staffage, beweist sein Auftritt im Gewand der TV-Show „Klein gegen groß – die Show der unglaublichen Duelle“. Moderator Kai Pflaume, textsicher und mit großer Spielfreude dargestellt von Markus Neuber, bittet die ehemaligen Bürgermeisterkandidaten Matthias Jedich, Manuela Nahs und Ralf Wüllenweber zum humorvollen Schlagabtausch; die AfD-Kandidatin bleibt bewusst außen vor. Jedich nimmt dabei seine krankheitsbedingte Absage am damaligen Kandidatenduell selbst aufs Korn, Nahs lobt im norddeutschen Akzent die neue Rettungswache aus „echtem Dreeeck“ für 8,6 Millionen Euro, und Wüllenweber gibt sich als Fahrradhändler-Kandidat, der offen einräumt, „dass ich keine Ahnung habe, woher auch, hätte ja erstmal gewählt werden müssen“.

„Bein auf Bein auf Bein"

 In den Duellen „klein gegen groß“ liefern die Döörper weitere Pointen: Maurice Löbach erkennt beim „Dalli-Klick“-Ratespiel mit Hilfe der überlangen Beine „Bein auf Bein auf Bein, das kann doch nur der Guido Steimel sein“ und gewinnt gegen Jedich – belohnt mit einem Tattoo des Firmenslogans „Holz ist unser Metier“, während der Bürgermeister ein „Hilfepaket“ aus Kohletabletten und Durchfallmittel erhält. Im nächsten Spiel entscheidet Silke Helbing das Wissensduell zum Maiclub Obersaurenbach, indem sie – ganz im Stil ihres Vereins – schon vor Ende der dritten Frage mit „Alkohol“ ins Schwarze trifft. 

Schließlich erschnüffelt sich Christian Baust, Chef des Hüpfburgen- und Eventverleihers „Mach Spaß“ und Ordenssponsor des Winterfestes, den Wettkönig-Titel: Schweißfüße und Tannennadeln ordnet er Mario Rödder zu, den „besonderen“ Duft der Geschwister Ottersbach ihrem Urlaub am Goldstrand – und setzt damit den Schlusspunkt eines kurzweiligen, schauspielerisch starken Elferratsauftritts, der von Playback-Nummern mit Roland Kaiser, Matty Valentino sowie einem Gesangsduell von Helene Fischer und Florian Silbereisen gekrönt wird. 

Bernd Podcarsten auf der Bühne

Seit 27 Jahren sind sie Kult beim Winterfest, auch diesmal gehören sie zu den Höhepunkten des Abends: die „2 echten Keerls“ Markus Neuber und Arno Schiefen. In ihrem karnevalistischen Schauspiel verlegen sie das Geschehen ins neue „Radhaus“ des gescheiterten Bürgermeisterkandidaten und Fahrradhändlers Ralf Wüllenweber. Dort geben sich Podcaster Florian „Jupp“ Ehm, Getränkehändler Volker Jung und Döörper-Weihnachts-Hüttenmeister Bernd Carstensen die Klinke in die Hand. Alle Figuren werden in schneller Folge von Neuber und Schiefen durch Blitzumzüge auf die Bühne gezaubert. Gleich zu Beginn wird Podcaster Ehm mit einem Problem an seinem „Ständer“ vorstellig – Wüllenweber hilft routiniert mit Vaseline. Ein „Schelm“, wer dabei nicht an Fahrradtechnik denkt. 

Später besingt Jupp Ehm als erfolgreicher Amateurrennradfahrer seine „Tour de Rupp“ in einem Krätzchen, in dem er bekannte Döörper Originale wie die trinkfesten Gebrüder Böhmer aufs Korn nimmt – „Mit Böhmers zu trinken ist ein Fluch… es gleicht nem Suizidversuch“. Hüttenmeister Bernd Carstensen erklärt im Podcast „Döörper Funkloch“, dass er den Titel schlicht deshalb trägt, „da er nun mal am Meisten bei den Hütten ist“, tauft sich in „Bernd Podcarstensen“ um und schmettert zu einer Abwandlung von „Bella Napoli“ sein eigenes Loblied „Bernd, Bernd Carstensen“. 

Leckerer Bundestags-Cocktail

Für einen satirischen Seitenhieb auf Berlin sorgt schließlich Volker Jung mit seinem „Bundestags-Cocktail“, in dem jede Partei eine flüssige Zutat bekommt: von der CDU als „Christlich dämonische Undöchter“ über die AfD als „blauen Vogelschiss“ mit „reichlich heißer Luft“ bis hin zum 80-prozentigen „Strohdumm“ – inklusive Warnung vor möglichem „Merz-Versagen“. Am Ende fahren die „2 echten Keerls“ auf einem Tandem über die Bühne, besingen erneut die „Tour de Rupp“, während auf der Leinwand im Hintergrund tatsächlich ihre Fahrt durchs Dorf zu sehen ist.

Für ein Revival der „Mini Playback-Show“ sorgen Bastian Rosner und Christoph Schmidt als wechselnde Mareike-Amado-Doubles, die den Getränkehändler Volker Jung in seinen Traum vom Udo-Jürgens-Auftritt schicken und Martina Ortsiefer in einem spektakulären „Bauch Beine Po“-Auftritt auf die Bühne holen, bevor sie selbst als ABBA-Duo die Halle zum Stehen bringen.

Kommentare

  • Klaus-Dieter Müller
    26.01.2026 At 13:57

    Eine fantastische Berichterstattung zu einem unvergesslichen Abend

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