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Verkehrsunfallbilanz 2025 im Rhein-Sieg-Kreis

Weniger Unfälle, aber mehr Verletzte und eine gefährliche K17

Von Nicolas Ottersbach | | Blaulicht

Die Straßen im Rhein-Sieg-Kreis sind statistisch gesehen sicherer geworden, doch die Folgen der verbleibenden Unfälle wiegen schwerer. Das ist der Kern der Verkehrsunfallbilanz 2025. Zwar sank die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle um 3,3 Prozent auf 9768 Fälle (Vorjahr: 10.101), doch gleichzeitig stieg die Zahl der Verletzten um 7,2 Prozent auf insgesamt 1500 Menschen an. Foto: Ein Motorradunfall auf der B478 [Nicolas Ottersbach]

Hier gibt es die gesamte Statistik als Download

Landrat und Behördenleiter Sebastian Schuster betont die gemeinsame Verantwortung im Straßenverkehr: "Die Sicherheit und der Schutz aller Verkehrsteilnehmenden stehen im Mittelpunkt meiner Arbeit. Jedoch ist die Verkehrssicherheit eine gemeinsame Aufgabe. Rücksicht, Aufmerksamkeit und die Einhaltung der Verkehrsregeln sind entscheidende Faktoren, um Unfälle zu vermeiden und Leben zu schützen". Mit einer Unfallhäufigkeitszahl von 2591 pro 100.000 Einwohner belegt die hiesige Polizei im landesweiten Vergleich den dritten Platz. 

Tragische Serie an Bahnübergängen 

Erschütternd ist die Bilanz bei den tödlichen Unfällen: Zwar ging die Zahl der Verkehrstoten von elf im Vorjahr auf sieben zurück, doch allein vier dieser Menschen verloren ihr Leben an Bahnübergängen. Es handelte sich um drei Fußgänger und einen Radfahrer, die geschlossene Schranken oder Halbschranken umgingen. “Bahnübergänge verzeihen keine Fehler. Züge können weder ausweichen noch schnell bremsen. Wer Rotlicht oder geschlossene Schranken ignoriert, bringt sich in Lebensgefahr”, sagt Stephanie Spengler, Leiterin der Direktion Verkehr. Um diese Leichtsinnigkeit zu bekämpfen, startete die Polizei die Kampagne "Bleib stehen - bleib am leben", bei der unter anderem Warnhinweise vor Bahnübergängen auf die Gehwege gesprüht wurden. 

Sorgenkind E-Scooter: Verletztenzahlen verdreifacht 

Ein besorgniserregender Trend zeigt sich bei den ungeschützten Verkehrsteilnehmenden, insbesondere bei den sogenannten Elektrokleinstfahrzeugen (E-Scootern). Hier verunglückten kreisweit 86 Personen – ein massiver Anstieg gegenüber den 40 Fällen im Vorjahr. Allein bei Jugendlichen verdreifachte sich die Zahl der Verunglückten (von 5 auf 18). Stephanie Spengler, selbst Mutter zweier Teenager, appelliert eindringlich: “Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, eine Familie und oft ein Schicksal, das sich von einem Moment auf den anderen verändert. Gerade Jugendliche, besonders auf E-Scootern, unterschätzen häufig die Risiken. Mein Appell an alle Jugendliche: Fahrt aufmerksam, sorgt für gute Sichtbarkeit, fahrt nie zu zweit und niemals alkoholisiert. Ein Helm kann Leben retten.” Auch bei den Radfahrern stieg die Zahl der Verunglückten kreisweit wieder auf 273 an (+10,08 Prozent), während es bei den Pedelec-Fahrern einen  Rückgang auf 150 Verunglückte (-8) gab. 

Blick auf Ruppichteroth: Keine verletzten Kinder, aber mehr Motorradunfälle 

Für die 10.887 Einwohner der Gemeinde Ruppichteroth hält die Bilanz 2025 sowohl erfreuliche Nachrichten als auch Warnsignale bereit. Ein herausragend positiver Aspekt: Im gesamten Jahr 2025 verunglückte in Ruppichteroth kein einziges Kind im Straßenverkehr (Vorjahr: 2). Auch die Zahl der verunglückten Pkw-Insassen ist drastisch und kontinuierlich von 44 (2023) auf 30 (2024) und nun auf 19 gesunken. 

Zudem scheint der landesweite und kreisweite Trend der E-Scooter-Unfälle an der Gemeinde vorbeizugehen: Zwischen 2023 und 2025 wurde hier kein einziger E-Scooter-Unfall mit Personenschaden registriert - was auch daran liegt, dass es in der ländlichen Kommune keinen Anbieter für Leihgeräte gibt. Die Zahl der verunglückten Jugendlichen blieb stabil bei zwei, bei den jungen Erwachsenen sank sie leicht auf 13 (Vorjahr: 14), und bei den Senioren gab es einen minimalen Anstieg auf fünf Verunglückte (Vorjahr: 4). 

Sorge bereitet in Ruppichteroth hingegen der Motorradverkehr. Die Zahl der verunglückten Kraftradfahrer ist entgegen dem positiven Trend bei den Autos kontinuierlich gestiegen: von fünf (2023) über sieben (2024) auf neun verunglückte Motorradfahrer im Jahr 2025. Dies spiegelt sich auch in der amtlichen Unfallanalyse wider. 

K17 Unfallhäufungsstelle

Zwei Stellen in Ruppichteroth werden als offizielle Unfallhäufungsstellen der Polizei geführt: Auf der B478 (Abschnitt 4, Km 0,065 - 0,9) kommt es primär zu Fahrunfällen von Motorradfahrern. Auf der K17 im Derenbachtal (Abschnitt 1, km 1,9 - 2,3) registrierte die Polizei eine Häufung von Fahrunfällen bei Nässe.

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