www.broeltal.de

Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

He stonn de Schüümer Junge

Bürgerverein Schönenberg lädt zum traditionellen Pfingsteiersingen ein

Von Nicolas Ottersbach | | Magazin

Eines der ältesten Brauchtümer der Region steht vor der Tür: das traditionelle Pfingsteiersingen. Organisiert vom Bürgerverein Schönenberg verwandelt es das Dorf alljährlich in eine lebendige Kulisse rheinischer Tradition und gelebter Nachbarschaft. Foto: Wer nicht liedsicher ist, bekommt ein Gesangsheft zum Pfingsteiersingen. [Nicolas Ottersbach]

Wer in diesem Jahr mitsingen oder die ersten Töne miterleben möchte, muss zumindest anfangs etwas umdenken. Der gewohnte Startpunkt – in den vergangenen Jahren trafen sich die Sänger noch am Etzenbacher Weg oder ganz historisch an der alten Gaststätte „Linde“ an der Brölstraße – hat sich verschoben. Los geht es am Pfingstsamstag, 23. Mai, um 17 Uhr in der Rathausstraße 44 bei Helena und Marcus Becker. Dort warten eine kleine Stärkung vom Grill und kühler Gerstensaft auf die Teilnehmer, während die ersten Gesangsproben für den langen Abend genommen werden. 

Eingeladen sind alle „Schüümericher Jungs“ – ganz gleich welchen Alters, ob alteingesessener Ureinwohner oder frisch Zugezogener. „Schnappt euch euren Nachbarn, kommt und macht mit“, heißt es vom Bürgerverein, der sich wetterfest gibt: „Das Wetter ist uns egal.“ 

Mit Akkordeon und Nationalhymne ins Oberdorf 

Sobald die Stimmen geölt sind, zieht die Gruppe mit Akkordeonbegleitung von der Rathausstraße entlang der Brölstraße hoch ins Oberdorf. Ursprünglich war der Brauch eng mit den „Maibräuten“ verknüpft, denen die Junggesellen nach der historischen Mädchenversteigerung, die bis in die 1950er Jahre stattfand, ihren Dank abstatteten. Heute hat sich der Sinn gewandelt: Anstelle der junggesellenzentrierten Tradition steht der allgemeine Zusammenhalt der gesamten Ortsgemeinschaft im Vordergrund. 

Vor jeder Haustür wird ein Ständchen gebracht, und die Sänger schmettern lautstark die heimliche „Schönenberger Nationalhymne“. Deren Refrain hallt bis tief in die Nacht durch die Gassen: „He stonn de Schüümer Junge, feine Rosen Blümelein, wacker ist das Mägdelein.“

 Ein Ständchen für Eier, Bares und ein Pinnchen Schnaps 

Der Rundgang ist ein klassischer Heischebrauch, der vom späten Nachmittag bis weit nach Mitternacht andauert, da kein Haus ausgelassen werden soll. Für ihren musikalischen Einsatz erwarten die Sänger eine kleine Spende. Erwünscht sind traditionell rohe Eier, Hochprozentiges oder Bargeld. Als Dankeschön erhalten die Geber vor Ort ein Pinnchen Schnaps aus der mitgeführten Flasche und einen eigens angestimmten Dankgesang. Die gesammelten Gaben landen dabei keineswegs im Straßengraben, wie es in historischen Anekdoten aus vergangenen Jahrzehnten scherzhaft überliefert wurde. 

Zum Abschluss des langen Marsches findet das traditionelle Pfingsteieressen im Garten von Guido Braumann statt. Der Großteil der Erlöse und gesammelten Spenden fließt jedoch direkt in die Kasse des Bürgervereins. Damit finanziert der Verein wichtige Projekte vor Ort: von der Ortsverschönerung und Denkmalpflege bis hin zum Naturschutz im Kirchspiel.

Noch kein Kommentar vorhanden.

Kommentar hinzufügen

Die abgesendeten Daten werden zum Zweck der Veröffentlichung als Leser-Kommentar verarbeitet und gespeichert. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ANZEIGEN
Kreissparkasse Köln
Maro Einbauküchen
Gemeindewerke Ruppichteroth