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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Stromausfall bei Regio IT

IT-Blackout legt Rathaus in Ruppichteroth und Kreisverwaltung lahm

Von Nicolas Ottersbach | | Blaulicht

Die digitale Infrastruktur der Region ist seit den frühen Morgenstunden empfindlich getroffen. Gegen 7:30 Uhr gab der Rhein-Sieg-Kreis eine erste Warnung über den Ausfall zahlreicher Fachverfahren heraus. Betroffen ist unter anderem das Straßenverkehrsamt: Weder Zulassungen noch Ummeldungen von Fahrzeugen sind aktuell möglich. Auch die Führerscheinstelle musste sämtliche für heute gebuchten Termine stornieren. Foto: Ein Stromausfall bei Regio IT ist die Ursache für die Störung. [Nicolas Ottersbach]

Technischer Defekt als Ursache 

Hintergrund der weitreichenden Störungen ist ein Stromausfall in einem Rechenzentrum des Dienstleisters Regio IT in Aachen, der sich bereits am Montagabend gegen 19:30 Uhr ereignete. Ursache war nach jetzigem Kenntnisstand ein technischer Defekt, von dem auch Hardwarekomponenten betroffen waren. Obwohl diese in der Nacht ausgetauscht wurden, müssen nun die komplexen Softwaresysteme schrittweise wieder hochgefahren werden, heißt es vom Unternehmen. Der Dienstleister, der auch die Stadt Aachen versorgt, rechnet damit, dass am heutigen Dienstag kein produktiver Betrieb mehr möglich sein wird. 

Rathaus Ruppichteroth und Regionetz betroffen

In Ruppichteroth sorgt die Störung ebenfalls für Stillstand im Rathaus. Wie die Gemeinde mitteilte, stehen zentrale digitale Anwendungen nicht zur Verfügung. Bereits vereinbarte Termine im Rathaus könnten momentan nicht stattfinden, neue Termine könnten vorübergehend nicht vergeben werden. Neben den Verwaltungen trifft der Ausfall auch die Infrastruktur der Region. So sind beim Netzbetreiber Regionetz, mit dem auch die Gemeindewerke Ruppichteroth arbeiten, die Kundenkanäle telefonisch nur schwer bis gar nicht erreichbar. Im Straßenverkehrsamt sind keine Zulassungen oder Ummeldungen möglich. In der Führerscheinstelle sind alle heutigen Termine sind storniert, Kunden werden laut dem Rhein-Sieg-Kreis über Nachholtermine informiert. Die Kreisverwaltung ist derzeit auch per E-Mail nicht erreichbar. 

Dauer der Störung ungewiss 

Während die Experten laut Regio IT mit Hochdruck an der Wiederherstellung arbeiten, ist noch unklar, wann wieder alles funktioniert. Der Rhein-Sieg-Kreis geht davon aus, dass die Störung mindestens bis heute Abend andauern wird. Notrufnummern wie die 112 sind von dem IT-Ausfall ausdrücklich nicht betroffen. 

Kommentare

  • Viktor
    10.03.2026 At 15:53

    Wenn Klimaneutralität wichtiger als Redundanz ist, passiert genau dies. Hier sieht man auch anschaulich was ein Papier mit ISO 9001 und ISO 27001 Wert ist.

    • David
      13.03.2026 At 17:25

      Der angebliche Zusammenhang zwischen einem IT-Ausfall und Klimaneutralität hat mich echt zum Lachen gebracht. Danke für diesen Beitrag; das war wirklich Comedy-Gold. :)

      Klimaneutralität bedeutet bei Rechenzentren in der Regel Dinge wie effizientere Kühlung, Nutzung von Ökostrom oder generell bessere Energieeffizienz der Infrastruktur. Das hat mit der technischen Redundanz von Systemen erst einmal nichts zu tun. Redundanz betrifft Architekturentscheidungen wie mehrere Stromzuführungen, Notstromaggregate, gespiegelte Systeme oder sogar zweite Rechenzentrumsstandorte. Hierbei kann ebenfalls ein Batteriespeicher zum Einsatz kommen, welcher wie ein Dieselgenerator, aber geladen mit Ökostrom, als Notaggregat dient.

      Vielleicht haben Sie mehr Einblick in die entsprechende IT Firma als ich und wissen von internen Informationen wo Redundanz unter dem Argument der Klimaneutralität nicht beachtet wurde. Das bezweifle ich aber stark. Beweisen Sie mir aber gerne das Gegenteil.

      Wichtig: Nur weil ein Rechenzentrum mit 100 % erneuerbarem Strom betrieben wird, verursacht das keinerlei Ausfälle. Ökostrom ist genauso stabil nutzbar wie fossiler Strom, und Netzbetreiber gewährleisten identische Versorgungssicherheit. Das gilt auch im Kontext der Energiewende. Moderne Energieinfrastrukturen sind auf Schwankungen bei der Erzeugung erneuerbarer Energie vorbereitet, unter anderem durch intelligente Netze, Speicherlösungen und Reservekapazitäten. Ein solcher IT-Ausfall kann daher niemals auf den Einsatz von Ökostrom zurückgeführt werden. Ich empfehle den obigen Artikel zu lesen, in welchem eindeutig Hardware Probleme genannt wurden.

      Wir haben übrigens laut Fraunhofer ISE in Deutschland immer noch knapp 35GW Gaskraft installiert und ca. 30 GW Kohle. Damit und mit den weiteren wetterunabhängigen Stromerzeugungsmethoden und Speichern können wir übrigens auch im Falle einer deutschlandweiten Dunkelflaute ausreichend Strom erzeugen.

      Ein Ausfall zeigt auch nicht automatisch, dass keine Redundanz vorhanden ist. Selbst sehr stark redundant ausgelegte Rechenzentren können Störungen haben, etwa durch Hardwaredefekte, Stromprobleme, Softwarefehler oder Probleme beim Hochfahren komplexer Systeme. Redundanz reduziert Risiken und Ausfallzeiten, Sie macht Technik aber nicht unfehlbar.

      Auch der Verweis auf ISO 9001 und ISO 27001 geht daneben. Diese Normen definieren Management- und Sicherheitsprozesse, also z. B. Risikobewertungen, Notfallkonzepte, Dokumentation und regelmäßige Verbesserungen. Sie garantieren keine störungsfreie Hardware und auch keine hundertprozentige Verfügbarkeit. Man kann auch ein Risiko richtig bewerten und dann Pech haben das eine Hardwarekomponente, welche sonst sehr haltbar ist, frühzeitig kaputt geht.

      Aus einem einzelnen IT-Vorfall eine angebliche Entscheidung „für Klimaneutralität statt Redundanz“ abzuleiten, wirkt daher weniger wie eine technische Analyse, sondern eher wie das bekannte Muster aus bestimmten politischen Echokammern: Ein beliebiges Ereignis wird genommen und sofort mit einem ideologischen Feindbild verknüpft; in diesem Fall „Klimaneutralität“. Genau so funktionieren viele Verschwörungsnarrative aus populistischen Online-Milieus: komplexe Sachverhalte werden ignoriert und stattdessen einfache Schuldzuweisungen konstruiert, die gut ins eigene Weltbild passen.

      Vielleicht unterstelle ich Ihnen damit etwas, das nicht zutrifft - falls ja, bitte ich um Entschuldigung. In jedem Fall empfehle ich Ihnen, sich an mit der Realität und den Fakten zu beschäftigen, anstatt voreilige Schlüsse oder inhaltsleere Behauptungen zu verbreiten.

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