www.broeltal.de

Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Stromausfall bei Regio IT

IT-Blackout legt Rathaus in Ruppichteroth und Kreisverwaltung lahm

Von Nicolas Ottersbach | | Blaulicht

Die digitale Infrastruktur der Region ist seit den frühen Morgenstunden empfindlich getroffen. Gegen 7:30 Uhr gab der Rhein-Sieg-Kreis eine erste Warnung über den Ausfall zahlreicher Fachverfahren heraus. Betroffen ist unter anderem das Straßenverkehrsamt: Weder Zulassungen noch Ummeldungen von Fahrzeugen sind aktuell möglich. Auch die Führerscheinstelle musste sämtliche für heute gebuchten Termine stornieren. Foto: Ein Stromausfall bei Regio IT ist die Ursache für die Störung. [Nicolas Ottersbach]

Technischer Defekt als Ursache 

Hintergrund der weitreichenden Störungen ist ein Stromausfall in einem Rechenzentrum des Dienstleisters Regio IT in Aachen, der sich bereits am Montagabend gegen 19:30 Uhr ereignete. Ursache war nach jetzigem Kenntnisstand ein technischer Defekt, von dem auch Hardwarekomponenten betroffen waren. Obwohl diese in der Nacht ausgetauscht wurden, müssen nun die komplexen Softwaresysteme schrittweise wieder hochgefahren werden, heißt es vom Unternehmen. Der Dienstleister, der auch die Stadt Aachen versorgt, rechnet damit, dass am heutigen Dienstag kein produktiver Betrieb mehr möglich sein wird. 

Rathaus Ruppichteroth und Regionetz betroffen

In Ruppichteroth sorgt die Störung ebenfalls für Stillstand im Rathaus. Wie die Gemeinde mitteilte, stehen zentrale digitale Anwendungen nicht zur Verfügung. Bereits vereinbarte Termine im Rathaus könnten momentan nicht stattfinden, neue Termine könnten vorübergehend nicht vergeben werden. Neben den Verwaltungen trifft der Ausfall auch die Infrastruktur der Region. So sind beim Netzbetreiber Regionetz, mit dem auch die Gemeindewerke Ruppichteroth arbeiten, die Kundenkanäle telefonisch nur schwer bis gar nicht erreichbar. Im Straßenverkehrsamt sind keine Zulassungen oder Ummeldungen möglich. In der Führerscheinstelle sind alle heutigen Termine sind storniert, Kunden werden laut dem Rhein-Sieg-Kreis über Nachholtermine informiert. Die Kreisverwaltung ist derzeit auch per E-Mail nicht erreichbar. 

Dauer der Störung ungewiss 

Während die Experten laut Regio IT mit Hochdruck an der Wiederherstellung arbeiten, ist noch unklar, wann wieder alles funktioniert. Der Rhein-Sieg-Kreis geht davon aus, dass die Störung mindestens bis heute Abend andauern wird. Notrufnummern wie die 112 sind von dem IT-Ausfall ausdrücklich nicht betroffen. 

Kommentare

  • Viktor
    16.03.2026 At 08:53

    Zitat: “Vielleicht unterstelle ich Ihnen damit etwas, das nicht zutrifft”. Das tun Sie.

    • David
      16.03.2026 At 19:37

      Danke für den Hinweis. Dann habe ich Ihnen an dieser Stelle tatsächlich etwas unterstellt, was offenbar nicht Ihrer Intention entsprach, aber dennoch Ihrem Verhalten hier in der Kommentarsektion.

      Meine Einordnung kam ja nicht aus dem Nichts: Sie haben einen IT-Ausfall direkt mit „Klimaneutralität“ in Verbindung gebracht, ohne technische Belege oder konkrete Hinweise zu nennen. Sie haben ein komplexes Ereignis auf ein politisch aufgeladenes Schlagwort reduziert, ohne dass ein nachvollziehbarer Zusammenhang besteht. Das ist so ziemlich 1 zu 1 aus dem populistischen Handbuch kopiert. Populistische Rhetorik arbeitet häufig genau so: Ein konkretes Ereignis wird isoliert, ideologisch aufgeladen und zur Bestätigung einer vorgefertigten Meinung instrumentalisiert, ohne dass die tatsächlichen Fakten oder Zusammenhänge eine Rolle spielen.

      Anstatt auf meine Punkte und die Kritik einzugehen, greifen Sie jedoch ausschließlich den einen Satz heraus von welchem sie sich angegriffen fühlen, in dem ich eine mögliche Fehlinterpretation übrigens direkt schon eingeräumt habe, und ignorieren den restlichen Inhalt meines Kommentars. Das wirkt so, als hätten Sie sich nicht ernsthaft mit der inhaltlichen Kritik auseinandergesetzt, sondern lediglich reflexartig reagiert. Auch diese Reaktion bestätigt in meinen Augen die Einordnung, die ich getroffen habe: Sie folgt exakt dem Muster populistischer Argumentation, das ich zuvor beschrieben habe. Sie konzentrieren sich auf einen Nebensatz und lassen die eigentlichen fachlichen Punkte unbeantwortet.

      Zur Erinnerung: Mein zentraler Punkt war die sachliche Frage, auf welcher Grundlage Sie den Zusammenhang zwischen Klimaneutralität und mangelnder Redundanz herstellen. Statt darauf einzugehen, liefern Sie lediglich einen kurzen Einzeiler, der keine Substanz enthält, wodurch der ursprüngliche Kommentar weitgehend unbeantwortet bleibt. Sie haben mir nicht einmal einen einzigen Punkt liefern können bisher der ihre Aussage im ersten Kommentar unterstützt.

      Wenn Sie wirklich eine technische oder sachliche Begründung haben, wäre jetzt der Moment, sie darzulegen. Alles andere lässt die ursprüngliche Behauptung wie eine populistische Parole erscheinen. Wer nicht in diese Ecke gestellt werden möchte, sollte entsprechend argumentieren und schreiben.

      Viktor, Ihr Verhalten in dieser Diskussion stützt meine Argumentation, dass der Kommentar mehr ideologischer Reflex als fundierte Analyse war. Genau das bestätigt die Einordnung, die ich getroffen habe.

      • Viktor
        17.03.2026 At 10:32

        Ich fühle mich in keinster Weise angegriffen. Wenn Sie aus meinen 2 Sätzen eine "populistische Argumentation" herauslesen, sagt das mehr über Sie aus als über mich.

        Ihre Argumentation bezüglich dem Strom sehe ich eher als zusammenkopierten Kram aus Wikipedia oder ähnlichen Quellen. Das ist hier nicht zielführend und geht meiner Meinung nach komplett am Thema vorbei. Die Qualität des Stroms oder seine Herkunft ist in diesem Fall irrelevant. Es geht um die Redundanz.

        Wenn in diesen Bereichen der Fokus auf eine angebliche Klimaneutralität liegt, wird erfahrungsgemäß an anderer Stelle gespart. Das ist leider ein Fakt. Rechenzentren, bei denen ein einfacher Stromausfall etliche Gemeinden und deren Dienste für Tage "lahmlegt", haben ein systematisches Problem. Ich habe in 2 Firmen verschiedene ISO Zertifizierungen mitgemacht. Die Abläufe und deren Schwachstellen sind mir durchaus bekannt.

        Ich kenne Ihren technischen Hintergrund nicht, eventuell sollten Sie sich einmal etwas mit Redundanz in einem Rechnenzentrum beschäftigen. Diese war jedenfalls bei Regio-IT nicht vorhanden. Wäre dem so, hätten alle angeschlossenen Dienste und Gemeinden von einem Ausfall der Technik nichts mitbekommen. Redundanz eben. Nicht nur beim Strom, sondern auch bei Netzwerk und Servern.

        Ja, ich schreibe "angebliche" Klimaneutralität. Es gibt keine Klimaneutralität. Man kann etwas, was man dem Klima "antut" an einer anderen Stelle versuchen zu kompensieren. Wie etwa bei einem Elektroauto, dessen Auspuff sich etwa bei starker Bewölkung hier in einem polnischem Kohlekraftwerk befindet. Dies wird dann mit norwegischen Wasserkraftszertifikaten kompensiert. Vereinfacht ausgedrückt. Selbst wenn ich dieses eAuto mit den eigenen Solarzellen auf dem Dach auflade bin ich damit nicht klimaneutral. Die Herstellung von Auto, Solarzellen, etc. war alles Andere als klimaneutral. Selbiges mit Verbrennern.

        Das ist aus meiner Sicht so, als wenn ich jemanden dauernd in den Hintern trete, ihm aber zum Ausgleich den Kopf streichel und im dauernd einrede dass ja alles gar nicht so Schlimm ist.

        • David
          18.03.2026 At 19:11

          Moin. Das freut mich, denn mein Ziel war es keineswegs, Sie persönlich anzugreifen.

          Meine Einschätzung, dass Ihre vorherigen Aussagen den Stil einer populistischen Argumentation aufwiesen, bezog sich ausschließlich auf die Form und Verbindung der Begriffe. Wenn man ohne jeden direkten Zusammenhang und ohne Belege behauptet, Klimaneutralität habe zu fehlender Redundanz geführt, ist das genau das rhetorische Muster, das in populistischen Argumenten so oft vorkommt.

          Wenn Sie das anders sehen, dann bitte ich Sie, mir das zu erläutern.

          Bis zu diesem Kommentar war das nun mal das, was ich von Ihnen gesehen habe. Dass Sie nun Ihre Position genauer ausgeführt haben, begrüße ich sehr. Solche Beiträge ermöglichen tatsächlich eine Diskussion auf inhaltlicher Ebene, und genau das ist auch mein Anliegen.

          Wie ich bereits im vorherigen Kommentar sagte: "Vielleicht haben Sie mehr Einblick in die entsprechende IT-Firma als ich und wissen von internen Informationen, wo Redundanz unter dem Argument der Klimaneutralität vernachlässigt wurde. Das bezweifle ich aber stark. Sollten Sie konkrete Belege dafür haben, können Sie diese selbstverständlich gerne teilen."

          Jetzt aber zum Thema:

          Warum habe ich etwas zum Thema Strom geschrieben: Die Hauptverbindung, die ich gesehen hatte, weshalb jemand auf die Idee der Verbindung zwischen Klimaneutralität und fehlender Redundanz kommen könnte, war offensichtlicherweise das Stromnetz. Ich habe schon häufiger Diskussionen über das Thema der erneuerbaren Energie geführt und bin schon mehrfach auf diese verfälschte Sichtweise getroffen. Daher habe ich auch erläutert, dass dort keine Verbindung besteht.

          Wie Sie jetzt unterstrichen haben, war dies aber wohl auch nicht Ihre Position. Da wir uns einig sind, brauchen wir hier dann ja nicht weiter darüber zu reden.

          Meine Argumentation dazu entstammt jedoch nicht einfach Wikipedia, und selbst wenn das der Fall wäre, würde dies nichts über die faktischen inhaltlichen Aussagen ändern.

          Natürlich kann es vorkommen, dass Fehlentscheidungen getroffen werden und Redundanz unter dem vorgeschobenen Argument der Klimaneutralität vernachlässigt wird. Bei kurzer Recherche habe ich jedoch keine Hinweise darauf gefunden, dass dies im Fall der hier betroffenen Firma der Fall war. Wenn Sie spezifische andere Informationen haben, dann teilen Sie diese gerne mit mir.

          So oder so gilt, dass Redundanz und das Ziel der Klimaneutralität sich nicht exklusiv gegenseitig ausschließen.

          Natürlich haben Sie in einem Punkt hier Recht: Dass es überhaupt zu einem Ausfall gekommen ist, spricht tendenziell für eine unzureichende Systemplanung und nicht ausreichende redundante Systeme. Dem habe ich meines Wissens nach auch nie widersprochen. Das hat aber doch erst einmal nichts mit Klimaneutralität zu tun?

          Wo sehen Sie hier die Verbindung? Sie sagen, dass Geld für Klimaneutralität ausgegeben wird und dafür an anderer Stelle gespart wird. Das ist natürlich theoretisch möglich, jedoch haben Sie und ich keine Informationen, dass dies hier der Fall war. Diese Verbindung bleibt daher bisher nicht mehr als eine bloße Behauptung, für die keine Belege vorliegen. So etwas zu behaupten, ohne konkrete Beweise zu haben, ist daher, entschuldigen Sie die Ausdrucksweise, ziemlicher Blödsinn.

          Wir können gerne weiter über dieses Thema diskutieren, jedoch bringt uns das nur weiter, wenn Sie Belege hinter diese These stellen können. Argumente ohne Belege sind nun mal keine Argumente.

          Das andere Thema, das Sie angesprochen haben, wäre dann ja das Thema Klimaneutralität:

          Natürlich kann es prinzipiell Nettoklimaneutralität geben. Es gibt Mechanismen, die Treibhausgase ausstoßen, und es gibt Mechanismen, welche Treibhausgase aus der Luft nehmen (z.B. Bewaldung oder Wiedervernaturierung von Mooren und theoretisch irgendwann in der Zukunft auch CCS Systeme). Netto-Klimaneutralität bedeutet, dass verbleibende Emissionen durch Senken oder Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden. Ich sehe daher keinen Grund, warum dies technisch nicht möglich sein sollte.

          Leider kommt es in der Realität zu viel sogenanntem Greenwashing, bei welchem behauptet wird, dass Treibhausgase eingespart werden, dies jedoch nicht wirklich passiert. Das ist ein Problem.

          Zum Thema Elektroauto:

          Elektroautos sind aus technischer Sicht die deutlich effizienteren Autos. Hierfür brauchen Sie sich nur einmal den Energieverbrauch von E-Autos im Vergleich zu Verbrennern anzuschauen. Effizientere Autos heißt dann gleichzeitig auch weniger Energieverbrauch und damit tendenziell geringere Umweltbelastung.

          Die Behauptung, dass der "Auspuff sich etwa bei starker Bewölkung hier in einem polnischen Kohlekraftwerk befindet", ist übrigens auch nicht wirklich haltbar und auch ein häufig genutztes populistisches Argument von E-Auto-Gegnern, welches nichts mit der Realität des Strommarktes zu tun hat.

          Im Jahr 2025 hat Deutschland laut Fraunhofer ISE (Webseite Energy-Charts) ca. 54,3 TWh exportiert und ca. 76,2 TWh importiert. Dies entspricht einem Nettoimport von ca. 21,9 TWh.

          Der überwiegende Teil von Importen sind jedoch erneuerbare Energien, da diese vor allem, wenn die Sonne scheint und viel Wind geht, sehr günstig sind (+ einiges an Wasserkraft aus Stauseen). Ebenso ist ein Teil Atomstrom aus Frankreich dabei.

          Die Exporte nur nach Polen im Jahr 2025 betrugen ca. 5,87 TWh und die Importe aus Polen ca. 2,44 TWh.

          Dass sich aus diesen Zahlen nicht die Behauptung aufstellen lässt, dass der Auspuff des deutschen E-Autos in polnischen Kohlekraftwerken liegt, wird dabei spätestens klar, wenn man diese Zahl mit der gesamtdeutschen Nettostromerzeugung des Jahres 2025 von ca. 422,5 TWh vergleicht. (alle Zahlen bis hier Fraunhofer ISE). (Dieser Stromhandel ist übrigens auch nichts Schlechtes, sondern sorgt dafür, dass Strom da erzeugt wird, wo er am günstigsten ist.) Übrigens sinkt auch der Anteil der Kohleverstromung in Polen, wenn auch nur langsam, ab. Selbst wenn mann also von 100% Kohlestrom Anteil an unseren Importen aus Polen ausgeht, was vermutlich nicht der Fall ist da auch Polen diverse Stromerzeugungsmethoden verwendet, lässt sich diese Behauptung nicht belegen.

          Ihnen mag das also einfacher Nebensatz vorgekommen sein, jedoch ist es das nicht. Es ist ein Satz der demonstrativ für fehlende Informationen und populistische Meinungsmache durch Gegner der Energiewende steht. Sie haben das vielleicht gar nicht so gemeint, deswegen Teile Ich ja diese Zahlen mit Ihnen, damit ihnen der Denkfehler bewusst wird.

          Übrigens:

          Kein seriöser Wissenschaftler behauptet, dass die Herstellung von E-Autos oder Solarzellen klimaneutral ist. Die Verwendung dieser Technologien stößt jedoch faktisch über ihre Lebensdauer hinweg deutlich weniger Treibhausgase in die Umwelt aus. Durch die Reduktion dieser Treibhausgase in diesem Sektor, ist es dann möglich durch die Nutzung andere Mechanismen, wie z.B. die zuvor genannten, netto auf 0 zu kommen.

          Ich freue mich schon sehr auf ihre Antwort. Wenn sie Argumente haben die meiner Position widersprechen dann warte ich begierig darauf diese zu hören. Ich wünsche einen schönen Abend (oder Tag wann auch immer sie das hier lesen).

          • Viktor
            21.03.2026 At 09:44

            Sorry, aber TL;DR

        • Anja Fielenbach
          18.03.2026 At 22:08

          Hallo Viktor, ich fühle mich von Ihrer Erklärung sehr gut abgeholt. Die ganze Diskussion ist eigentlich nur entstanden, weil Sie in Ihrem ersten Post so knapp argumentiert haben. Dadurch sind Assoziationen erstanden, die so nicht hätten sein müssen.

          • Viktor
            19.03.2026 At 10:18

            Hier hätte ich mir eher eine Nachfrage gewünscht wenn es als zu knapp formuliert erscheint, als mich reflexartig in eine Schublade zu stecken und dann von oben herab belehren zu wollen.

            @David:

            Sie, David, tun genau dies. Anstatt nachzufragen was Sie evtl. nicht verstehen oder wie etwas gemeint sein könnte, bombardieren mich mit Ihrer Meinung in einer Art und Weise, die einem jegliche Diskussion mit Ihnen verleidet.

            Nur weil ich das Wort "Klimaneutralität" verwendet habe, springt bei Ihnen ein Programm an. Herr Pawlow wäre stolz.

            • David
              20.03.2026 At 22:55

              Moin. Wollen Sie nun auf meine Argumente aus dem Kommentar vom 18.03 eingehen oder sind Sie nicht an der sachlichen Argumentation interessiert? Ich habe Sie an keiner Stelle beleidigt, sondern mit Zahlen und Argumenten konfrontiert, auf die Sie bisher erneut nicht eingegangen sind.

              Meine Reaktion auf Ihre erste, undifferenzierte und nicht mit Fakten belegte Behauptung war der Versuch zu erklären, warum man eine solche Aussage nicht so simpel aufstellen kann. Ich habe zudem erläutert, dass diese Art der Rhetorik typisch ist für Positionen, die stark vereinfachen und komplexe Sachverhalte ohne Belege mit ideologischen Schlagworten verbinden – ähnlich wie man es in populistischen Argumentationsmustern findet. Dabei geht es nicht um Ihre Intention, sondern um eine nachvollziehbare Interpretation Ihrer bisherigen Kommentare.

              Was stört Sie an dieser Argumentation, und wo sehen Sie, dass ich mich irre?

              In Ihrer Darstellung haben Sie dann gesagt, dass offensichtlich zu wenig Redundanz beim IT-Dienstleister vorhanden war – eine Position, der ich vollkommen zustimme, sonst wäre es ja vermutlich nicht zu dem Ausfall gekommen. Die Verbindung zum Thema Klimaneutralität, ein Thema, das Sie selbst ins Spiel gebracht haben, haben Sie bis heute jedoch nicht begründet oder belegt.

              Sie haben außerdem in einem Nebensatz behauptet, dass der „Auspuff sich etwa bei starker Bewölkung hier in einem polnischen Kohlekraftwerk befindet“. Ich habe versucht, diese Punkte mit Zahlen und Argumenten einzuordnen, worauf Sie bisher nicht eingegangen sind.

              Sie hatten jederzeit die Möglichkeit, Ihre Position darzulegen und mir mit Argumenten zu erklären, wie Sie zu Ihrem Schluss gekommen sind. Ich habe mehrfach darum gebeten. Auch während meiner, zugegeben langen, Kommentare habe ich direkt Fragen gestellt: "Das hat aber doch erst einmal nichts mit Klimaneutralität zu tun? Wo sehen Sie hier die Verbindung?"

              Diese Fragen sind bisher unbeantwortet geblieben. Wenn Sie an einer inhaltlichen Diskussion interessiert sind, stehe ich dafür sehr gerne zur Verfügung. Wenn jedoch Behauptungen ohne Belege aufgestellt werden, muss das kritisch hinterfragt werden – so funktioniert sachliche Argumentation.

              Ich erkenne, dass meine Art, Argumente und Kritik direkt und klar zu formulieren, für manche konfrontativ wirken kann. Es ist völlig legitim, wenn Ihnen dieser Stil nicht gefällt oder Sie ihn als zu scharf empfinden. Dennoch ändert das nichts an der Substanz meiner Argumente oder der Validität meiner Kritik. Mein Anliegen ist nicht, persönlichen Geschmack zu treffen, sondern die Diskussion auf nachvollziehbare Fakten zu lenken.

              Ich behaupte auch nicht, die ganze Wahrheit zu kennen, weshalb ich auch frage, ob Sie Ihre Position mit Belegen und Argumenten untermauern können. Wenn sie sehr gute Argumente haben, dann können sie mich überzeugen.

              Um die Diskussion zu fokussieren, hier meine zentralen Fragen zusammengefasst:

              1. Können Sie konkret erklären, wie exakt dieser IT-Ausfall mit Klimaneutralität zusammenhängt?
              2. Und auf welche Quellen oder Daten stützen Sie diese Aussage?
              3. Sehen Sie selbst mögliche Vereinfachungen in Ihrer Darstellung und dass das Thema etwas komplexer ist, als Ihr erster Kommentar mutmaßen lässt?
              4. Welche meiner Argumente halten Sie für falsch und warum?
              5. Ist Ihre Aussage eher eine Vermutung oder basiert sie auf überprüfbaren Fakten?
              6. Welche konkreten Mechanismen sehen Sie, die Klimapolitik und Vorfälle solcher Art verbinden?
              7. Woher nehmen Sie die Behauptung zu den E-Autos und können Sie diese belegen?

              VG David

              • Viktor
                21.03.2026 At 09:41

                Wie ich bereits schrieb, mit ihrer Art verleiden Sie einem jegliche Diskussion. Ich habe meine Punkte dargelegt, was Sie daraus machen ist Ihre Sache.

                • David
                  21.03.2026 At 12:08

                  Moin. Das ist sehr schade. Ich habe Ihre Kritik an meiner Ausdrucksweise ernst genommen und versucht darauf einzugehen.

                  Dafür hatte ich explizit nochmal für mich zentrale Fragen formuliert um ihre Position besser zu verstehen und mögliche Missverständnisse zu vermeiden. Ziel war es ausdrücklich nicht, Sie „von oben herab zu belehren“ oder Sie in eine Schublade zu stecken, sondern eine sachliche Auseinandersetzung über Argumente und Fakten zu ermöglichen. Da es sich um komplexe Themen handelt, mag dies vielleicht wie eine „Bombardierung“ mit Worten gewirkt haben – komplexe Sachverhalte benötigen nun einmal oft ausführlichere Erläuterungen. Dass Sie dennoch unter dem Hinweis „meiner Art“ aussteigen, vermittelt für mich den Eindruck, dass Sie sich der inhaltlichen Diskussion entziehen, obwohl eine echte Klärung Ihrer Position weiterhin möglich gewesen wäre. Dafür habe ich die Fragen formuliert, welche nun unbeantwortet bleiben.

                  Das ist natürlich Ihr gutes Recht und niemand zwingt Sie zu dieser Diskussion. Gleichzeitig lebt eine Diskussion jedoch vom Austausch von Argumenten und nicht von persönlichen Empfindlichkeiten. Dafür muss einem nicht immer die Ausdrucksweise oder Argumentationsstruktur des anderen gefallen und die darf man auch kritisieren. Dies ändert jedoch nichts an der inhaltlichen Validität der Argumente. Ich nehme Ihre Kritik an meinem Stil ernst und habe daher versucht soweit ich es für sinnvoll hielt dieser zu begegnen.

                  Unabhängig vom ganzen Thema wünsche ich ihnen noch ein schönes Wochenende und einen guten Start in den Frühling.

  • Viktor
    10.03.2026 At 15:53

    Wenn Klimaneutralität wichtiger als Redundanz ist, passiert genau dies. Hier sieht man auch anschaulich was ein Papier mit ISO 9001 und ISO 27001 Wert ist.

    • David
      13.03.2026 At 17:25

      Der angebliche Zusammenhang zwischen einem IT-Ausfall und Klimaneutralität hat mich echt zum Lachen gebracht. Danke für diesen Beitrag; das war wirklich Comedy-Gold. :)

      Klimaneutralität bedeutet bei Rechenzentren in der Regel Dinge wie effizientere Kühlung, Nutzung von Ökostrom oder generell bessere Energieeffizienz der Infrastruktur. Das hat mit der technischen Redundanz von Systemen erst einmal nichts zu tun. Redundanz betrifft Architekturentscheidungen wie mehrere Stromzuführungen, Notstromaggregate, gespiegelte Systeme oder sogar zweite Rechenzentrumsstandorte. Hierbei kann ebenfalls ein Batteriespeicher zum Einsatz kommen, welcher wie ein Dieselgenerator, aber geladen mit Ökostrom, als Notaggregat dient.

      Vielleicht haben Sie mehr Einblick in die entsprechende IT Firma als ich und wissen von internen Informationen wo Redundanz unter dem Argument der Klimaneutralität nicht beachtet wurde. Das bezweifle ich aber stark. Beweisen Sie mir aber gerne das Gegenteil.

      Wichtig: Nur weil ein Rechenzentrum mit 100 % erneuerbarem Strom betrieben wird, verursacht das keinerlei Ausfälle. Ökostrom ist genauso stabil nutzbar wie fossiler Strom, und Netzbetreiber gewährleisten identische Versorgungssicherheit. Das gilt auch im Kontext der Energiewende. Moderne Energieinfrastrukturen sind auf Schwankungen bei der Erzeugung erneuerbarer Energie vorbereitet, unter anderem durch intelligente Netze, Speicherlösungen und Reservekapazitäten. Ein solcher IT-Ausfall kann daher niemals auf den Einsatz von Ökostrom zurückgeführt werden. Ich empfehle den obigen Artikel zu lesen, in welchem eindeutig Hardware Probleme genannt wurden.

      Wir haben übrigens laut Fraunhofer ISE in Deutschland immer noch knapp 35GW Gaskraft installiert und ca. 30 GW Kohle. Damit und mit den weiteren wetterunabhängigen Stromerzeugungsmethoden und Speichern können wir übrigens auch im Falle einer deutschlandweiten Dunkelflaute ausreichend Strom erzeugen.

      Ein Ausfall zeigt auch nicht automatisch, dass keine Redundanz vorhanden ist. Selbst sehr stark redundant ausgelegte Rechenzentren können Störungen haben, etwa durch Hardwaredefekte, Stromprobleme, Softwarefehler oder Probleme beim Hochfahren komplexer Systeme. Redundanz reduziert Risiken und Ausfallzeiten, Sie macht Technik aber nicht unfehlbar.

      Auch der Verweis auf ISO 9001 und ISO 27001 geht daneben. Diese Normen definieren Management- und Sicherheitsprozesse, also z. B. Risikobewertungen, Notfallkonzepte, Dokumentation und regelmäßige Verbesserungen. Sie garantieren keine störungsfreie Hardware und auch keine hundertprozentige Verfügbarkeit. Man kann auch ein Risiko richtig bewerten und dann Pech haben das eine Hardwarekomponente, welche sonst sehr haltbar ist, frühzeitig kaputt geht.

      Aus einem einzelnen IT-Vorfall eine angebliche Entscheidung „für Klimaneutralität statt Redundanz“ abzuleiten, wirkt daher weniger wie eine technische Analyse, sondern eher wie das bekannte Muster aus bestimmten politischen Echokammern: Ein beliebiges Ereignis wird genommen und sofort mit einem ideologischen Feindbild verknüpft; in diesem Fall „Klimaneutralität“. Genau so funktionieren viele Verschwörungsnarrative aus populistischen Online-Milieus: komplexe Sachverhalte werden ignoriert und stattdessen einfache Schuldzuweisungen konstruiert, die gut ins eigene Weltbild passen.

      Vielleicht unterstelle ich Ihnen damit etwas, das nicht zutrifft - falls ja, bitte ich um Entschuldigung. In jedem Fall empfehle ich Ihnen, sich an mit der Realität und den Fakten zu beschäftigen, anstatt voreilige Schlüsse oder inhaltsleere Behauptungen zu verbreiten.

      • Jürgen Lang
        16.03.2026 At 09:40

        Lieber David, vielen Dank. Ich war drauf und dran etwas zu schreiben, hatte aber echt nicht den Nerv dazu. Schön, dass Du Dir diese Mühe gemacht hast. Und ja - besonders der vorletzte Abschnitt zu den "bestimmten politischen Echokammern" (- sehr schöner Begriff), bzw. zur obigen, polemischen "Blaupause" ist sehr treffsicher. :-)

Kommentar hinzufügen

Die abgesendeten Daten werden zum Zweck der Veröffentlichung als Leser-Kommentar verarbeitet und gespeichert. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ANZEIGEN
Hawle Treppenlifte
Maro Einbauküchen
Bröltaler Autoservice