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'Kaufhaus Schuhmacher' soll Besitzer wechseln

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

Mitten im historischen Ortskern Ruppichteroths steht das ehemalige Kaufhaus Schuhmacher zum Verkauf. Um 1850 an der Burgstraße erbaut, hat es eine bewegte Geschichte hinter sich.

Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Wilhelm Willach das Haus und lebte dort mit seiner Familie. Unter seinen zwölf Kindern waren Otto und Hugo Willach, die 1889 mit ihrem Industriebetrieb für Beschlagtechnik die Ruppichterother Geschäftswelt prägten. Heute noch existieren die zwei Firmen, Gebrüder Willach GmbH und Huwil-Werke, die aus der Spaltung des Familienunternehmens hervorgingen. Der Bruder Christian Willach übernahm das Haus und die Kolonialwarenhandlung seines Vaters, führte diese bis 1912/1913 fort. Danach trat das erste Mal der Name Schuhmacher auf.

Walter Schuhmacher, eine Neffe Christian Willachs, übernahm Anwesen und Geschäft. Bis 1939 richtete er drei Zimmer für ein kleines Hotel mit Gaststätte ein. Die Gaststätte wurde aufgegeben, als das Haus 1957 zum "Kaufhaus Schuhmacher" umgebaut wurde. Lebensmittel und Textilien gingen seitdem über die Ladentheke. In dieser Form bestand der Betrieb bis 1967, danach versuchte sich eine Bonner Textilkette als Mieterin. Schon 1980 wechselte das Haus sein Gesicht, eine Bonnerin erwarb es. Ihre Tochter eröffnete in der linken Gebäudehälfte die wenig erfolgreiche "Diva-Kneipe", daneben entstand eine Pizzeria, die vor mehr als zehn Jahren auszog. Seither steht das Anwesen leer.

Vor einem Jahr inserierten die Erben das Domizil, seit einem Jahr findet sich kein Interessent. Immobilienmakler Sven Möller wendete sich an den Bürgerverein Ruppichteroth, der Voritzende Wolfgang Steimel und seine Vorstandskolleginnen Sibylle Wieber, Annette Happ und Christiane Cars wiederum an die Ratsfraktionen der Gemeinde. In einem offenen Brief wollen sie "eine Diskussion anregen, wie man das Gebäude in seiner Fachwerksubstanz retten kann, und zudem versuchen, Einfluss zu nehmen, es einer Nutzung zuzuführen, die in Ruppichteroth auch im Hinblick auf einen wünschenswert zunehmenden Tourismus fehlt".

Man würde es gerne sehen, wenn das ehemalige Kaufhaus Schumacher renoviert und dort ein Café, ein kleines Hotel oder etwas ähnliches eingerichtet würde. Nach Wolfgang Steimel wäre die einfachste Lösung, die Gemeinde kaufe das Haus. Aber auch er weiß, dass das den finanziellen Rahmen sprengen würde. Dabei ist der alleinige Kaufpreis von rund 200 000 Euro nicht die einzige Investition, hinzu kämen nach Schätzungen von Professor Dr. Wolfgang Harth noch 600 000 Euro für Sanierungsarbeiten. Die Familie Harth erwarb und restaurierte aufwendig das ehemalige Schullandheim in Ruppichteroth und zuletzt die Traditionsgaststätte Halang, heute unter dem Namen "Gasthaus an St. Severin". Auch an sie wendete sich der Bürgerverein, Dr. Harth schloss den Kauf des Kafhauses Schuhmacher jedoch aus. Von den Ratsfraktionen liegt bisher noch keine schriftliche Antwort vor. Professor Harth glaubt allerdings, dass sich ein Liebhaber finden wird. Vielleicht sogar ein Ruppichterother. Bis dahin geht die Suche nach einem Käufer weiter.

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