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Seniorengerechtes Wohnen im Kaufhaus?

Von Nicolas Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

Die Zukunft des über 150 Jahre alten 'Kaufhaus Schuhmacher' steht momentan noch in den Sternen, private Investoren werden händeringend gesucht (wir berichteten). Nun hat das Thema auch Einzug in das Ruppichterother Rathaus gehalten ? als möglicher Wohnraum für Senioren.

In der letzten Sitzung des Gemeinderates forderte die SPD-Fraktion in einem Antrag, Rat und Bürgermeister mögen sich um Investoren bemühen, die auf gemeindeeigenen Grundstücken seniorengerechte Wohnformen anbieten. ?Geeignet wäre ein Grundstück an der Brölstraße, sowie in Winterscheid am Weiher?, erläuterte SPD-Fraktionsvorsitzender Horst Alenfelder. Darufhin brachten die Grünen das ehemalige 'Kaufhaus Schuhmacher' ins Gespräch. ?Wir müssen diesen Schandfleck in der Ortsmitte bereinigen?, so Erika Beyhl. Nach ihrer Ansicht wäre ein Café oder Hotel, wie vom Bürgerverein Ruppichteroth vorgeschlagen, nicht realisierbar. ?Dafür fehlt einfach die wirtschaftliche Grundlage?, fügte sie hinzu. Stattdessen forderten die Grünen eine integrierte Gastronomie, die auch der Öffentlichkeit zugänglich sei. Die CDU begrüßte die Pläne von SPD und Grünen, ebenso wie der FDP.

Dennoch musste Bürgermeister Drawz der ersten Euphorie einen Dämpfer verpassen. Es handele sich um ein privates Objekt und die Gemeinde könne natürlich keine Vorschriften machen, wie dieses Haus in Zukunft genutzt würde. Für eine Übernahme fehlen die finanziellen Mittel. Zudem müssten an dem geschichtsträchtigen Gebäude massive Umbauten vorgenommen werden, was wiederum sehr kostspielig wäre. ?Das zweistöckige Gebäude verfügt über 175 Quadratmeter im oberen Bereich und 336 Quadratmeter im unteren. Zieht man den Platz für altersgerechte Einrichtungen und für ein Café ab, ist zu überlegen, wie viel übrig bleibt?, erläuterte Drawz. Ebenso sah dies der Fraktionschef der Liberalen, Klaus-Peter Smielick: ?Ein Seniorenwohnheim bringt enorme Anforderungen an die Bausubstanz mit sich. Sie erfordert behindertengerechte Zugänge, Aufzüge und vieles mehr.?

Zum Schluss fanden sich jedoch alle Fraktionen in seltener Einigkeit: Alternativen für seniorengerechtes Wohnen müssen her. ?Man darf nicht nur nach geeigneten Grundstücken, sondern muss auch nach geeigneten Gebäuden suchen?, resümierte Rita Winkler von der CDU. Letztendlich ginge es darum, den Bürgern, die im Alter ihr Häuschen nicht mehr selber in Schuss halten können und somit verkaufen müssen, ein geeignetes Wohnangebot anzubieten.

Trotz der Widrigkeiten ist das 'Kaufhaus Schuhmacher' an der Burgstraße nicht vom Tisch. Der Rathauschef erklärte sich sofort bereit, Gespräche mit möglichen Investoren, einer Wohnbau-Gesellschaft und karitativen Trägern aufzunehmen und zu vertiefen. Allerdings könne man nicht verhindern, dass das Haus, an wen auch immer, verkauft würde. 200 000 Euro sind als Preis veranschlagt, ?mit deutlichem Spielraum nach unten?, so Drawz.

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