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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Gemeinde kann das Stromnetz kaufen

Von Nicolas Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

Die Döörper Steckdosen beliefern vielleicht bald die Ruppichterother Gemeindewerke: Am Jahresende läuft der Stromkonzessionsvertrag zwischen der Gemeinde und RWE aus. Das Stromnetz könnte man dann vom Energieversorger abkaufen und das Geld für die Stromübertragung selbst kassieren. Sogar der eigene Verkauf von Strom wäre möglich.

Dass diese Investition sich lohnen kann, zeigte Nümbrechts Bürgermeister Hilko Redenius auf der letzten Sitzung des Hauptausschusses im Schönenberger Rathaus. Die Gemeinde Nümbrecht übernahm schon vor 13 Jahren das Stromnetz von RWE und verkauft den Strom selbst, dabei achte man auf günstige Konditionen. Seitdem führe man stetig Gewinne ein. 400.000 Euro seien es allein in den vergangenen drei Jahren gewesen, rechnete Marion Wallérus, die Geschäftsführerin der Nümbrechter Gemeindewerke, vor.

Wenn die Ruppichterother ihr Stromnetz betreiben, müssen sie aber auch für Reparaturen und Erhalt aufkommen. Unterstützung könnte es da aus Nümbrecht geben, zum Beispiel wenn es zu Störungen käme. Oder bei der speziellen Software für den Betrieb des Netzes, die eine halbe Million Euro kostet. Die könne man weitergeben, sagte Redenius. Diese Dienstleistungen ließen sich die Nümbrechter natürlich bezahlen. Durch  gemeinsamen Stromeinkauf und die zentrale Abrechnung könnten aber beide Kommunen Kosten sparen, warb Redenius. Auch bei Vertretungen und Notdiensten an Wochenenden und Feiertagen könne man zusammenarbeiten. Ein Werkstattwagen würde für Ruppichteroth und Nümbrecht ausreichen.

Jede Stromgesellschaft hat zwei Einnahmequellen: Die Stromanbieter wie RWE oder Verivox müssen zahlen, wenn sie den Strom durch das Netz leiten. Der größte Teil kommt aber von den privaten Haushalten und Betrieben, die ihren Strom von den Anbietern kaufen. Gehandelt wird der Strompreis an der Börse in Leipzig.

"Wir wollen jetzt zunächst Chancen und Risiken zusammentragen", sagte Bürgermeister Mario Loskill. Das Angebot der Gemeinde Nümbrecht sei interessant, aber man könne auch den Vertrag mit RWE verlängern oder sich einen anderen Anbieter suchen. Noch sei alles offen. Die Gemeindewerke hätten sich allerdings schon unverbindlich für eine Netzübernahme beworben.

Kommentare

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Wolfgang Domagala  11.11.2012 19:17

Ich muss zugeben, auch ich bin sehr unzufrieden mit dem derzeitgen status quo und gehe mit vg. Herrn Vogel dakor. Es findet überhaupt kein Informationsfluss statt, was zur Folge hat, dass überhaupt nicht diskutiert wird. Andere Gemeinden würden uns um die Möglichkeit beneiden. Wie soll man eine solche Enthaltsamkeit unserer Gemeinde interpretieren? Hat in unserer Gemeinde, ein einziger Bürger hier mehr Informationen und ist willens uns, den Unwissenden der Gemeinde, daran teilhaben zu lassen? Ich könnte dann die bei mir aufkommenden Spekualtionen, endlich wieder loswerden!


 
Dipl.-Kfm. Heinrich Vogel  27.01.2012 19:36

Erschreckend wenige Kommentare zu diesem Thema auf dieser Seite. Warum? Warum wird dieses für die Gemeinde so wichtige Thema einfach nicht diskutiert? Einfach verheimlicht? Wer hat Angst vor einer öffentlichen Diskussion? Muss etwas verschleiert werden?

 

Natürlich gehört eine so wichtige Versorgungsleistung in die Hand der Kommunen. Großkonzerne sind viel zu undurchsichtig für den Bürger. Viel lieber zahle ich doch für das Stromnetz (am liebsten auch für den Strom) an die Gemeinde als an einen völlig intransparenten anonymen Global Player, der mit diesem Geld unkontrolliert alles mögliche anstellt, was ich überhaupt nicht akzeptieren kann. So bleibt doch eine wichtige Einnahmequelle vor Ort, in der Hand, in der Verantwortung und in der Diskussion der Bürger.

 

Dezentralisierung und Bürgernähe machen wesentlich unabhängiger und viel weniger anfällig bei globalen Krisen aller Art. Scheuen unser Bürgermeister und unser Gemeinderat Verantwortung?


 
Ulla Br  26.06.2011 10:12

Warum tut man sich hier nicht mit Nümbrecht zusammen? Die haben Erfahrung und wie ich gelesen habe jetzt auch eine Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich. Es beunruhigt mich das es keine Infos zu dem Thema gibt.


 
Frank Kemper  02.05.2011 09:49

Hier noch mal ein paar Informationen zu den Fragen von Wolfgang Domagalla:

Die Fragen zu den vergangenen und zukünftigen Investitionen wurden ausführlich vom dafür beauftragten Beratungsbüro Rödl & Partner beleuchtet. Die Ergebnisse liegen dem Rat vor, sind aber nicht öffentlich, weil Zahlen zugrunde liegen die das RWE nicht öffentlich gemacht haben möchte.

 

Gesagt werden darf aber das verschiedene Möglichkeiten wirtschaftlich möglich wären, es wird also eine politische Entscheidung zu treffen sein.

 

Im übrigen handelt es sich hier nur um das Niederspannungsnetz, das heißt der Teil des Stromnetzes der zum Endverbraucher führt. Wenn man es mit der Verkehrsinfrastruktur vergleichen möchte, ähnlich der Gemeindestraßen. Die Anbindung von Nordseeoffshoreanlagen erfolgt, wie andere über weite Strecken reichende Verbindungen, über das Hochspannungsnetz. Also Fernleitungen, im Beispiel ähnlich wie Autobahnen. Diese wären von einer Übernahme nicht betroffen. D. h. die Gemeinde hätte auch als Betreiber des Niederspannungsnetzes keine Investitionen in Hochspannungsnetze auf dem Gemeindegebiet zu tätigen.

 

Kyrill hat damals die Gemeinde Nümbrecht schwerst getroffen. Es war die am drittstärksten betroffene Kommune in NRW. Am nächsten Morgen um 11.00 Uhr hatten alle Haushalte wieder Strom. Diese Information kommt von Frau Wallerus, Leiterin der Gemeindewerke Nümbrecht.


 
Wolfgang Domagala  30.04.2011 14:18

Es sollte geprüft werden, welche Sanierungen insb. Reparaturen RWE in der Vergangenheit vorgenommen hat? Sind an den Wartungsarbeiten auffälligkeiten, z.B. Häufungen zu erkennen? Welche Sanierungsarbeiten hätte RWE zukünftig vornehmen müssen? Welche Kosten wurden von RWE dafür vorgesehen? Wie groß war die Investitionssumme von RWE in den vergangenen Jahren insb. nach Kyrill? Welche Summe würde auf die Gemeinde zukommen, wenn die neuen Trassen gelegt werden müssen, um die Nordsee- Offshore- Anlagen ans Netz anzubinden, damit diese den Süden versorgt? Steht dies in einem akzeptablen, überschaubaren Verhältnis, muss man diese Gelegenheit nutzen und das Stromnetz kaufen. Damit hätten wir uns eine zukünftige Option gesichert. Nämlich durch Biogasanlagen, (Biomüll und Gülle habe wir zu hauf) private Photovolatikanlagen (mitfinanziert durch Zuschuss Kfw, sondern auch von den Einnahmen aus dem Netz, um möglichst schnell auf eine hohe Gemeindekapazität zu gelangen) ergänzend hierzu der Bau von einzelenen Windkraftanlagen, um letztlich zum Selbstversorger zu werden und damit die Stromkosten für unserer Gemeindemitglieder so zu senken, dass nur noch die Wartungsinvestitionen oder Neuanlagenbau übrig bleiben. Die Einnahmen aus dem Netz dürfen nur zweckgerichtet Re-Investiert werden, andere Haushaltstitel dürfen nicht bedienst werden.


 
Frank Kemper  29.04.2011 17:45

Es freut mich das Broeltal.de dem wahrscheinlich wichtigsten kommunalpolitischen Thema des Jahres den entsprechenden Platz einräumt.

 

Der Betrieb des Stromnetzes lohnt sich schon jetzt, nur eben nicht für die Gemeinde, sondern für die RWE.

 

Die Linke in Ruppichteroth spricht sich schon seit Monaten für die Übernahme aus. Und das nicht aus dem Bauch heraus, wir haben uns vorab schulen lassen um hier eigenen Sachverstand einbringen zu können.

 

Das nun auch ein CDU Bürgermeister bestätigt, dass es sich um eine lohnenswerte Investition handelt, lässt hoffentlich auch die anderen Parteien zur gleichen Schluss kommen.


 

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