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Fahrplanwechsel im September

Neue Schnellbuslinie SB 54 macht Ruppichteroth zum Knotenpunkt

Von Nicolas Ottersbach | | Wirtschaft/Politik

Wer bislang von Ruppichteroth aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Nachbargemeinden Much oder Eitorf gelangen wollte, brauchte vor allem viel Geduld. Die Fahrt über den Umsteigeknoten Hennef dauerte nach Eitorf rund 50 Minuten, nach Much waren Fahrgäste sogar rund 80 Minuten unterwegs. Mit dem Fahrplanwechsel am 2. September gehört dieser zeitraubende Umweg der Vergangenheit an: Ruppichteroth wird durch die Ausweitung der Schnellbuslinie SB 54 zu einem Knotenpunkt im regionalen Schnellbusnetz des Rhein-Sieg-Kreises. Foto: Wenn sich die Busse der Linie SB 54 begegnen, wird es eng. [Nicolas Ottersbach]

Künftig verkehrt die Linie SB 54, die bislang zwischen dem Overather Bahnhof und Much pendelt, täglich von früh bis spät im Stundentakt über Ruppichteroth bis zum Bahnhof Eitorf. Für Pendler und Schüler bringt das eine erhebliche Erleichterung. Die Fahrtzeit zwischen Ruppichteroth und den beiden Nachbarkommunen Much und Eitorf verkürzt sich auf jeweils rund 25 Minuten – ganz ohne Umsteigen. In Eitorf besteht Anschluss an den Schienenverkehr der Siegstrecke, während in Overath die Züge der Aggertalbahn Richtung Köln und Oberberg erreichbar sind. Zudem werden die Fahrpläne auf die im Bröltal verkehrende Schnellbuslinie SB 53 abgestimmt, um reibungslose Anschlüsse zu gewährleisten. 

Diese Dörfer profitieren besonders

Von der neuen Streckenführung profitiert nicht nur der Kernort Ruppichteroth. Für etliche Außenorte bedeutet die Neuerung einen spürbaren Sprung in der Nahverkehrsanbindung. Die Dörfer Bornscheid, Oberlückerath, Niederlückerath, Rose, Hambuchen, Gießelbach, Retscheroth und Millerscheid erhalten erstmals  eine regelmäßige Busanbindung an allen Wochentagen im festen Takt. Bislang war das Homburger Bröltal abseits des ehrenamtlichen Bürgerbus-Angebots kaum durch reguläre Linien erschlossen. Durch den neuen Linienverlauf über Marienfeld, Bruchhausen, Hambuchen, Ruppichteroth, Schönenberg, Bornscheid und Rankenhohn können zudem bisherige grenzüberschreitende Schulbusfahrten zwischen Much und Ruppichteroth entfallen. 

Die neuen Linien bringen aber auch Probleme mit sich: Gerade auf den schmalen Dorfstraßen tun sich die Busse manchmal schwer, durchzukommen. Immer wieder kam es in den vergangenen Tagen dazu, dass sich die Busse gegenseitig blockierten und es zeitweise kein Vor und kein Zurück gab.

Dass die Querverbindung zwischen dem Norden und dem Osten des Rhein-Sieg-Kreises realisiert werden kann, liegt vor allem an Förderungen. Der zuständige Zweckverband go.Rheinland bewilligte für die räumliche Verlängerung bis Eitorf Mittel von gut 1,83 Millionen Euro. Für die Weiterführung der bereits 2021 eingerichteten Stammlinie Overath–Much um weitere fünf Jahre bis 2031 fließen knapp 1,152 Millionen Euro an Fördergeldern in den Kreis. 

Kommentare

  • Dieter Wienand
    03.10.2026 At 07:30

    Heilfroh und dankbar bin ich, dass die Linie SB54 Overath - Eitorf endlich eingerichtet wurde. Auf Broeltal.de hat sich ja eine interessante und lebhafte Debatte über dieses Thema entwickelt. Sie zeigt uns, wie wichtig diese Buslinie ist. Und wie notwendig sie war. Natürlich gibt es einen Bürgerbus, der kleine Ortschaften anfährt. Für dieses ehrenamtliche Engagement möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal besonders bedanken. Dazu gebe ich gleichzeitig zu Bedenken: der Bürgerbus deckt andere Bedürfnisse ab. Hier geht es darum, in erster Linie ein Angebot für ältere, schwächere und nicht mehr mobile Menschen bereitzustellen, damit diese in Kontakt bleiben und zu ihren Terminen kommen können. Ein Linienbus erfüllt ganz andere Anforderungen: Arbeiter und Angestellte, Pendler*innen, Schüler*innen und wir alle wollen von früh morgens bis abends pünktlich zu unserem Ziel hin und zurück befördert werden.

    Ob die Busse momentan noch leer oder ob sie noch voll werden, spielt doch gar keine Rolle. 20 Jahre gab es hier gar keinen Bus. Auf diese Situation hatten wir uns einrichten müssen. Und um ehrlich zu sein: Aus der Not heraus hatten wir uns alle hier "auf dem Land" ein jedes mögliche Fahrzeug angeschafft, wenn wir es uns denn leisten konnten, - um von A nach B zu kommen. Um uns, die die Oma und den alten Onkel dahin zu bringen, wo sie hin müssen. Das hat nun ein Ende.

    Wir persönlich sind sehr froh über diese ÖPNV - Angebot! Heute mag mancher Bus noch leer und dunkel erscheinen. Na und? Es gilt, in die Zukunft zu denken. Wir brauchen den ÖPNV mehr denn je. Also sollten wir ihn unterstützen, nutzen und fördern, statt zu jammern. Wir sind persönlich an Köln angebunden und dringend auf solch eine Verbindung angewiesen. Wermutstropfen: jetzt gibt es diese Busverbindung endlich. Und: zu guter Letzt steht und fällt alles mit der weiteren Bahnanbindung ab Eitorf nach Köln. Ab November 2026 wird für ein halbes Jahr kein Zug mehr fahren. Wir hoffen dann auf den Schienenersatzverkehr.

  • Bernhard Buchta
    28.09.2026 At 13:15

    Ich wohne in Hänscheid und sehe laufend wie fast leere und ganz leere Busse der Linie 531 im Stundentakt vorbeifahren. Für normale ländliche Verhältnisse, so muß ich sagen, sind das hervorragende Verbindungen. Für Fahrten nach Hennef, benutze ich, soweit wie möglich den Bus. Deswegen weis ich auch, das ab Winterscheid und dann ab Bröl, die Busse meist gut besetzt sind. Deshalb kann ich nur empfehlen, benutzt diese Busse, bevor sie wieder wegen Fahrgästemangel abgeschafft werden.

  • Stefan
    27.09.2026 At 21:39

    Alle halbe Stunde fährt hier ein großer Bus durchs Dorf – hin und zurück. Meist sitzt außer dem Busfahrer niemand im Bus. Umso erstaunlicher ist die hohe Taktung. Die Frequenz wirkt, als wäre dieser Pendelverkehr für eine wesentlich größere Zahl von Menschen ausgelegt, als ihn derzeit tatsächlich nutzt. Da frage ich mich: Warum hält man ein solches Angebot mit dieser Intensität vor? Rechnet man künftig mit einem deutlich höheren Bedarf?

    Ein Gedanke, der sich dabei aufdrängt: Bereitet man sich möglicherweise auf eine Situation vor, in der viele Menschen ihr eigenes Auto nicht mehr oder nur eingeschränkt nutzen können – etwa wegen einer Treibstoffknappheit oder anderer Versorgungsprobleme – und deshalb auf öffentlichen Pendelverkehr angewiesen wären?

    Das ist ausdrücklich eine Vermutung. Aber angesichts der auffällig hohen Fahrfrequenz bei gleichzeitig extrem geringer Auslastung wäre es interessant zu erfahren, welche Planungen und Annahmen hinter diesem Angebot stehen. Vielleicht könnte die Kreisverwaltung hier für etwas Transparenz sorgen.

    • David
      28.09.2026 At 08:27

      Man muss schon eine gewisse Fantasie entwickeln, um aus einem Linienbus, der im ländlichen Raum im Stundentakt (da SB53 und 531 nicht die selben Haltestellen anfahren) seine Runde fährt, ein mögliches Indiz für eine bevorstehende Treibstoffknappheit oder den Zusammenbruch des Individualverkehrs zu machen.

      Dabei ist ein Stundentakt auf dem Land keineswegs eine außergewöhnlich hohe Taktung, sondern gerade der Versuch, überhaupt ein halbwegs brauchbares ÖPNV-Angebot aufrechtzuerhalten. Wer auf dem Land auf den Bus angewiesen ist, kann schließlich nicht viel damit anfangen, wenn der Bus nur dann fährt, wenn statistisch gerade genügend Fahrgäste zusammenkommen. Ein verlässlicher Takt ist Voraussetzung dafür, dass Menschen ihren Alltag danach planen können für den Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Arzt, zum Einkaufen oder zum Umsteigen auf andere Linien.

      Und natürlich wird ein solcher Bus auf manchen Fahrten fast leer sein. Das ist bei einer dünn besiedelten Region nun einmal die Kehrseite eines Angebots, das nicht nur zu den zwei oder drei nachfragestärksten Zeiten, sondern möglichst verlässlich über den Tag hinweg funktionieren soll. Würde man jede Fahrt nach der momentanen Auslastung infrage stellen, hätte man am Ende genau den Effekt, über den sich anschließend wieder alle beschweren: Der Bus fährt so selten und unzuverlässig, dass niemand mehr damit plant und weil niemand damit plant, wird er noch weniger genutzt.

      Ausgerechnet die geringe Auslastung einzelner Fahrten als Beleg dafür zu nehmen, dass im Hintergrund womöglich bereits für eine große Versorgungskrise vorgesorgt wird, ist deshalb schon ziemlich abenteuerlich. Vielleicht steckt hinter dem Fahrplan tatsächlich einfach der wenig spektakuläre Gedanke, dass auch Menschen auf dem Land ein verlässliches öffentliches Verkehrsangebot brauchen.

      Ist das ein Plusgeschäft rein finanziell? Mit Sicherheit nicht, aber das ist auch nicht der Anspruch. Nicht hinter jedem leeren Sitz steckt ein Notfallplan. Manchmal ist ein leerer Bus einfach ein leerer Bus.

  • Lilly
    12.09.2026 At 08:48

    Bin zwar heute nicht mehr davon betroffen, aber ich finde es sehr gut, dass es jetzt eine, vor allen Dinge, kurzgetaktete Busverbindung gibt. Seinerzeit waren meine Ausbildungsplätze in Much und in Eitorf nur mit einem schwach motorisierten Zweirad erreichbar, weil ich u 18 war. Da war es einfacher in die Schule nach Siegburg und Bonn zu kommen als links und rechts über die Berge vom „Doorp“ aus gesehen.

  • Michael Stommel
    10.09.2026 At 22:08

    Anfang der 80er Jahre gab es noch eine Busverbindung zwischen Schönenberg und Eitorf, Haltestellen in Rose, Nieder- und Oberlückerath, Bornscheid, Bornscheider Kreuz, … wurde dann leider eingestellt. Auch über Wingenbach, Kämerscheid, Kesselscheid gab es einen regelmäßigen Linienbus, wurde dann auch leider eingestellt.

    Heute werden die Anbindungen der Außenorte in unserer Gemeinde durch den Bürgerbus gewährleistet und aufrecht erhalten, es sind alles Ehrenamtliche Fahrer und Fahrerinnen, die mit viel Herzblut die kleinen Dörfer verbinden und hier eine gewisse Mobilität herstellen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für euren Einsatz.

    Mehr öffentlichen Personennahverkehr, gern mit kleinen Bussen wie auch in anderen Gemeinden wäre sicherlich für unsere Gemeinde ein großer Schritt und mehr als Wünschenswert. Schon einmal dabei, ist auch eine Schaffung und Benennung von Pendlerparkplätzen dringend nötig, denn was nutzt die beste Buslinie wenn sie nicht erreichbar ist, oder nur bestimmten Orten vorbehalten ist. Gibt noch viel zu tun für Rat und Verwaltung, aber ist umsetzbar!

  • Monika
    10.09.2026 At 12:46

    Schön das wieder Busse fahren.

  • Nici
    10.09.2026 At 10:15

    Ich finde es richtig toll, dass die Busverbindungen erweitert wurden! Gerade für Familien, Schüler und alle, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, ist das eine wirklich wichtige und tolle Verbesserung. Vielen Dank für diese Erweiterung!

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