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Aus zwei Raiffeisenbanken soll eine werden

Von Nicolas Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

Die Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth soll Mitte 2016 mit der Raiffeisenbank Sankt Augustin fusionieren. Damit würde aus den beiden kleinen Genossenschaftsbanken die "Raiffeisenbank eG" entstehen, die gemeinsam etwa 25.000 Kunden betreuen, 10.000 Mitglieder und ein Bilanzvolumen von etwa 440 Millionen Euro haben würde. Foto: Die vier Vorstände Andre Schmeis, Jürgen Krämer, Ralf Löbach und Karl-Josef Schmitz.

"Wir stehen als Banken von zwei Seiten unter Druck", sagte Vorstand Ralf Löbach. Zum einen gebe es eine stetig steigende Regulatorik im Finanzsektor, zum anderen das anhaltend niedrige Zinsniveau. "Jeden Tag gibt es neue Dinge, die uns fordern." Die zunehmende Digitalisierung, aber auch Veränderungen im Kundenverhalten machten es notwendig, dass man über eine hohe Wirtschaftskraft und eine entsprechende Betriebsgröße verfüge. Gleichzeitig gelte es, die Nähe zu Kunden und die Verbundenheit zur Region zu erhalten.

Die Erträge sinken, die Banken brauchen langfristig mehr Personal. Um das zu kompensieren suchen sie sich Partner.

Mit diesem Ansatz begannen die Raiffeisenbanken im November über Kooperationsmöglichkeiten zu sprechen. "Schnell war uns klar, dass wir eigentlich keine Kooperation, sondern eine Fusion brauchen", so Karl-Josef Schmitz, Vorstand in St. Augustin. Innerhalb von vier Monaten wurde das Vorhaben den Aufsichtsräten vorgetragen, die ihr OK gaben. Um fusionieren zu können, müssen die Mitglieder auf einer Versammlung Mitte 2016 zustimmen. Dann werden die Institute rückwirkend für den 1. Januar 2016 zusammengeführt.

Die Raiffeisenbanken in Much und Ruppichteroth fusionierten bereits 1998, sie bestehen wie die Raiffeisenbank St. Augustin seit mehr als 130 Jahren.

Alle vier Vorstände, Ralf Löbach und Andre Schmeis in Much-Ruppichteroth, Karl-Josef Schmitz und Jürgen Krämer in Sankt Augustin, werden auch Vorstände bleiben. An der Spitze des Aufsichtsrates soll Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Peter Hohn und seine Stellvertreterin Barbara Wehlsch stehen. Der Aufsichtsrat selbst wird weiterhin zwölf Mitglieder behalten, die zur Hälfte aus beiden Banken kommen.

"Es ist eine Fusion auf Augenhöhe", so Löbach. Beide Banken haben etwa gleiche Bilanzvolumen. In Much und Ruppichteroth gibt es etwa zehn Mitarbeiter und 3.500 Kunden mehr. Der juristische Sitz wird in St. Augustin sein, die Gewerbesteuer allerdings nach Mitarbeitern auf die Kommunen aufgeteilt. Alle 109 Festangestellten sollen ihre Jobs behalten.

"Die Kundenmentalität unterscheidet sich zwischen Stadt und Land, die Struktur der Regionen ist auch eine andere", sagte Ralf Löbach. Da man aber an allen Standorten die gleichen genossenschaftlichen Beratungen und Schulungen habe, soll sich für die Kunden nichts ändern. In Sankt Augustin gebe es gleich mehrere Mitbewerber unter den Banken, in Much und Ruppichteroth nur die Kreissparkasse Köln.

Als Ziel für die kommenden fünf Jahre hat sich die "Raiffeisenbank eG" ein Bilanzvolumen von 500 Millionen Euro und weiteren Kundenzuwachs gesetzt.

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