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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

"Das Schwimmbad ist unser Baby"

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

Auch ohne Gäste gibt es im Ruppichterother Hallenbad jede Menge zutun. Die Fassadenverkleidung und die alte Dacheindeckung sind schon entfernt, der Gebäudesockel ist neu gedämmt. Für ihr "Baby" packt das gesamte Schwimmbadpersonal bei der Sanierung mit an. Dadurch spart die Gemeinde tausende Euro.

Die Filteranlage bauten die Schwimmeister Karl Josef Monjean und Dirk Kirstein in Eigenregie aus. "Aber auch Kassenfrauen waren sich nicht zu schade, die schwere Rohre und Teile rauszuschleppen", sagt Monjean. Beim Hubboden legten die beiden ebenfalls Hand an, Unterstützung gab es von den Gemeinde-Hausmeistern.

Die Verjüngungskur für den 40 Jahre alten Bau könnte pro Jahr bis zu 100.000 Euro Betriebskosten einsparen. Moderne Fenster und ein Wärmeverbundsystem an der Außenfassade sollen möglichst viel Wärme im Gebäude halten. Auf das marode Flachdach kommt ein Satteldach, in dem die komplette Lüftungsanlage untergebracht wird. "Die alte Styropordämmung war völlig aufgeweicht und voller Wasser", erzählt Monjean. Foto: Die Schwimmmeister Karl Josef Monjean und Dirk Kirstein

Im Keller machten die Schwimmmeister und ihre Helfer Platz für eine Pelletheizung, neue Filteranlage und Schwimmbadtechnik. Weil die Räume zu eng sind, geht es zu wie im Tiefbau: Ein kleiner Bagger gräbt sich durch die Katakomben zwischen den Fundamenten, die mit Erde zugeschüttet sind. Dort entstehen Heizraum und Pelletlager.

"Die Technik ist mit das Beste, was es zur Zeit gibt", so Monjean. Ultrafiltration ist sonst nur in der Trinkwasseraufbereitung üblich und löst die Sandfilter ab. Gingen früher knapp 20 Kubikmeter Wasser durch Filterverluste in den Kanal, sind es bald wenige Liter. "Wer gerade eine Schwimmbad-Filteranlage sucht, könnte bei uns fündig werden", sagt der Schwimmmeister. Die alte ist noch intakt und soll verkauft werden.

Geheizt wird mit Pellets statt Heizöl. Die Heizungsanlage kommt dann nur noch mit 80 Kilowatt aus, die alte leistete über 500 Kilowatt. "Etwa 80.000 Liter Heizöl verbrannten wir früher, in Zukunft werden es 40 Tonnen Pellets sein", sagt Monjean. Vor 20 Jahren waren es sogar 200.000 Liter Öl, als die alte Fußbodenheizung noch in Betrieb war. Die erwärmte mit den einfachen Rohren an der Kellerdecke gleich das ganze Untergeschoss mit.

Aber auch an den Details wird gearbeitet. "Den Flur gestalten wir um, Umkleiden und Duschen werden aufgefrischt", sagt Monjean und fügt hinzu: "Das Schwimmbad ist unser Baby". Da werden Fliesen verlegt und weggestemmt, Armaturen ausgebaut, Decken verkleidet. Das Becken bleibt dagegen so, wie es ist. Durch fast mütterliche Pflege und Wartung ist es noch in Schuss. An manchen Stellen bessern die Schwimmmeister Fugen und Fliesen aus. Der Beckenrand wird allerdings komplett erneuert, so wie der Hubboden. Der sorgte bei Defekten oft für Badschließungen, weil für Reparaturen immer das Becken entleert werden musste. Weiter benutzt wird die UV-Anlage zur Wasseraufbereitung.

Im Herbst sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Das Pilotprojekt kostet fast eine halbe Million Euro und wird durch das Bundesumweltministrium und das Forschungszentrum Jülich finanziert.

Kommentare(2)

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  • Uwe Stommel 20.05.2011 19:28

    Schön, dass es Bilder von der Sanierung gibt! Die DLRG OG Ruppichteroth freut sich schon sehr, wenn alles fertig ist! Das Bild von Karl-Josef und Dirk gefällt mir richtig gut! Also, weiterhin viel Erfolg und spuckt in die Hände ;-) !!!

    Gruß von der DLRG
    Uwe Stommel
    Geschäftsführer
     
  • Ingrid Kraus 20.05.2011 09:17

    Na dann pflegt euer Baby mal schön. Wir von der Schwimmabteilung des TV, die DLRG Leute, die Schulkinder und überhaupt alle Schwimmbadfans sind schon richtig heiß drauf, das es wieder losgeht. Wir wünschen "Gutes Gelingen" bei den noch anfallenden Bauarbeiten.
     

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