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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Die kleinen Brölbäche im Visier

Von rs | |   Wirtschaft/Politik

Die Missstände an den kleinen Bröl-Nebenbächen standen im Mittelpunkt eines Ortstermins in Nümbrecht, zu dem der Fischschutzverein Bröltal Politiker und Vertreter der Fachbehörden, des Nabu-Oberberg, der Landwirtschaft und des Aggerverbandes eingeladen hatte. Bilder: Horst Stolzenburg

Zentrales Anliegen der Angler waren die Belastungen der Bäche durch die ufernahe Nutzung der angrenzenden Wiesen und die Folgen auf das Ökosystem. Der  Vorsitzende des Vereins, Horst Stolzenburg, referierte über Situation, die er aufgrund umfangreicher Bachkontrollen am Oelsbach wie Harscheider Bach vorgefunden hatte. Über 30 Mal hatte er die Bäche 2008 kontrolliert und einen umfassenden Überblick gewonnen. Auffällig waren die vielen Viehtränken, Furtpassagen und nicht abgezäunten Bereiche an den Bächen. Dadurch, dass das Vieh ungehindert an die Bäche gelangen kann, werde die Grasnarbe aufgebrochen und das Erdreich im großen Stil in die Bäche getreten. Bei der Vielzahl der Viehtränken summierten sich die einzelnen Belastungen dramatisch auf und regelrechte Schlammwellen rauschten dann die Bäche hinunter. "Das hat schlimme Folgen", so Stolzenburg. 

Die Bröl gilt als das Vorzeigegewässer im Land, was die Wiederansiedelung von Lachs und Meerforelle angeht. Beide Arten sind sehr empfindlich und zur Vermehrung auf saubere und von sauerstoffreichem Wasser durchströmte Kiesbänke angewiesen. Die Elterntiere schlagen Laichgruben im Untergrund der Bröl und legen dort ihre Eier ab. Durch den Schlamm wird das Lückensystem dieser Kiesbänke verstopft. Forelle und Äsche sind von diesem Missstand ebenfalls betroffen. Auf diese biologischen Zusammenhänge wies auch einer der führenden Lachsforscher, Dr. Detlev Ingendahl vom Landesamt für Natur und Umwelt, hin.

Kreislandwirt Helmut Dresbach verwies auf das Brölprojekt des Aggerverbandes, das mit Landesunterstützung angelaufen sei. Man sei dabei Flächen an der Bröl aufzukaufen und sie in einen naturnahen Zustand zu versetzen. Dies geschehe in enger Kooperation mit dem Aggerverband und den Grundstückseigentümern. Die Landwirtschaft habe durchaus die nötige Sensibilität, um sich dieser Problematik zu stellen und einen Beitrag zu leisten. Oft wären auch schon Gespräche mit betroffenen Landwirten hilfreich und würden positive Veränderungen bewirken.

Helmut Schäfer als Vertreter von Bündnis 90/ Die Grünen fand es erst einmal positiv, dass dieses Thema nun auch auf die politische Tagesordnung gelange. Er will sich dafür einsetzen, dass man sich im Kreisumweltausschuss näher mit dem Thema befasst und nach Lösungsmöglichkeiten sucht. Bei den Vorberatungen zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie wäre die Politik nicht im ausreichendem Maße gehört worden. Diese Richtlinie schreibt den Mitgliedsstaaten verbindliche Regeln bei der künftigen Gewässerbewirtschaftung vor, wobei es die die Zielvorgabe ist, die Gewässer "in einen guten ökologischen Zustand" zu versetzen.

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