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Radrennen Hamburg Cyclassics Florian Jupp Ehm

Ehm beim größten Radrennen Europas auf Platz zwei

Von Nicolas Ottersbach und Florian Ehm | |   Sport

Jupp Ehm ist bei den Cyclassics in Hamburg, dem größten Radrennen Europas, aufs Treppchen gefahren. Fotos: Eindrücke vom Radrennen [Privat]

In seinem Erlebnisbericht beschreibt der 35-Jährige aus Ruppichteroth, wie die Vorbereitung und das Rennen selbst liefen. Er traf sogar einen echten Radpromi: den Profi Marcus Burghardt. Allerdings gab es auch die eine oder andere Panne. Am Ende schaffte er es auf Platz zwei von knapp 5000 Startern.

Wecker klingelt um 4 Uhr

4 Uhr Klingelte der Wecker. Warum so früh? Weil der Start in Hamburg bei den Cyclassics um 7:30 Uhr ist und 3 Stunden vor dem Rennen gefrühstückt wird. Genauso machen es auch die Profis, wie mir Marcus Burghardt, Tour de France-Teilnehmer und Deutscher Meister 2017, bei einer gemeinsamen Ausfahrt erzählte. Ja, ich habe tatsächlich den Profi am Freitag getroffen und bin mit ihmeine Runde durch Hamburg gefahren.

Aber zurück zum Rennen. Nachdem gefrühstückt wurde, wurde alles wie immer verpackt, aufgepumpt und das letzte Mal auf Toilette gegangen. Der Parkplatz war etwas außerhalb, so konnte ich mich bis zum Start warmfahren. Ich lag super in der Zeit und war kurz vor Startblocköffnung (6:45 Uhr) fast am Start, als ich merkte, dass ich beide Trinkflaschen im Auto liegengelassen hatte. Oh man Jupp, du gehst doch immer alles doppelt durch und jetzt haste doch wieder was vergessen. Dann hieß es Gas geben. Schnell zum Auto und wieder zurück, damit ich noch vorne im ersten Startblock einen Platz bekomme. 

Fünf Minuten zu spät war ich dann da und habe auch noch ein Platz in der ersten Reihe bekommen. Ich war der einzige Starter von unserem Team. Heute also keine Helfer an Bord. Dafür aber genug andere: Insgesamt waren wir auf der 60-Kilometer-Runde 4977 Fahrer! Ein riesen Feld, in dem es galt die Jungs von Stevens nicht aus den Augen zu verlieren, da sie in der Vergangenheit schon mal mit drei Ausreißern das Ding gewonnen hatten.

Attacken im Fünf-Minuten-Takt

Der Startschuss fiel und ich kam gut weg und sortierte mich vorne ein. Kurze Zeit später ließen sich auch die Stevens Jungs ganz vorne blicken. Ab dann fuhren sie Attacken im Fünf-Minuten-Takt. Sie wechselten sich dabei ab um eine Fluchtgruppe zu bilden oder einfach nur um die Gegner mürbe zu machen, weil ich jede Attacke mitgehen musste. Eine richtige Fluchtgruppe kam nie zustande und so fuhr man mit einem etwa 70 Mann starken Feld wieder in die Stadt. Je näher das Ziel kam, umso höher wurde das Tempo. Man wollte vermeiden, dass es noch einmal jemand versucht, alleine durch zu kommen.

Ich befand mich an dritter Position als ich zwei Kilometer vor dem Ziel in einer scharfen Rechtskurve hinter mir Carbon krachen hörte. Einige Fahrer hat es bei diesem Sturz erwischt. Ich konzentrierte mich weiter auf mich und fuhr mein Stiefel weiter. Einen Kilometer vor der Ziellinie doch noch eine Attacke. Für einen Sprint definitiv zu früh, aber was tun? Ich entschied mich mitzugehen. Ich sprang zum Ausreißer hin, der kurze Zeit später einbrach. Es war die 400-Meter-Marke. Dann kamen die ersten Sprinter an mir vorbei. Ich hing mich an das erst beste Hinterrad um noch ein paar Meter meine Nase aus dem Wind zu nehmen. Die Zielgerade ging leicht Berg auf in einer lang gezogenen Linkskurve.

Puls 187

200 Meter vor Ziel wusste ich jetzt oder nie und zog rechts raus. Ja, der kürzere Weg war innen und ich hatte mir auch bei der Besichtigung fest vorgenommen innen zu sein. Innen war aber belegt, also blieb mir keine Wahl. Als ich rauszog warf ich noch einen schnellen Blick auf den Computer wo mir die Zahl 179 Puls entgegenleuchtete. Ich schaffte es mich an paar Fahrern vorbeizuschieben und kam an der 75 Meter Marke auf Position sechs an. Ich hörte von draußen ein lautes Schreien. Das musste meine Frau Melissa sein!

Die Beine brannten unerträglich und ich war kurz davor aufzugeben. Ich drückte und zog an den Pedalen und schob mit einem letzten Aufbäumen das Rad über die Ziellinie. Zu diesem Zeitpunkt stand die Uhr auf Puls 187. Ich konnte nicht genau sagen welche Position ich hatte, weil es verdammt knapp war. Der Erste war klar, aber wurde ich Zweiter, Dritter oder sogar Vierter?

Ich versorgte mich mit Essen und Trinken und zückte das Handy. Ich war online als Dritter gelistet. Wow. Bei so einem Event überhaupt aufs Treppchen zu fahren ist ein Traum. Nach einer halben Stunde hatten sich dann die Rennkommissare den Zieleinlauf im Photofinish angeschaut und ich war tatsächlich auf dem zweiten Platz.

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