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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Faktencheck zum Coronavirus: Was stimmt, was nicht?

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

Rund um das neuartige Coronavirus und die damit verbundene Pandemie werden viele Falschinformationen und Halbwahrheiten verbreitet – vor allem in den Sozialen Netzwerken, aber auch in den Kommentaren von broeltal.de. Die Journalisten von correctiv.org haben sie überprüft und erweitern ihre Liste stetig. Wir haben ein paar der häufigsten Falschinformationen zusammengetragen. Foto: Symbolbild [Pixabay]

Behauptung: Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass es keine Übersterblichkeit durch Covid-19 in Deutschland gibt und der Lockdown nicht gerechtfertigt ist

Bewertung: Teilweise falsch

Youtuber Samuel Eckert argumentiert anhand von Zahlen des Statistischen Bundesamts, dass 2020 in Deutschland trotz Corona nicht mehr Menschen starben als in den Vorjahren. Relevant für die Berechnung der Übersterblichkeit ist jedoch der Zeitraum, in dem es Todesfälle durch Covid-19 gab, nicht das ganze bisherige Jahr. Das bestätigte uns das Bundesamt auf Nachfrage.  Anstatt den Zeitraum zu betrachten, in dem es Todesfälle durch Covid-19 in Deutschland gab, schaut er sich das ganze bisherige Jahr an. Zudem berücksichtigt er nicht die Auswirkungen der sehr schwachen Grippewelle dieser Saison auf die Statistik. Hier geht’s zum Faktencheck vom 12. Juni.

Im Moment sind die Zahlen bis zum 20. September 2020 darstellbar. Bis März 2020 war bei einer monatsweisen Betrachtung kein auffälliger Anstieg der Sterbefallzahlen im Vergleich zu den Vorjahren erkennbar. Im April lagen die Sterbefallzahlen allerdings deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre; seit Anfang Mai bewegten sich die Sterbefallzahlen zunächst wieder etwa im Durchschnitt. Im August waren sie allerdings wieder erhöht. Dies geht offenbar auf eine Hitzeperiode zurück. Auch die Sterbefallzahlen der ersten September­wochen liegen etwas über dem Durchschnitt der Vorjahre.

Behauptung: Aktuelle Todeszahlen von Covid-19 seien mit älteren Daten zu Grippe vergleichbar

Bewertung: Größtenteils falsch

Auf Facebook werden Todesfälle der Grippewelle 2017/2018 mit aktuellen Todeszahlen von Covid-19 verglichen. Es wird suggeriert, dass die Maßnahmen zur Bekämpfung von Corona zu stark seien. Doch der Vergleich zwischen Grippe und Corona hinkt. Faktencheck vom 5. Oktober.

Behauptung: Die Bundesregierung habe Mitte September einen Immunitätsausweis beschlossen

Bewertung: Falsch

Auf einer Webseite wird behauptet, es wäre Mitte September ein Gesetz beschlossen worden, das die Einführung eines Immunitätsausweises erlaube. Das ist falsch. Diese Idee gab es, sie wurde jedoch schon Anfang Mai aus dem Gesetzentwurf gestrichen und nie umgesetzt. Faktencheck vom 21. Oktober.

Behauptung: Die WHO habe „zufällig“ zugegeben, dass Covid-19 weniger gefährlich sei als die Grippe

Bewertung: Falsch

Auf Facebook wurde die Behauptung verbreitet, die WHO habe „zufällig“ zugegeben, dass die saisonale Grippe gefährlicher sei als Covid-19. Das stimmt jedoch nicht. Ein WHO-Mitarbeiter hat lediglich bei einer Präsentation den geschätzten Anteil der mit SARS-CoV-2 Infizierten an der Weltbevölkerung genannt. Um die Gefährlichkeit der saisonalen Grippe ging es nicht. Faktencheck vom 20. Oktober.

Behauptung: Das Tragen von Alltagsmasken führe zu Sauerstoffmangel im Gehirn

Bewertung: Größtenteils falsch

Beim Maskentragen käme es zu Sauerstoffmangel im Blut, behauptet eine Frau in einem auf Facebook verbreiteten Video. Durch den Sauerstoffmangel würde das Gehirn geschädigt – besonders bei Kindern und Jugendlichen. Zudem behauptet sie, dass es sich bei Covid-19 nur um eine „mittelschwere Grippe“ handele. Beides stimmt nicht. Faktencheck vom 19. Oktober.

Behauptung: Covid-19 sei keine gefährliche Krankheit und nur eine „Laborpandemie“

Bewertung: Größtenteils falsch

In einem Video auf Youtube behauptet ein Urologe aus Baden-Württemberg, Covid-19 sei keine gefährliche Krankheit. Vielmehr handele es sich um eine „Laborpandemie“, bei der zwar das Virus, aber keine Krankheit nachgewiesen werde. Seine Behauptungen sind größtenteils falsch und führen in die Irre. Faktencheck vom 13. Oktober.

Behauptung: Schweizer Bundesamt für Gesundheit belege, dass PCR-Tests keine Infektion mit SARS-CoV-2 nachweisen würden

Bewertung: Teilweise falsch

In Sozialen Netzwerken und Blogs wird ein Satz aus einem Merkblatt des Bundesamts für Gesundheit in der Schweiz verbreitet. Angeblich belege dieser, dass PCR-Tests keine Infektion mit SARS-CoV-2 nachweisen können. Die Aussage wurde jedoch falsch interpretiert. Faktencheck vom 4. September.

Behauptung: Vergleich Todeszahlen und Fälle von Influenza mit dem neuartigen Coronavirus; eine Million Menschen seien durch Corona arbeitslos geworden; die Suizidrate gestiegen

Bewertung: Teilweise falsch

In einer Grafik, die auf Facebook geteilt wird, werden Todesfälle durch Grippeviren mit den Todesfällen durch das neuartige Coronavirus verglichen. Es entsteht der Eindruck, dass sich die Zahlen auf Deutschland beziehen – gemeint ist jedoch Österreich. Die Angaben sind zudem nicht alle korrekt und der Vergleich nicht sinnvoll. Es wird außerdem behauptet, eine Million Menschen seien wegen der Corona-Krise arbeitslos und die Suizidrate sei gestiegen; dies ist falsch beziehungsweise unbelegt. Faktencheck vom 15. September.

Behauptung: Die Maßnahmen gegen Covid-19 hätten wenig bis keine Effekt, Zahlen seien falsch

Bewertung: Teilweise falsch

In einem viralen Video auf Youtube mit dem Titel „Die Zerstörung des Corona-Hypes“ behauptet ein Psychologiestudent aus Ulm unter anderem, dass die Maßnahmen gegen Covid-19 wenig bis keinen Effekt hatten. Er will mit Fakten überzeugen. Doch die Berechnungen, die er anstellt, stellen teils Daten falsch dar. Der einstündige Film ist dadurch irreführend. Faktencheck vom 9. September.

Behauptung: Es gibt keine Beweise für Existenz des neuartigen Coronavirus

Bewertung: Teilweise falsch

Der Musiker Xavier Naidoo kritisiert im Verlauf eines Videos das Vorgehen der deutschen Regierung. Man nehme in Kauf, dass Menschen sterben. „Wir müssen so machen, als gäbe es eine tödliche Pandemie“, sagt Naidoo dann. Und: „Bringt uns verdammt nochmal Beweise, dass dieses Ding echt ist.“ Damit impliziert der Musiker, dass es angeblich keine Pandemie gebe und das neuartige Coronavirus nicht echt sei. Man müsse sich jetzt „wehren“, sagt Naidoo weiter. Naidoo lässt dabei zentralen Kontext aus: Es gibt etliche wissenschaftliche und teils jahrzehntealte Erkenntnisse zu Coronaviren – und mittlerweile hunderte detaillierte Studien zum neuen Virus SARS-CoV-2 und der daraus resultierenden Lungenerkrankung Covid-19. Dazu kommen die Forschungsergebnisse einzelner Virologen und Epidemiologen. Zum Faktencheck vom 24. April.

Kommentare

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Ira D.  03.11.2020 22:28

Ergänzung zum Faktencheck: Helios Kliniken veröffentlichen ihre Belegung mit Corona-Patienten täglich. Alle 87 Kliniken. Das gibt ein recht flächendeckendes Bild zur Lage. Davon kann sich jeder selber überzeugen: www.helios-gesundheit.de/qualitaet/auslastung/


 
Werner Lieb  24.10.2020 19:46

Die Hersteller von Masken selber empfehlen eine begrenzte Tragedauer. Masken im Krankenhaus, OP Raum werden ständig gewechselt. Wer macht das draussen? Dass sich in diesen Masken, Pilze, Viren und Bakterien viel besser halten, ist logisch oder? Laufen sie mal 6 Stockwerke mit, dann ohne Maske hoch. Manchmal reicht etwas Hausverstand, da braucht man keine staatlich subventionierten Faktenchecker, die vor Gericht schon Niederlagen einstecken musste. FG


 
Gertrud Berg  25.10.2020 15:27

Wenn man die Maske auch außerhalb von Krankenhäusern Regelmäßig wechselt, ist das alles kein Problem. Mittlerweile gibt es fast Überall Masken zu kaufen und egal, ob es sich um Einweg oder mehrfach verwendbare Masken handelt, man kann immer welche zum wechseln dabei haben, Ich sehe da kein Problem drin.

Klar halten sich darin Viren usw, das ist doch der Sinn der Sache?! Sie tragen die Maske um andere vor IHREN Viren zu schützen und wenn alle Masken tragen, dann sinkt die Gefahr, dass Viren sich unkontrolliert in der Luft verbreiten. Ich möchte nur mal darauf hinweisen, dass sie ihre Unterwäsche ja vermutlich auch mehr als 10 Stunden täglich tragen, da landen auch alle möglichen Pilze, Bakterien, Viren usw drin und das in unmittelbarer nähe zu ihren Schleimhäuten und da machen sie auch nicht so nen Aufstand drum.


 
Werner Lieb  28.10.2020 04:49

Sie Expertin, vor Viren schützen nur spezielle Masken, ab FFP2 aufwärts, aber nicht irgendwelche Stofflappen im Gesicht. Es geht um Bakterien, Pilze die sich in den Masken sammeln. die man immer wieder einatmet. Auch das macht krankt. Abstand halten, in die Armbeuge nießen, das sollte man beherzigen. Kurzfristiges Tragen ok, aber nicht stundenlang irgendwelche durchfeuchte Fetzen tragen die eher krank machen anstatt zu helfen.


 
Michael  02.11.2020 10:19

"Staatlich subventionierten Faktenchecker". Entlarvende Wortwahl. Ihr ganzen "Experten" und Besserwisser geht mir mächtig auf den Keks. Seid einfach solidarisch und haltet euch an Regeln. Mehr will niemand von euch, erst Recht keine pseudofundierten Empfehlungen.


 

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