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Fußball von den Briten geklaut

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

Seit jeher sind Fußball und Turnen die beliebtesten Sportarten beim TuS Winterscheid. Die Athleten von "Turnen Siegfried 1923 Winterscheid" begründeten auch 1923 den Verein, der dieses Jahr sein 90. Jubiläum feiert. Regelmäßig trafen sie sich im Saal der Gaststätte Halber, um sich an Reck und Barren zu trainieren. Unter der Leitung von Lehrer Prange, der an der Schule im benachbarten Fußhollen unterrichtete, wurde schon wenig später an den ersten Wettkämpfen teilgenommen. 1929 schlossen sich ein paar Fußballbegeisterte zur ersten Mannschaft zusammen, beide Abteilungen verschmolzen noch im gleichen Jahr zum "Turn- und Sportverein".

Da es damals noch keinen Sportplatz gab, wurde kurzerhand auf Kuhweiden Fußball gespielt. Der Ärger mit den Bauern war vorprogrammiert: Sie bangten um den Zustand ihrer Wiesen und vertrieben die Jugendlichen. Abhilfe schaffte Pastor Toussaint Quadflieg. Er überließ dem Verein aus dem Eigentum der Pfarrgemeinde kostenlos das Grundstück, auf dem sich noch heute der Kunstrasenplatz befindet. Allerdings mit einer Bedingung: "Sonntags hat während der Andacht von 15 bis 16 Uhr der Spielbetrieb zu ruhen."

Geräte und die Sportbekleidung mussten die Kicker selbst besorgen, zu den Auswärtsspielen fuhren sie auf dem Drahtesel. Der erste eigene Lederfußball kam übrigens von den britischen Besatzungstruppen. In Ingersau auf der Brölstraße spielten die Soldaten Fußball, ein strammer Schuss landete jenseits der Bröl auf unbesetztem Gebiet. Fußballer Franz Walterscheid nutzte die Gelegenheit und stibitzte das Leder. Die ersten Tore zimmerten sich die Jungs aus Brettern, die der Graf von Nesselrode gespendet hatte. Repro: Die Fußballer im Gründungsjahr 1929, stehend v.l. Hubert Fuchs, Bernhard Ahr, Karl Fuchs, Willi Ahr, Josef Fuchs, Hubert Müller, Willi Honrath. Kniend v.l. Heinrich Walterscheid, Josef Ahr, Franz Ahr, Willi Alda. (Privat)

Nach dem Krieg wurde erst 1955 wieder der Spielbetrieb aufgenommen, es fehlte das Geld. Die Turner hingegen hatten schon 1948 wieder mit dem Sport angefangen. 1957 gründete sich der Turnverein "Jung-Siegfried TuS Winterscheid 1923" neu, bis 1970 sollte es dauern, dass sich beide Vereine zum heutigen "TuS Winterscheid" zusammenschlossen. Nach und nach kamen neue Abteilungen hinzu, mittlerweile bietet der Verein seinen über 800 Mitgliedern Tischtennis, Volleyball, Badminton, Gymnastik, Jiu-Jitsu, Tanzen, Tennis, Turnen und Fußball an.

Beim Festakt rund um das Sportlerheim präsentierten sich die Abteilungen. In der Turnhalle hatte der Verein eine Hüpfburg für die Kleinen aufgebaut, dort konnten auch sämtliche Turngeräte ausprobiert werden. Im Zelt lockte die Disco nicht nur mit Musik, sondern auch mit alkoholfreien Cocktails. Nicht umsonst hatte sich der Verein beim Fest so sehr auf den Nachwuchs konzentriert. "2013 wollen wir die Arbeit mit Jugendlichen und Kindern weiter ausbauen", sagt Vorsitzender Hermann Aholt. Neben einem Kinderspielplatz soll auch ein Kleinspielfeld errichtet werden. Für das wird vereinseigenen Tennisanlage umgebaut und ein Feld von 25 mal 25 Metern zum Bolzplatz umfunktioniert. "Dort kann dann zu jeder Zeit gekickt werden", erklärt Aholt. Auf dem neuen Kunstrasenplatz war das bisher nicht möglich, Nachbarn hatten sich über die Lautstärke beschwert. Investieren will der Verein auch in die medizinische Ausrüstung. Weil es in den vergangenen acht Jahren drei Tote auf dem Winterscheider Sportplatz gab, steht neben dem Erste-Hilfe-Koffer bald ein mobiler Defibrillator.

Die gesamte Vereinschronik und Festschrift mit vielen Bildern gibt es auf der Internetseite des TuS Winterscheid.

Surftipp: www.tus-winterscheid.de

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