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www.broeltal.de

Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Gemeinsamer Kampf gegen die Wassermassen

Von Nicolas Ottersbach | |   Blaulicht

Fast zwölf Stunden waren die Feuerwehrleute aus Winterscheid und Ruppichteroth im Dauereinsatz. Schon gegen 4:30 Uhr in der Nacht waren Bäche und Erdreich so überschwemmt, dass sich das Wasser in die Häuser drängte. Insgesamt rückten die Helfer zu 20 Einsätzen aus. In Bröleck stand der Brölbach-Pegel bei 1,70 Metern - normal sind 30 Zentimeter. Seit 15 Uhr hat sich die Lage wieder entspannt.

Oft stand das Wasser über einen Meter hoch in den Kellern der Häuser im Bröltal und an den Nebenflüssen. Von Haus Brölau in Oeleroth, über Gebäude in Schönenberg bis in die Bauernschänke in Bröleck. Beim Fleischverarbeiter Willms wurde das wertvolle Gewürzlager in letzter Sekunde vor den Fluten geschützt. Im privat genutzten Teil der Kreissparkasse in Schönenberg hätte eigentlich eine kleine Pumpe anspringen sollen, die versagte allerdings. An viele Stellen setzten die Wehrmänner ihre Pumpen ein, um die Wassermassen aus den Gebäuden zu transportieren. Damit nicht noch weiteres Nass nachfließen konnte, wurden Sandsäcke zu Schutzmauern aufgebaut. Weil so viele nötig waren, mussten nach und nach mehrere hundert Stück befüllt werden.

Auch wer auf dem Berg wohnte, war vor dem Regen, der seit Samstag herunterkam, nicht sicher. In Kesselscheid lief das Wasser den Hang herunter bis auf die Terrasse, durch Treibgut verstopfte wie vielerorts der Abfluss. Dabei wurde sogar der Fischteich unterspült und die Teichfolie vom Grund gelöst.
Die Eitorfer Straße in Ruppichteroth war ein reißender Sturzbach, weil die Kanäle überfüllt waren und das Wasser aus den Gullideckeln herausdrückte.

Der fünfköpfige Einsatzstab im Ruppichterother Feuerwehrhaus behielt zwar trockene Füße, hatte zeitweise aber feuchte Hände. "Weil die Leitstelle im Rhein-Sieg-Kreis wegen der Unwetterlage überfordert ist, koordinieren wir unsere Einsätze selbst", sagte Gemeindebrandinspektor Karl-Friedrich Seuthe. Um der Lage Herr zu werden, teilten die alten Hasen die komplette Feuerwehr in zehn kleine Gruppen ein. "Da spielt Erfahrung eine große Rolle", so Seuthe. Man wusste genau, wo es brenzlich werden könnte, kommandierte Einsatzkräfte auch schon mal vorsorglich ab. So konnte beispielsweise verhindert werden, dass der Steiner Bach in die Werkstatt der Gebrüder Willach floss. Auch für den Nachschub war man im Feuerwehrhaus zuständig. Weil fünf Pumpen in den Haushalten blieben, mussten weitere aus der Zentrale in Siegburg geordert werden.

Unterstützung für die rund 80 Feuerwehrleute gab es nicht nur vom Bauhof und den Gemeindewerken, sondern auch von vielen Anwohnern. Wer nicht selbst mit anpacken konnte, schmierte Brötchen und servierte Kaffee. Bei Willms gab es natürlich Mettwürstchen als Dankeschön.

Zum Glück machte das Löschfahrzeug "großer Rupp" erst schlapp, als die Einsatzwelle überstanden war. Mit Problemen an der Kupplung musste er aus dem Dienst genommen werden, vermutlich bleibt er bis zum neuen Jahr in Reparatur. Sein Ausfall wird durch die umliegenden Löschzüge kompensiert.

Übrigens: Obwohl die Führungskräfte des Ruppichterother Löschzuges (broeltal.de berichtete) von ihren Ämtern zurückgetreten waren, packten sie alle wie gewohnt mit an. Feuerwehr ist eben Ehrensache.

Bildergalerie: Hochwasser im Bröltal

Kommentare

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Hartmut Höffgen  23.12.2012 19:39

Ein Glück dass es einen solchen öffentlichen Druck auf den Bürgermeister und den kom. Wehrleiter gab, die wollten das Problem mit dem Löschzug Rupp. bis nach Weihnachten "aussitzen".

 

Die "Krisensitzung" am 21.12. beim Löschzug und das Verantwortungsbewusstsein der Feuerwehrleute haben Schlimmeres verhindert. Ganz ganz großes Danke an die Feuerwehr Ruppichteroth, verbunden mit der Hoffnung auf eine Lösung des nicht gelösten Problems in 2013.


 

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