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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Grundschüler in der Bröltal-Manege

Von Ariane Fries | |   Magazin

Emilie fliegt hoch durch die Luft. Gehalten wird sie nur durch die Hände von René Ortmann. Er selbst hängt kopfüber an einem Trapez, das durch die Manege schwingt. In etwa drei Metern Höhe zeigt das Duo artistische Figuren. Das Publikum im Zirkuszelt schwankt zwischen Atem anhalten und lautem Jubel. Auch Mutter Marzena ist stolz auf ihre achtjährige Tochter, aber ein wenig blass im Gesicht ist sie dennoch. "Mein Herz...", sagt sie lachend. Zuvor war schon Zwillingsschwester Arissa als Akrobatin durch das Rondell gewirbelt.

Emilie und Arissa zeigten beim großen Finale einer ziemlich außergewöhnlichen Projektwoche in der GGS Schönenberg was sie und ihre Mitschüler statt Schreiben und Rechnen gelernt hatten. Denn innerhalb von fünf Tagen wurden aus den 82 Schulkindern Artisten, Clowns, Dompteure und Zwerge. Am Freitag hatten sie ihren großen Auftritt vor rund 400 Zuschauern. Dafür hatten René Ortmann und sein zehnköpfiges Team gesorgt. Sie betreiben den Circus Rondel, eine Art mobile Zirkusschule.

Am Wochenende parkten die Zirkusleute ihre Wagen auf dem Schulgelände, die Eltern halfen beim Aufbau des Zeltes und schon am Montag zeigten Ortmann und seine Truppe den Mädchen und Jungen was sie erwartet. Jeder durfte sich selbst aussuchen wo sie mitmachen wollten. Wer unschlüssig war, dem half Ortmann bei der Entscheidung. "Die haben wirklich ein unglaubliches Gespür für die Kinder", sagte Peters. Das drei-Stunden-Programm wurde dann innerhalb von drei Tagen einstudiert. "Diese Zeit hat die Kinder sehr zusammengeschweißt", erklärte Peters. "Sie lernen das Miteinander, Vertrauen in sich und andere und wie viel sie aus eigener Kraft stemmen können."

Zum ersten Mal hatte Schulleiter Rainer Peters die Veranstalter aus Peine vor drei Jahren nach Schönenberg geholt. Der Anstoß für die Zirkusbegeisterung liegt bei dem Schulleiter allerdings noch viel weiter in der Vergangenheit. Seit 18 Jahren ist der heute 63-Jährige an der Grundschule. Schon in seinem zweiten Jahr war er bei einer "hausgemachten" Vorstellung der Zirkusdirektor in der Turnhalle. Und dann entdeckte er den Circus Rondel im Internet. Die Mannschaft buchte er sogleich zum 100-jährigen Bestehen der Schule 2012.

Sofort nach der ersten Zirkuswoche stand fest: Das wird wiederholt. Eigentlich im Rhythmus von vier Jahren. "Damit jeder Schüler ein Mal in den Genuss kommt", sagte Peters. Aber der Pädagoge geht dieses Jahr in den Ruhestand und vier seiner Kollegen verlassen ebenfalls die Grundschule. "Ein Generationenwechsel steht uns bevor", fasste Peters zusammen. Grund genug den Zirkus ein Jahr früher an die Schule zu hole. Ohne das Engagement der Schüler und Sponsoren wäre das dennoch nicht möglich gewesen. Im vergangenen Jahr hatten die Schüler bei einem Spendenlauf den Grundstein gelegt: 4780 Euro kamen zusammen. Obendrauf packten die Raiffeisenbank Schönenberg, die Firmen Eymold und Fehlen, das Ehepaar Mikulla sowie Peters und seine Kollegen gemeinsam 2100 Euro

. Aber so ganz uneigennützig war die Idee auch nicht. Obwohl er keine Rede geplant hatte, hatte Peters trotzdem Fliege, Melone und weiße Handschuhe dabei. "Ja, ich wollt's nochmal haben", gab er zu und ließ wissen "Ich ging auch ans Trapez." Musste er aber nicht. Zum Abschluss durfte er in die Manege und eine kleine Rede halten.

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