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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Harther haben ihre Pumpe wieder

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

Sie war verschollen: Die Lambach-Pumpe der Dorfgemeinschaft Harth. Robert Brüge, Helmut Schmidt, Herrmann Schneider und Heinz Alex haben sie wiedererweckt, als historisches Industriedenkmal. 1909 wurde sie das erste Mal in Betrieb genommen und stellte bis 1971 die Wasserversorgung des Dorfes sicher. Dann geriet sie in Vergessenheit. Feierlich weihte die Dorfgemeinschaft jetzt "ihre" Pumpe ein. Foto: v.l. Robert Brüge, Helmut Schmidt, Herrmann Schneider und Heinz Alex

Als man sie im Juli 2008 versuchte aufzuspüren, war sie im eingestürzten Pumpenhaus verschüttet. Mit Baggern musste die Pumpe im Saurental, gegenüber der Sperberteiche, ausgegraben werden. Der Transport des drei Tonnen schweren Kolosses gestaltete sich schwierig, hatte man doch kein Fahrzeug, dass für dieses Gewicht ausgelegt war. "Also bauten wir sie auseinander", erzählt Robert Brüge. In Einzelteilen ging es dann nach Harth, die Restauration konnte beginnen: Entrosten, Reparieren, Schmieren, Streichen. Das vierköpfige Team war dafür bestens besetzt, Brüge ist Elektriker, Schmidt Werkzeugmacher, Schneider Schreiner und Alex sorgte als Koch so manches Mal für das leibliche Wohl. Anderthalb Jahre arbeiteten sie daran.

Nach ihrem Hersteller "Maschinenfabrik Wilhelm Lambach" aus Marienheide ist die Lambach-Pumpe benannt. Sie kommt ohne Elektrizität aus und wird nur durch Wasserkraft angetrieben. Dafür reichen schon kleine Quellen wie der Saurenbach aus. Früher kostete die hochmoderne Maschine rund 2500 Reichsmark, was etwa dem Preis eines Wohnhauses entsprach. Die Dorfgemeinschaft Harth verlegte die Rohre nach Harth und das Ortsnetz damals selbst.

Um die Pumpe errichteten die Harther eine Blockhütte, geschmückt mit alten Bilden, technischen Informationen und sogar einem Tagebucheintrag von der ersten Inbetriebnahme. Durch die Fenster kann das neue Denkmal an der Ecke Bonnenweg und Geranienweg jederzeit beobachtet werden, wenn auch nur im Stillstand. "Die Pumpe würde zwar laufen, doch hat sie sich jetzt ihren Ruhestand verdient", so Brüge. Erste finanzielle Unterstützung gab es von der Dorfgemeinschaft, Kreissparkasse und Raiffeisenbank zogen mit großzügigen Spenden nach und auch die Gemeinde Ruppichteroth bezuschusste das Bürgerprojekt. "Schon vor hundert Jahren hat diese Pumpe die Dorfgemeinschaft zusammengeschweißt - heute tut sie es auch noch", sagte Ehrenbürgermeister Hartmut Drawz bei der feierlichen Einweihung.

Der Tagebucheintrag:

Dieser Tag ist ein Gedenktag der Ortschaft Harth. Ein sehr großer Tag. Seit Jahrhunderten haben unsere Ahnen mit Mühe und Not die schweren Eimer aus unserem Brunnen getragen. Im Winter bei Eis und Schnee und im Sommer bei der größten Hitze.
Wer von unseren Groß- und Urgroßeltern hätte gedacht, dass dieses jetzt aufhören sollte. Sie jaben sich krumm bis ins Grab getragen. Aer der alte Gott lebt noch. Er hat unser gedacht der treue Gott. Er wird es auch erhalten. Dafür müssen wir ihm zuförders danken. Gestern, am 16. dieses Monats hat unser Pumpenlieferant Herr Lambach unter großem Jubel aller Vereinsmitglieder die Pumpe in Bewegung gesetzt.
Heut ist schon der Hochbehälter 25 cbm schon halb vollgelaufen. Die Quellen sind sehr stark. Heute Nachmittag haben iwr schon den Kranen aufgedreht. Und in Zeit von zwei Stunden war das Wasser schon so rein und klar, dass man es schon trinken konnte. Das war eine große Freude.

Dieses schreibt mittags den 17. September 1909
Heinrich Söhn in Harth bei Ruppichteroth

Kommentare

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Michael Sachse  01.09.2010 13:05

Ausgehend von der Wichtigkeit des Wassers als Grundlage allen Lebens will die Dorfgemeinschaft Harth diese historische Pumpeneinheit wieder in das öffentliche Bewusstsein zurück rufen.

 

Es gelang Helmut Schmidt, Robert Brüge,Hermann Schneider und Heinz Alex die Lambach-Pumpe ohne Funktion, nur in ihrer technischen Schönheit als oberirdisches Schaustück zu restaurieren. Im Ortsteil Harth ist die Gemeinde Ruppichteroth um ein Stück Technikgeschichte reicher.

 

?Alte Pumpe sei´s zufrieden,

Wasser wird aus dir nicht mehr fließen.

Einst in grosser Wassernot,

kam aus dir das Nass zum Brot.

Schön bist´wieder anzuseh´n für all´

die vorüber geh´n?.

 

Mein Dank´gilt allen Mitarbeitern am ?Projekt historische Wasserpumpe Harth?. Nur durch ihre fundierten technischen Kenntnisse ihrem Pioniergeist und ihrer praktischen Fähigkeiten war es möglich, die historische Wasserpumpe in alter Schönheit wieder herzustellen.

 

Michael Sachse

Oberlückerath


 

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