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Hauptschule in der Krise

Von Nicolas Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

"Wir brauchen für die Hauptschule eine Entscheidung, kein Blabla", mahnte Bürgermeister Mario Loskill auf der gemeinsamen Sitzung von Rat und Schulaussschuss. Der Ton war scharf im Forum der Hauptschule. Schließlich ging es um den Fortbestand der einzigen öffentlichen weiterführenden Schule in Ruppichteroth. Und der ist "akut gefährdet", heißt es vom Schulministerium Nordrhein-Westfalen.

"Die jetzige Schulsituation der Hauptschule wird keine Zukunft haben", so Peter Steiner vom Bochumer Planungsbüro Komplan, das die Ruppichterother Schulentwicklungsplanung untersuchte. Zwar sind die Schülerzahlen in den Grundschulen in Ruppichteroth, Schönenberg und Winterscheid konstant und deren Bestand auch künftig ungefährdet. An der Hauptschule sind sie in den vergangenen fünf Jahren allerdings von 285 auf 133 geschrumpft. Damit bekommt man knapp einen Zug pro Jahrgang zusammen. Sinkt die Zahl wie berechnet unter 108, wird die Schule dicht gemacht. "Wir brauchen einen Kooperationspartner", sagte Loskill dem Rat. Eine eigene Schule sei nicht mehr realisierbar. "Und wenn sie kooperieren, sind sie immer der schwächere Part", fand Steiner deutliche Worte. In Ruppichteroth müsse man sich mit der Außenseiterrolle arrangieren.

Von den ehemals vier Varianten bleiben noch zwei übrig: Die mit Eitorf und Windeck anvisierte Gesamtschule hat das Schulministerium abgelehnt, weil eine Schule nicht an drei Standorten bestehen darf. Die Waldbröler orientieren sich an einer Schullösung mit Morsbach. Als Möglichkeiten bleiben noch Nümbrecht und Much. "Es geht nicht mehr darum was wir wünschen, sondern was wir müssen", sagte Alexander Fuchs von der CDU-Fraktion. Letztendlich entschieden auch die Eltern, auf welche Schule sie ihre Kinder schickten.

Das Modell mit Nümbrecht sähe eine Fusion der Hauptschulen vor. "Der natürliche Partner wäre aber Much", so Steiner. Mit Realschule und Hauptschule könnten die beiden Berggemeinden eine Gemeinschaftsschule gründen. Die favorisiert auch die Landesregierung in ihren Schulplänen. Mit dieser neuen Modellschule könne man vielleicht den Schulstandort Ruppichteroth etablieren, so die Stimmen aus dem Rat. "Wir sind gesprächsbereit", versicherte der Mucher Bürgermeister Alfred Haas Loskill schon im Vorfeld.

Am Ende der zwei Stunden dauernden Diskussion stand ein zweiteiliger, einstimmiger Beschluss: Loskill soll mit Much und Nümbrecht verhandeln. Wenn man sich noch in diesem Jahr einigt, könnte schon im übernächsten Schuljahr mit der Umstrukturierung begonnen werden. Die jetzigen Züge der Hauptschule würden aber wie gewohnt ihren Abschluss machen.

Kommentare

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Erik Feck  05.11.2010 23:37

Das Gebäude der Hauptschule Ruppichteroth wird so schnell nicht leer stehen, eher wird eine Umstrukturierung das ganze System auf Vordermann bringen (wie im letzten Abschnitt zu lesen ist). Von daher ist der Umbau nach EnEV eine durchaus sinnvolle Investition. Auf lange Sicht ist die Sanierung für den Steuerzahler günstiger als durchgehend hohe Nebenkosten zu zahlen.


 
Katrin Jäger  04.11.2010 20:45

Angesichts der ungesicherten Zukunft der Hauptschule ist es mir ein Rätsel, warum die Gemeinde jatzt so viel Geld für die energetische Sanierung des Gebäudes in die Hand nimmt. Was nützt eine energieeffiziente Schule, die dann leer steht??? Kann man so mit Steuergeldern herumschleudern?


 

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