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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Huwil-Gelände: Vier Mieter stehen fest

Von Nicolas Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

Edeka, Rossmann, Kik und Penny: Diese vier Geschäfte haben den Mietvertrag für das neue Einzelhandelszentrum auf dem ehemaligen Huwil-Gelände schon unterschrieben. Nach ersten Planungen des in Investors Schoofs aus Kevelaer ist nun noch Platz für drei Fachmärkte und einen Tierfuttermarkt. Kommt nichts dazwischen, sollen die Gebäude frühestens Ende 2013, eher 2014 bezugsfertig sein. Auf dem großen Huwil-Parkplatz ist ein Gewerbegebiet für Handwerker angedacht. Grafik: Huwil-Gelände nach derzeitigem Planungsstand

Da die bestehenden Verträge für den Pennymarkt im Osten Ruppichteroths am Jahresende auslaufen, ist ein Umzug geplant. Edeka-Markt-Betreiber Volker Jung schließt die Übernahme des neuen Marktes auf dem Huwil-Gelände bisher aus. Wie die Vorhaben von Schoofs in die Ruppichterother Geschäftswelt passen, untersucht derzeit noch die BBE Handelsberatung.

Um einen Zwischenbericht vorzustellen, kam Diplom-Volkswirtin Corinna Müller in die vergangene Sitzung des Ausschusses für Planung und Umweltschutz. Ihr Fazit: Ruppichteroth hat ein "erhebliches Defizit" im Lebensmittel-Vollsortiment, bei Drogeriewaren, Bekleidung, Schuhen, Haushaltswaren und Apotheken. Gut ausgestattet sei man mit Discountern, Bau-, Garten- und Kfz-Bedarf. Zusätzlich haben die Planer einen zentralen Versorgungsbereich festgelegt: Er geht vom Huwil-Gelände im Westen bis zum Pennymarkt im Osten. Der Edeka-Markt Jung gehört nicht mehr dazu. Grafik: Zentraler Versorgungsbereich (BBE Handelsberatung)

Nach Küppers Vorstellung sollen alle Geschäfte bequem zu Fuß erreichbar sein, denkbar wäre auch eine Brücke über den Brölbach, um Wege zu verkürzen. Das sorgte bei den Ausschussmitglieder für Unmut. "Die Kunden werden keine 700 Metern zu Fuß gehen, um einzukaufen", sagte Ludwig Neuber von der CDU. Dr. Henning Floto von der FDP kritisierte das festgestellte Defizit, "ich halte das für sehr theoretisch und warne davor, Schreckgespenster zu wecken." Auch Klaus-Dieter Müller vom Schaufenster Ruppichteroth, der als Gast im Ratssaal saß, hatte Bedenken bei der Abgrenzung der Einkaufsmeile: "Es ist nur ein Zwischenbericht, da muss nachgebessert werden." Das Einkaufszentrum sei eine Stärkung für den Standort Ruppichteroth, aber auch die bestehenden Geschäfte müssten geschützt und unterstützt werden. 

Der neue Lebensmittelsupermarkt müsse 1200 bis 2000 Quadratmeter groß sein, um eine moderne Auswahl bieten zu können. "Im Sortiment sind dann rund 15.000 Artikel", so Küpper. Der jetzige Edeka-Markt Jung habe nur eine Fläche von 300 Quadratmetern und sei damit für die Zukunft nicht gewappnet. Die vier Discounter bietet den Kunden jeweils etwa 1200 Artikel an, die durch ihr niedriges Preisniveau trotzdem ihre Berechtigung hätten. "Der Lebensmittelhandel ist in Ruppichteroth ein Magnetbetrieb", sagte Küpper.

Derzeit fließe die Hälfte der Ruppichterother Kaufkraft in die umliegenden Kommunen ab, weil dort das Angebot besser sei. Während 84 Prozent der Bürger ihre Lebensmittel vor Ort kaufen, sind es bei Bekleidung und Schuhen gerade einmal 15 Prozent. "Diese Kunden müssen wir hier behalten", sagte Küpper. Nur diese Zahlen der Kaufkraft in der eigenen Gemeinde sind später für die Genehmigung der Bezirksregierung relevant. Durch den Pendlerverkehr würden die Einzelhändler an der Brölstraße zusätzlich profitieren.

Schützen möchten die Politiker ein Industriedenkmal: Am wahrscheinlichsten sind die alten Shed-Dächer mit den Backsteinfassaden. Diese könnten in den Neubau einbezogen werden, dafür gibt es sogar Fördermittel der Bundesregierung. Das alte Fachwerkaus wird vermutlich abgerissen, dort sollen zwei Geschäfte entstehen. Foto: Die alten Shed-Dächer im Westen

Kommentare

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Dr. Henning Floto  22.09.2012 15:45

Sehr geehrte Frau Seuthe, das von Ihnen beschriebene Szenario, bei dem Menschen unter die Räder kommen und im Ergebnis ein KIK entsteht, kann durch eine Mehrheit bei der Abstimmung im Gemeinderat von Ruppichteroth noch verhindert werden. Das heißt, wer im Gemeinderat für die Planung stimmt, kann nicht behaupten, dies sei ein nicht verhinderbarer Nebeneffekt der Entwicklung gewesen. Auch ich bin von der IGNORANZ derjenigen, die derzeit ohne jede Rücksicht auf alle anderen Geschäftstreibenden und Bürger ihr Ergebnis durchziehen wollen, erschrocken. Freundliche Grüße, Dr. Henning Floto.


 
A&K Seuthe  19.09.2012 08:47

Wir haben uns eigentlich sehr gefreut über die Nachricht vom Einzelhandelszentrum, und nun steht fest, wir bekommen einen KIK (so ziemlich das übelste was die Textilindustrie zu bieten hat). Edeka Jung wird im Zweifelsfall seine Existenz verlieren, das gibt einem ganz schönen Dämpfer. Schade, dass bei solchen Projekten immer Menschen unter die Räder kommen und man dann behauptet, es sei ein nicht verhinderbarer Nebeneffekt der Entwicklung :-( .

 

Wir kennen uns auch nicht aus mit der Materie und vermuten mal, dass die Gemeinde selber letztenendes wenig bis kein Entscheidungsrecht hat, wen Schoofs in seine Geschäfte ziehen lässt. Wir hoffen, dass der Rest mit weniger IGNORANZ geplant wird. Ansonsten könnte man ja einen günstigen Baumarkt, einen Billigelektrofachhandel und vieleicht einen Outletstore für Esprit und Bonita einplanen, damit der Rest des Einzelhandels dann auch noch in die Knie geht. Oder man holt TEDI, INFERNO und Co zu KIK dazu, damit wir neben dem Angebot der bisherigen Geschäfte eine Menge Ramsch kaufen können. Da erfreut sich dann die RSAG, wenn wir demnächst unsere Tonnen alle zweiwöchentlich abholen lassen können ;-)

 

Einzelhandleszentrum JA, aber bitte nicht ohne Rücksicht auf Verluste der bestehenden Geschäfte!!! Dann kann es eine Bereicherung für die Gemeinde werden!


 
Angie B.  14.09.2012 22:03

Also das Tierfutterangebot in Bröleck ist definitiv zu dürftig. Da bekommt man nicht alles und wenn, dann nicht unbedingt von der Qualität und Wertigkeit, die ich meinen Tieren zumuten möchte. Das Angebot in dem Bezug ist nun mal nur sehr rudimentär.


 
Waltraud Sülzner  14.09.2012 12:19

Der Edeka in Ruppichteroth hat ein sehr großes und gutes Sortiment. Die Fleischtheke ist frisch und gut. Wenn man spezielle Wünsche hat, weil man z.B. eine Allergie hat, sollte man einfach mal die gute Frau Jung vom Edekamarkt fragen. Sie kann sehr viele Sachen besorgen und extra bestellen.In einem Rewe XXL wird auch nicht geschlachtet und eigene Wurst hergestellt. Ein Bekleidungsgeschäft, einen Drogeriemarkt und ein Schuhgeschäft fände ich super.

 

Vielleicht noch ein Chinarestaurant. Eine Pizzeria könnte ja wieder in den ehemaligen Rauchfang rein, das Gebäude braucht ja auch nicht leer stehen. Tierfutter gibt es ja in der Genossenschaft in Bröleck. Und etwas Sprit verfahren müssen wir ja auch sonst geht der Staat ja pleite.


 
Monique Müller  13.09.2012 17:48

Ich kann mich dem Kommentar des Herrn H. Floto nur voll und ganz anschließen. Das Gutachten von Frau Corinna Küpper ist bezügl. der Lebensmittelversorgung falsch. Ich kaufe regelmäßig in den vorhandenen Märkten ein, Frischfleisch von der Theke gibt es in guter Auswahl bei Edeka-Jung. Diese Märkte dürfen nicht mit Gewalt zerstört werden. Fehlende Geschäfte wie Schuhe, Haushaltswaren, Bekleidung, Tierversorgung sollten neu entstehen. In dem, einfach zum Ortsbild gehörenden schönen Fachwerkhaus, könnte ich mir ein Caffee sehr gut vorstellen. Von diesen Geschäftszweigen können dann die ansässigen Einzelhändler mit profitieren. Hier sollten sich diese unterstützend einbringen, je ideenreicher, umso erfolgreicher!


 
Sharon S.  12.09.2012 10:21

Meiner Meinung nach sind große leerstehende Gebäude immer ein Zeichen dafür, das eine Stadt/Ortschaft stirbt. Der alte Schleckermarkt ist und war schon immer viel zu klein und hatte daher auch nicht immer alles im Sortiment. Alle Einwohner Ruppichteroths sollten sich freuen, wenn aus dem Alten Huwil-Werk etwas Sinnvolles gemacht wird. Wir haben schon einige Defizite in der Gemeinde wie z.B. Apotheken, Tierfutter, Baumarkt, Bekleidung und am meisten Haushaltswaren. Auch frische Fleisch- und Wurstwaren sind in ganz Ruppichteroth nicht zu bekommen. Der Schlachter im Edeka hat zwar sehr freundliche Mitarbeiter, jedoch sind viele Fleisch und alle Wurstwaren für Allergiker nicht geeignet. Ein Einzelhandelszentrum würde auch weitere Käufer nach Ruppichteroth ziehen, wodurch auch die Ortsansässigen Geschäfte profitieren würden.


 
Caroline B.  11.09.2012 18:14

Es gibt immer wieder Leute die Contra-Argumente finden. Wir sollen froh sein, das endlich mal was gemacht wird und nicht nur geredet! Im Endeffekt werden die Leute die sich nun negativ äußern, früher oder später auch durch unser Einzelhandelszentrum schlendern, in diesem Sinne "Viel Spaß dabei!"


 
Jamin R.  10.09.2012 23:39

Hallo, ich hoffe nur das die Planzeichnung wie angegegben nicht im geringsten der Realität entsprechen wird, dann kann man gleich das Hochregallager stehen lassen. Und bitte, lieber Rat der Gemeinde, oder wer sich sonst noch verantwortlich für Ruppi fühlt, setzt euch dafür ein das die Fachwerkhäuser stehen bleiben, es wäre eine wirkliche Schande! Schaut man sich mal die alten Fotos der Gemeinde an, weiss man was ich meine!


 
Angie B.  10.09.2012 09:17

Da kann man dem Vorredner nur beipflichten. Lebensmittelversorgungsdefizite gibt es hier nicht. Einen Riesenmarkt ala REWE XXL braucht hier niemand. Ein Drogeriemarkt könnte durchaus auch wieder in das ehemalige Schleckerladenlokal einziehen - das reicht doch von der Verkaufsfläche und ein Leerstand würde verhindert. Ein größerer EDEKA-Markt ist ebenfalls überflüssig; der bestehende hat das ergänzt, was Lidl und Co. nicht im Verkaufsprogramm haben und die Größe ist vollkommen ausreichend.

 

Was wirklich fehlt, sind ein Tierfuttergeschäft sowie eine vernünftige Waschstraße mit SB-Waschboxen. Und - nichts gegen den ortsansässigen Baumarkt - aber es ist schon nervig, wenn man nach Hennef oder Eitorf fahren muß, wenn man Samstag nachmittags um 13:00 noch einen Satz Schrauben benötigt. Für das historische Gebäude würde sich m.E. ein schönes Cafe oder ein netter Biergarten oder Pizzeria o.ä. anbieten.


 
Dr. Henning Floto  07.09.2012 13:44

Sehr geehrte Damen und Herren,

es war nicht mein Vater Klaus Floto, der sich negativ zum Gutachten von Frau Küpper geäußert hat, sondern ich, und zwar deswegen, weil das Ergebnis des Gutachtens, es gebe in Ruppichteroth ein erhebliches Lebensmittelversorgungsdefizit, falsch ist. es sind ja schon 5 Märkte vor Ort.

Wird aufgrund dieses falschen Ergebnisses der Gutachtens von Frau Küpper, das Fachmarktzentrum errichet, dann wird dies eine Pleitewelle der Einzelhändler Ruppichteroths nach sich ziehen. Als Ergebnis des Gutachtens von Frau Küpper werden Existenzen des Ruppichterother Mittelstandes vernichtet und Großkonzerne gestärkt. Auch die These, man könne so mehr Kaufkraft nach Ruppichteroth ziehen, ist falsch. Die These wird von Menschen propagiert, die in der Verwaltung sitzen oder in einer Unternehmensberatung, also von Menschen, die nie ein Unternehmen selbst geleitet haben. Bei der in Siegburg geplanten Errichtung des Einkaufszentrums ECE, das nur mit Hilfe eines Bürgerentscheids gegen die absolute Mehrheit der CDU gestopt werden konnte, wurde dieses Argument auch angeführt. Wie wir von unseren Mandanten, bei denen es sich auch um Gewerbetreibende in Siegburg handelt, wissen, würde ein Einkaufszentrum in Siegburg auch deren Existenzen vernichten. Ich werde mich in Ruppichteroth für andere Lösungen einsetzen. Freundliche Grüße, Dr. Henning Floto.


 

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