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Paradies auf Erden

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

Als "Paradies auf Erden" bezeichnete einst der Dichter Ferdinand Freiligrath (1810-1876) das Siebengebirge. So wie er kamen um 1900 viele Menschen und wollten das seinerzeit noch wilde unwegsame Siebengebirge erkunden. Auf Postkarten berichteten sie dann den Daheimgebliebenen von der Schönheit der Landschaft. Im Siegburger Kreishaus sind bis zum 30. Juni rund 50 vergrößerte Reprografien dieser alten Postkarten und Ansichten aus dem Siebengebirge zu sehen. Bild: Frithjof Kühn und Kreisarchivarin Dr. Claudia Arndt bei der Austellungseröffnung (Rhein-Sieg-Kreis)

"Die Besucher können sich in dieser Ausstellung auf eine Zeitreise begeben und Eindrücke davon gewinnen, wie das Siebengebirge früher einmal ausgesehen hat", sagte Landrat Frithjof Kühn bei der Ausstellungseröffnung. Seit dem Aufkommen der Rheinromantik Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich das Siebengebirge nach und nach touristischen Gebiet und Erholungsraum. Im 19. Jahrhundert kam der strukturelle Wandel: In der zweiten Hälfte traten Verschönerungsvereine in Aktion, 1869 wurde der 'Verschönerungsverein für das Siebengebirge' gegründet. Sie stoppten die seit Jahrhunderten betriebenen Steinbrüche, schufen eine touristische Infrastruktur unter Nutzung technischer Innovationen, legten Wanderwege an und machten dadurch die Nutzung der Natur breiteren Bevölkerungskreisen möglich.

Bis 1914 wurden die meisten Steinbrüche stillgelegt und das Siebengebirge 1922/23 als erstes Naturschutzgebiet in Deutschland ausgewiesen. Die Königswinterer Steinhauer, die dadurch ihre Lebensgrundlage verloren, orientierten sich um. Sie setzten ihre Esel, die früher als Transportmittel für Steine gedient hatten, nun zur bequemen Beförderung der Besucher zum Drachenfels ein. Andere boten die Fahrt mit der Kutsche hinauf zum Gipfel. Stetig wuchs das Besucheraufkommen und eine Vielzahl von Hotels entstand. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte auch eine gezielte Vermarktung der Tourismusregionen, Plakate warben für den Aufenthalt. Es wurde die lithografisch hergestellte Postkarte kreiert, die sich um 1900 als Träger von Feriengrüssen in großer Zahl durchsetzte.

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