• RSS
  • Telegram
  • Twitter
  • Facebook

www.broeltal.de

Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Ruppichteroth wird zur gentechnikfreien Zone

Von Nicolas Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

Die rund 1500 Hektar Ackerland in der Gemeinde Ruppichteroth haben 29 Landwirte zur "gentechnikfreien Zone" erklärt. Der Verwaltung überreichten sie einen Antrag, über den in der nächsten Ratssitzung abgestimmt wird. "Mit der Selbstverpflichtung verzichten wir darauf, gentechnisch verändertes Saatgut auf unsere Felder zu bringen", sagt Initiator Heinz Dohrmann. Foto: stv. Bürgermeister Heinz Dieter Keuenhof, die Landwirte Günter Stommel, Heinz Dohrmann und Klaus Fischer, sowie Bauamsleitern Gabriele Wörner

Seit Juni 2010 besuchte Dohrmann seine Kollegen, um für sein Vorhaben zu werben. Gemeinsam arbeiteten dann alle Bauern die Erklärung aus, nur einer unterzeichnete sie nicht. "Viele waren skeptisch, etwas zu unterschreiben und sich zu verpflichten", so Dohrmann. Durch intensive Gespräche konnten die Befürchtungen ausgeräumt werden.

"Man kann die Gentechnik nicht kontrollieren", sagt Günter Stommel, der mit Klaus Fischer und Heinz Dohrmann die Ortslandwirte vertritt. Die gentechnisch veränderten Pflanzen bringen Pollen aus, die auch auf den Feldern der konventionellen Bauern landen und sich dann kreuzen. "Das hat in den USA dazu geführt, dass Superunkraut entstanden ist", so Dohrmann. Die Gene, die die Pflanze resistent gegen ein bestimmtes Schutzmittel machten, übertrugen sich auf die unliebsamen Gewächse. Diese Spirale setze sich immer weiter fort. Zunächst sei diese Methode einfach und günstig, langfristig gesehen aber genau das Gegenteil. Und welche Auswirkungen es für die Menschen und Tiere habe, sei unklar.

Es geht aber auch anders: Viele Bauern in der Gemeinde arbeiten mit der Fruchtfolge. In wechselnden Zyklen bestellen sie ihre Felder mit Kleegras, Mais und Getreide, dazwischen wird gehackt und gestriegelt. "Das ist aufwendig, funktioniert aber gut", sagt Heinz Dohrmann. Gedüngt wird mit Gülle oder Mist, was dem Kreislauf wieder wertvollen Stickstoff zuführt.

Leider hätten sich viele Verbraucher mittlerweile damit abgefunden, sowieso nichts gegen die Gentechnik machen zu können. "Für unsere Gemeinde ist die gentechnikfreie Zone deshalb eine gute Werbung", sagt der stellvertretende Bürgermeister Heinz Dieter Keuenhof, der früher selbst im Nebenerwerb einen kleinen Hof bewirtschaftete. Auch die Poltik solle den Vorstoß der Landwirte unterstützen.

Kommentare

Die abgesendeten Daten werden zum Zweck der Veröffentlichung als Leser-Kommentar verarbeitet und gespeichert. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Angie B.  30.08.2012 14:57

Ist mir da was entgangen? Der Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut ist doch in D. immer noch verboten, oder?

 

In Deutschland ist derzeit (seit 2011) "nur" (was schon schlimm genug ist) die BASF Gen-Kartoffel Amflora zugelassen. In einigen anderen EU-Ländern zusätzlich noch ein Monsanto-Gen-Mais. In D und F ist der Anbau dieses GV-Mais aber verboten.

 

Hat sich daran etwa inzwischen was geändert? Ist das Verbot von gentechnisch verändertem Saatgut neuerdings aufgeweicht worden? Oder was ist hier mit GV-freier Zone konkret gemeint?


 

Gewerbe

EURO-CAR-Rhein-Sieg GmbH
Altwicker Maler
Eis Cafe Tormen
Wirtshaus an St. Severin
Ralfs Rad Service

Werbung