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Trinkwasseraufbereitung auf dem Prüfstand

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

Das Trinkwasser der Wahnbachtalsperre steht auf dem Prüfstand. "Nach 15 Jahren Betriebsdauer der Trinkwasseraufbereitungsanlage haben das Kreisgesundheitsamt und der Wahnbachtalsperrenverband beschlossen, das Spektrum der bisherigen Beobachtung des Trinkwassers zu erweitern", sagt Rainer Meilicke, Leiter des Kreisgesundheitsamtes. Grund ist unter anderem der Umweltkeim, der in den vergangenen Monaten immer wieder im Trinkwasser gefunden wurde. Wie die zukünftige Trinkwasseraufbereitung des sogenannten Multi-Barrieren-Systems aussehen kann, sollen demnächst Gutachten klären. Eine UV-Anlage wird sofort abgeschaltet. Foto: Die Wahnbachtalsperre [Nicolas Ottersbach]

Die Trinkwasseraufbereitungsanlage in Siegburg-Siegelsknippen an der Wahnbachtalsperre wurde Mitte der 1990er Jahre konzipiert, um die Jahrtausendwende errichtet und im Juni 2002 in Betrieb genommen. Seitdem wurde das Talsperrenwassers in Siegelsknippen durch eine Flockungsstufe, Mehrschichtfilter einer Anlage zur Chlordioxiddosierung gereinigt.

Im ursprünglichen Planungsentwurf sollte eine UV-Desinfektionsanlage die Chemikalien ersetzen. Doch schon im Probebetrieb zeigten sich Grenzen der UV-Desinfektion: Durch die niedrigen Temperaturen des Talsperrenwassers kam es ständig zu Ausfällen. So wurde die Beigabe von Chlordioxid letztendlich zur Regel.

Die UV-Anlage soll nun komplett abgeschaltet werden. "Im Rahmen der Bearbeitung des Auftretens des Umweltkeims Lelliottia amnigena hat der WTV seine Trinkwasseraufbereitung einer erneuten internen Bewertung unterzogen und entschieden, die UV-Anlage zur Desinfektion außer Betrieb zu nehmen", heißt es vom WTV. Die Desinfektion werde nun ausschließlich durch Chlorung sichergestellt.

Keim kam vom Siegelsknippen

Denn wie eine Expertenkommission herausfand, hatte sich der Keim im Sediment des Hochbehälters der Aufbereitungsanlage Siegelsknippen angesiedelt und von dort in das Trinkwassernetz verbreitet. 

Es gab gleich mehrere Gegenmaßnahmen. Dazu zählte die Reinigung sämtlicher Hochbehälter des WTV, die Erhöhung des Grundwasseranteils sowie die Erhöhung der Chlordioxiddosierung am Wasserwerk Siegelsknippen. Auch nachgelagerte Wasserversorgungsunternehmen reinigten ihre Trinkwasserbehälter und Netze. Mit Erfolg: Seit Anfang Dezember ist der Keim nicht mehr aufgetaucht.

Die letzte Stufe der Untersuchungen sind jetzt die einzelnen Elemente des sogenannten Multi-Barrieren-Systems, zudem auch die Trinkwasseraufbereitung am Siegelsknippen gehört. Das soll demnächst durch Gutachter bewertet werden. Grafik: Das Multi-Barrieren-System [WTV]

Der WTV betreibt noch zwei zusätzliche Grundwasseraufbereitungsanlagen in Siegburg und St. Augustin. Dadurch kann die benötigte Wassermenge für die jeweiligen Versorgungsgebiete sichergestellt werden. Je nach Bedarf wird das Verhältnis des aus der Talsperre gewonnen Trinkwassers und dem aus der Grundwasseraufbereitung gewonnen Trinkwassers einstellen.

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