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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Keime im Trinkwasser: "Vieles ist Panikmache"

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

Das Kundentelefon bei den Ruppichterother Gemeindewerken klingelt in letzter Zeit häufiger. "Die Leute fragen nach, ob sie ihr Wasser ohne Gefahr trinken können", sagt Geschäftsführer Rolf Hänscheid. Er hat sich mittlerweile daran gewöhnt, Entwarnung zu geben. "Vieles ist Panikmache", erzählt er dann. Foto: Wasserleitungen in einem Hochbehälter (Ottersbach)

Vor allem in den Medien würde die Situation nicht richtig dargestellt. So gibt es derzeit zwei Vorfälle in Sachen Trinkwasser: Zum einen das ungefährliche Bakterium "Lelliottia amnigena", das im Leitungsnetz des Wahnbachtalsperren-Verbands aufgetaucht ist. "Das ist nicht schlimm, aber auch nicht gewünscht", sagt Hänscheid.

Zum anderen den Darmkeim "Escherichia coli", der den Hochbehälter des Eitorfer Hauptortes und des Gewerbegebietes verseucht hat. Zum vorbeugenden Schutz ordnete das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises ein Abkochgebot und eine zusätzliche Chlorung des Wassers an. M

ittlerweile hat das Gesundheitsamt die Warnung aber wieder aufgehoben. Der Keim sei verschwunden, auch die Ursache konnte inzwischen aufgeklärt werden: Es gab einen technischen Defekt an der automatischen Spüleinrichtung des Hochbehälters.

Ruppichteroth ist keimfrei

"In Ruppichteroth ist bisher keiner der beiden Keime aufgetreten", sagt Rolf Hänscheid. Aktuell wird zu den regulären Trinkwasserproben jede Woche eine zusätzliche aus dem Ruppichterother Leitungsnetz genommen, das von den Gemeindewerken betrieben wird. Immer an unterschiedlichen Stellen.

Obwohl das Leitungsnetz inklusive der Hausanschlüsse mehr als 150 Kilometer lang ist, sind die Proben zuverlässig. "Solche Keime verbreiten sich schnell, wir würden sie sofort bemerken", erklärt Hänscheid.

Der Wahnbachtalsperren-Verband (WTV) hat indessen mehrere Maßnahmen beschlossen, um dem ungefährlichen Bakterium "Lelliottia amnigena" Herr zu werden. Das war bisher schwierig: Mal war der Keim verschwunden, dann tauchte er wieder auf.

Deshalb entschied sich die Expertenkommision dazu, zusätzlich zu den anstehenden Reinigungsmaßnahmen der Hochbehälter und des mehr als 200 Kilometer langen Wasserverteilungsnetzes des WTV auch die Chlordosierung zu erhöhen. Damit die optimal wirken kann, wird auch die Zusammensetzung des Wassers verändert und der Grundwasseranteil auf 50 Prozent erhöht, der Anteil des Oberflächenwassers im Gegenzug reduziert.

Der erhöhte Chlorgehalt ist nicht gesundheitsschädlich. Bürger mit sensiblen Geschmacksnerven könnten ihn aber beim Duschen riechen und auch leichten Chlorgeruch beim Trinkwasser bemerken. "Auf die stärkere Chlorung hatten wir bislang bewusst verzichtet, um die Ursachenforschung nicht zu erschweren", heißt es vom Rhein-Sieg-Kreis. Da die Beratungen aber gezeigt hätten, dass sich die Reinigung der Hochbehälter bis in das Frühjahr erstrecken könne, entschied man sich nun für die zusätzlichen Aktionen.

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