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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Vorreiterrolle mit "Nein zur Gewalt"

Von Christina Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

Zur dritten Diskussionsrunde hatte die Ruppichterother Projektgruppe  ?Nein zur Gewalt? ins Wirtshaus an St. Severin eingeladen. Ziel des Gesprächsabends war die konkretere Planung von Vorhaben und die Gründung von Arbeitsgruppen. Im Focus standen die Einrichtung eines Treffpunktes für alle Ruppichterother Jugendlichen und die Durchführung einer Disco.

Das ?Projekt Bolzplatz?, ein Treffpunkt für alle Jugendlichen aus der Gemeinde, ist ein wichtiger Ansatzpunkt zur Integration. So soll der alte Bolzplatz neben dem Ruppichterother Sportplatz wieder in neuem Glanz erstrahlen. Der Gemeinderat hat bereits einen entsprechenden Beschluss gefasst. Seitens der Gemeindeverwaltung wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen abgeklärt. Auf ein tatkräftiges Engagement der Jugendlichen, die sich bei Planung und Durchführung mit einbringen, wird gesetzt. Am 15.Oktober, ab 18.00 Uhr ist das erste öffentliche Arbeitstreffen im Rathaus. ?Wer seine Interessen verwirklichen will, muss auch bereit sein, dafür etwas zu tun!? lautet der Slogan.

Bei dem ?Projekt Disco? haben erste Gespräche mit der Jungen Union (JU) ergeben, diese in die bereits bestehende Disco der JU im Saal Thölen anzugliedern. Die Jugendlichen selbst und das Kinder- und Jugendparlament werden in die Organisation und die Planungen eingebunden. Miteinander kommunizieren, gegenseitiger Respekt und Toleranz für die Belange des anderen zu entwickeln war ein erster Schritt zwischen Jugendlichen und Bürgern der Gemeinde während des ?Grilltreffs? am Jugendzentrum im September. ?Wichtig ist, sich persönlich zu kennen und ansprechen zu können?, so Bastian Rosner von der Projektgruppe. Geplant ist, in Zukunft regelmäßig einen ?Tag der offenen Tür? des Jugendzentrums für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde anzubieten. Der während des Grilltreffs inspizierte Fitnessraum im Jugendzentrum wird allerdings noch nicht saniert. Der Leiter des Jugendzentrums, Frank Halberstadt, erläuterte, dass es hier derzeit keinen Bedarf für umfangreiche Investitionen gibt. Allerdings wolle man die zugesagte ehrenamtliche Kooperation mit geschulten Fitnesstrainern in Anspruch nehmen und zunächst den Erfolg dieses Angebotes beobachten.

Bastian Rosner und Klaus-Dieter Müller: ?Nur durch ein Zugehen auf die Jugendlichen komme man an sie heran. Mit erhobenem Zeigefinger einen vernünftigen Umgang mit den Mitmenschen zu fordern, hat aus Sicht der Projektgruppe keinen langfristigen Erfolg. Gerade durch die Vielzahl kleiner Aktionen, bei denen jeweils immer andere Gruppen angesprochen werden, und durch den integrativen Charakter solcher Maßnahmen sei es möglich, die Gruppen zu erreichen und den interessierten Jugendlichen einen Weg zum friedlichen Miteinander aufzuzeigen.? So betonte Verwaltungsmitarbeiter Jochen Breuer, dass die Jugendlichen des Jugendzentrums beim Kinder- und Jugendtag der Gemeinde sowohl beim Aufbau, als auch bei der Durchführung der erfolgreichen Veranstaltung tatkräftig angepackt haben. ?Ohne eure Hilfe wäre die Veranstaltung nicht durchführbar gewesen.?

Dass die Ruppichterother mit vielen kleinen Schritten, offenen Gesprächen und nicht zuletzt der Projektgruppe auf dem richtigen Weg sind, haben Breuer zahlreiche Gespräche mit den umliegenden Kommunen gezeigt. Ruppichteroth habe hier eine Vorreiterrolle übernommen. Viele freiwillige, helfende Hände werden benötigt, die die Arbeit schultern können. So sollen auch Schulen, Vereine und Kirchen und Unternehmen für Projektwochen angesprochen werden, um starke Partner an der Seite zu haben. Aus personellen Gründen kann die Koordination nicht von der Gemeindeverwaltung übernommen werden. Mittelfristig soll allerdings diese durch den Arbeitskreis Jugend & Soziales Ruppichteroth und das Kinder- und Jugendparlament geführt werden. Klaus Dieter Müller wird die Projektgruppe im Arbeitskreis vertreten. Darüber hinaus werden sich die Verwaltung und der Internationale Bund (Träger des Jugendzentrums) bemühen, dass eine geplante Stelle im Jugendzentrum aufgestockt wird. Somit könnte dann die Koordination über das Jugendzentrum erfolgen.

Bürgermeister Mario Loskill, Frank Halberstadt und Rainer Höffgen werden dieses Anliegen in den kommenden Wochen vorantreiben und auf eine möglichst zeitnahe Lösung drängen. Langfristig wird ein ?Tag der Begegnung? geplant, bei dem ?Junge und Alte?, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, aufeinander zugehen können. Gewalttätige Übergriffe auf Bürger ? wie in der Nacht zum 6. September in Ruppichteroth geschehen ? müssen sehr bald der Vergangenheit angehören. ?Straftaten müssen öffentlich gemacht werden. Wir müssen straf- und zivilrechtlich mit allen Mitteln dagegen vorgehen. Unabhängig davon, woher die Täter kommen, verurteilt die Projektgruppe solche Übergriffe aufs Schärfste?, so Bastian Rosner. ?Wir dürfen den Blick vor den Problemen nicht verschließen. Unser Ziel ist, weiterhin den Blick der Anwohner zu schärfen, sie aktiv zur Zivilcourage aufzufordern und mit Jugendlichen in Dialog zu treten, die die Bereitschaft zeigen, sich in die Gemeinschaft integrieren zu wollen.?

Das nächste Treffen der Projektgruppe: Mittwoch, 16. Dezember 2009, 19.00 Uhr, im Wirtshaus an St. Severin in Ruppichteroth.

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