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Wirtschaftslage zum Herbst 2021

Unsicherer Aufschwung in der Region

Von Nicolas Ottersbach | | Wirtschaft/Politik

Einen Aufschwung mit Fragezeichen sieht die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg in Bezug auf die konjunkturelle Lage der Unternehmen in der Region. So hat sich die Erholung des IHK-Konjunkturklimaindexes deutlich fortgesetzt und liegt jetzt mit 119 Punkten wieder auf dem Vor-Corona-Niveau. Das ist der höchste Wert seit Sommer 2019. Grafik: Der Konjunkturklimaindex zum Herbst [IHK Bonn/Rhein-Sieg]

"Aktuell trüben sich die Erwartungen der Wirtschaftsforschungsinstitute wieder ein", sagt IHK-Präsident Stefan Hagen. "Die Lieferketten sind längst nicht wieder die alten, es kommt zu Engpässen bei der Produktion und vermehrter Kurzarbeit. Steigende Energie- und Rohstoffpreise sorgen ferner für neue Fragezeichen. Und auch die sich anbahnende Koalition in Berlin mit der unklaren Finanzierung von Klimawende, Mindestlohn und weiteren Ausgaben sorgt nicht für Entspannung in der Wirtschaft."

Unternehmen bewerten Lage wieder besser

Die Unternehmen in der Region bewerten ihre aktuelle Lage wieder deutlich besser. 35 Prozent bezeichnen die Geschäftslage als gut, nur noch 16 Prozent als schlecht. Auch bei den zukünftigen Erwartungen ist der Anteil der Optimisten mit 32 Prozent gegenüber den Pessimisten mit 13 Prozent deutlich stärker. "Dass der Aufschwung jedoch noch mit vielen Unsicherheiten verbunden ist, zeigt ein Blick auf die Investitionsbereitschaft", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Hubertus Hille. "Die Zurückhaltung wird nur langsam aufgegeben und die Unternehmen mit zunehmenden und abnehmenden Budgets halten sich die Waage. Von einem Aufholeffekt kann hier noch keine Rede sein. Bei jeweils 30 Prozent stehen als Motive Produktinnovationen und Kapazitätserweiterungen auf der Agenda."

Jedes vierte Unternehmen will seinen Personalbestand erweitern, nur acht Prozent denken über eine Reduzierung nach. Hille: „Limitierender Faktor ist dabei für jedes zweite Unternehmen der Fachkräftemangel. Über 40 Prozent haben zudem aktuell offene Stellen, die nicht besetzt werden können. Hiervon sind insbesondere das Gastgewerbe und die Industrie überdurchschnittlich stark betroffen.“

Der IHK-Geschäftsklimaindex für die Dienstleistungsbranche legt von 108 auf 115 Punkte noch einmal zu, ist aber noch weit von den Höchstständen vor Corona entfernt. Auslöser für den Anstieg ist eine nochmals bessere Beurteilung der aktuellen Geschäftslage. Mehr als 40 Prozent bewerten diese als gut, weitere 40 Prozent immerhin als befriedigend. Mehr als 60 Prozent erwarten für die Zukunft gleichbleibende Geschäfte, nur 23 Prozent rechnen mit einer signifikanten Verbesserung. "Der Aufholprozess wird, sofern ihm nicht schon vorher die Luft ausgeht, folglich noch einige Zeit in Anspruch nehmen", sagt Hille

Steigende Energie- und Rohstoffpreise bewegen Industrie

Das Klima in der Industrie hellt sich weiter auf. Der IHK-Geschäftsklimaindex erreicht mit 135 Punkten einen sehr guten Wert. Mit einer Zunahme von weiteren 17 Punkten im Vergleich zum Frühsommer nimmt der Aufschwung weiter Tempo auf. In diesen Regionen bewegte sich der Index zuletzt im Jahr 2018. Hauptrisiko sind steigende Energie- und Rohstoffpreise, 80 Prozent sehen sich hiervon betroffen. Darunter fallen auch die Lieferschwierigkeiten für Chips und einige wichtige Rohstoffe. Auch im Fachkräftemangel sehen aktuell zwei Drittel der Industriebetriebe einen limitierenden Faktor.

Einzelhandel legt stark zu

Nach zwei sehr schwierigen Jahren erreicht der Geschäftsklimaindex für den Einzelhandel einen sehr guten Wert. 125 Punkte bedeuten den höchsten Stand seit über vier Jahren. „Angesichts des sehr niedrigen Ausgangsniveaus ist dieser Wert jedoch mit Vorsicht zu genießen“, so Hille. Über ein Drittel der Einzelhändler rechnet mit einer Verbesserung der Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten, nur vereinzelte Händler gehen von einer erneuten Verschlechterung aus. Hauptrisiken sind neben den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen die Energie- und Rohstoffpreise und der bereits bestehende Fachkräftemangel.

Der IHK-Geschäftsklimaindex für die Informations- und Kommunikationsbranche setzt im Herbst seine Erholung fort. Nach einer Verschnaufpause im Frühsommer legt er jetzt um 14 Punkte zu. Mit 119 Punkten hat er jetzt wieder das Vorkrisenniveau erreicht, von den sehr guten Werten aus der Boomphase bis Mitte 2019 ist die Branche aber noch ein gutes Stück entfernt. Der Anstieg resultiert aus einer deutlichen Verbesserung der aktuellen Geschäftslage. 48 Prozent bezeichnen diese als gut und weitere 41 Prozent als befriedigend.

Gastgewerbe erholt sich

Nach einer langen Phase des Stillstandes oder sehr starker Einschränkungen bekommt das Gastgewerbe durch die aktuellen Lockerungen wieder etwas Luft zum Atmen. Der IHK-Geschäftsklimaindex macht von einem sehr niedrigen Niveau einen gewaltigen Sprung nach oben und bewegt sich jetzt erstmals wieder in Regionen, die zuletzt zum Jahresbeginn 2020 erreicht wurden. 116 Punkte und damit ein Plus von über 80 Punkten bedeuten die stärkste Zunahme aller hier betrachteten Branchen. Besonders stark verbessert hat sich die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage. Waren im Frühsommer noch über 80 Prozent mit ihrer Situation unzufrieden, bezeichnet jetzt immerhin schon jedes vierte Unternehmen seine Lage als gut, weitere 47 Prozent zumindest als befriedigend.

Pessimistische Verkehrs- und Logistikbranche

In der Verkehrs- und Logistikbranche steigt der IHK-Geschäftsklimaindex im Herbst um 24 Punkte an. Mit 103 Punkten durchbricht er jetzt auch die wichtige 100-Punkte-Grenze und knüpft an die Vorkrisenwerte an. 27 Prozent bezeichnen ihre Lage aktuell als gut, nur noch zwölf Prozent als schlecht. Der Blick auf die kommenden Monate fällt dagegen zurückhaltender aus. Die Pessimisten überwiegen weiterhin die Optimisten, der Anteil der Unternehmen mit unveränderten Aussichten hat sich auf 54 Prozent verdoppelt. "Ein Teil der Verunsicherung geht sicherlich von den Koalitionsverhandlungen in Berlin und der anstehenden Energiewende aus. Weitere Risiken sind die Energie- und Rohstoffpreise, die Dieselpreise liegen auf Rekordniveau, die Arbeitskosten und der Fachkräftemangel", sagt Hille

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