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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Baubeginn in Winterscheid-Nord: Platz für junge Familien

Von Nicolas Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

Im Neubaugebiet Winterscheid-Nord entstehen in den nächsten Jahren 29 Häuser. Ab jetzt beginnen die Bauarbeiten. Foto: von links Norbert Schorn und Mario Loskill beim Spatenstich im Neubaugebiet Winterscheid-Nord [Nicolas Ottersbach]

Lange haben die jungen Eltern Annika und Kevin Lous nach einem Grundstück für ihr Eigenheim gesucht. „In der Stadt kann man sich das nicht mehr leisten“, erzählt Kevin Lous. Selbst die Speckgürtel um Köln und Bonn seien kaum noch bezahlbar. Fündig wurden sie in Winterscheid: Hier wollen sie in zwei Jahren in ihre neues Haus einziehen, mit viel Wald und Wiese drumherum.

Grundstücke schnell verkauft

In ihrer Nachbarschaft, auf der grünen Wiese hinter dem Winterscheider Sportplatz, entstehen 27 Einfamilienhäuser und vier Doppelhäuser. Die meisten Grundstücke werden zwischen 350 und 450 Quadratmeter groß sein, einige wenige bis zu 600 Quadratmeter. „Die Flächen waren schnell weg“, sagt Immobilienunternehmer Norbert Schorn. Er baut mit seiner Hennefer Firma Schorn & Schorn die Häuser und hat das gesamte Areal vermarktet.

Während die Quadratmeterpreise in Hennef bei etwa 300 bis 400 Euro liegen, sind es in Winterscheid-Nord rund 220 Euro. „Gerade für junge Familien ist das entscheidend. Für sie sind Preise wie in Hennef kaum noch finanzierbar“, sagt Schorn. Eigentlich wären die Preise in Ruppichteroth sogar noch günstiger, der Bodenrichtwert liegt bei rund 160 Euro. „Die Hanglage macht die Entwässerung kompliziert und teuer.“ Ursprünglich waren nur 16 Häuser geplant. Davon ist das Immobilienunternehmen aber wieder abgerückt. Die Erschließungskosten seien mit 1,2 Millionen Euro sollten auf möglichst viele Parteien verteilt werden.

Ort mit neuem Leben füllen

Der Vorteil für die Gemeinde liegt laut Bürgermeister Mario Loskill auf der Hand: „Die Menschen, die hierhin ziehen, füllen den Ort mit neuem Leben.“ Ob es der Sportverein sei, der Mitglieder gewinne, oder der Heimatverein, der neue Mitstreiter finde. Im Gegenzug wolle die Verwaltung dafür sorgen, dass es mehr Plätze in Schulen und Kindergärten gebe.

Das Neubaugebiet Winterscheid-Nord wird wahrscheinlich noch weiter wachsen: Auf den angrenzenden Wiesen soll bald ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Darüber muss allerdings erst der Gemeinderat entscheiden.

Korrektur: Wir haben die Grundstückspreise aktualisiert.

 

Kommentare

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Monika Schaaf  11.05.2019 12:51

Danke Herr Solbach, treffend formuliert, ich kann mich dem nur anschließen. Hinzufügen möchte ich, das ein Dorf langsam zur Trabantensiedlung mutiert. Auf der einen Seite sollen Steingärten verboten werden auf der anderen Seite werden Wiesen ohne Rücksicht auf Verluste betoniert. Mich wundert das es keinen Einspruch wegen dem Naturschutzgebiet gibt. Das ein Investor an einer Erweiterung des Bebauungsplans interessiert ist, kann ich mir gut vorstellen.


 
Solbach, Albert  12.05.2019 13:37

Liebe Monika, wenn Du Dich erinnerst, ich habe Dich mal beim Tischtennis trainiert. Also, lassen wir das "Sie".

Naja, das mit dem Naturschutzgebiet habe ich ja auch hinterfragt. Aber das ist nur ein Feigenblatt. Man schaue sich den "landwirtschaftlichen Betrieb" beim ehemaligen Bauernhof am des Ortes an. Hier wurde im Landschaftsschutzgebiet massiv gebaut (vor allem auf der anderen Seite): Meine Nachfrage wurde dahingehend beantwortet, dass landwirtschaftliche Betriebe eine Ausnahme darstellen würden.

Naja, ist es nicht ein Gewerbebetrieb, der im Landschaftsschutzgebiet nichts zu suchen hat? So jedenfalls die Gesetze, siehe Kletterpark im Spicher Wald, den das VG in Köln im Gegensatz zur Kreisverwaltung untersagt hat. Der Flächenfraß, die zunehmende Vernichtung der Umwelt, die Zerstörung des Klimas, alles wird auf die nachfolgenden Generationen verlagert. Man muss auch den politischen Willen vorfinden, dem entgegen zu treten. 2020 sind die nächsten Wahlen, jeder hat die Möglichkeit, seiner Vorstellung im Wahlverhalten Ausdruck zu geben. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist (z.B. die erste verletzte Personen in der Herrnsteinstraße, Pastoratsstraße, Nordstr. etc.) wird man vielleicht nachdenken.

Lieber Gruß Albert Solbach


 
Ralph Müller  10.05.2019 12:34

Der Zuwachs in der Gemeinde ist ja schön und gut. Sicherlich toll für alle Vereine. Aber wo arbeiten die Menschen denn alle in der Zukunft, die das Bröltal bevölkern? Ich denke hier an den schon im Überfluss stattfindenden Pendelverkehr. Wer im Bröltal jeden Tag im Verkehr unterwegs ist wird sich schon freuen. Das sollten die Verantwortlichen auch bedenken.


 
Solbach, Albert  07.05.2019 12:17

Dieser Bericht kann nicht unwidersprochen bleiben. Als unmittelbar Betroffener dieses neuen Baugebietes ist auf vieles hinzuweisen. Hier wird ein wunderschönes Stück Natur zerstört. Wenn man Glück hat, kann man am nahe gelegenen Waldrand Rehe beobachten. Mindestens drei Greifvögelarten drehten bisher über dem Gebiet ihre Runden. Das wird vorbei sein. Viele Winterscheider nutzten bisher das Gebiet, um dort mit ihren Hunden mit und ohne Kinder "Gassi" zu gehen.

In NRW werden jeden Tag 10 Hektar Fläche zerstört. Dabei wurden diese Flächen meistens von der Landwirtschaft genutzt. Bereits heute kann die eigene Landwirtschaft ihre Bevölkerung nicht mehr versorgen und wir sind auf Importe angewiesen. Mir tun nur meine Nachfahren leid, aber auch die Natur und deren Tierwelt, denn mit immer mehr Flächenverbrauch stirbt auch immer mehr Lebensraum für Mensch und Tier.

Mit Winterscheid-Nord geht man noch weiter. Hier wird bis fast an den Wald und damit FFH-Gebiet gebaut. Ein riesiges Regenbecken muss gebaut werden, weil dieses Baugebiet ein "Sumpf" ist. Das Wasser muss in den örtlichen Kanal gepumpt werden, der manchmal ohnehin schon kollabiert. Falls dies mal nicht mehr reicht, ist zu erwarten, dass der Inhalt in das angrenzende FFH-Gebiet abläuft. Mit möglicherweise massiven Folgen.

Bei 29 Wohneinheiten ist von ca. 50 bis 60 Fahrzeugen auszugehen. Die Verkehrsführung zu dem neuen Gebiet soll leider auch durch die Herrnsteinstraße/Nordstraße erfolgen, anstatt ausschließlich über den sog. Leichenweg. Die jetzt schon marode Herrnsteinstraße wird sehr belastet werden. Der Verkehr erfolgt an der Schule und dem Kindergarten vorbei. Abgesehen von der jetzt schon kritischen Verengung an der KSK.

Neue Baugebiete erfordern auch immer eine entsprechende Infrastruktur in Schulen, Kindergärten etc. Nur befinden sich die Straßen in Winterscheid (Hauptstraße, Herrnsteinstraße etc.) und im Gemeindegebiet oft in erbärmlichen Zustand. Hier heißt es immer: "Leider kein Geld". Vor der Ausweisung immer neuer, frächenfreßender, Baugebiete müsste konsequent eine Lückenbebauung stattfinden. Laut bestehender Erhebungen werden immer mehr Häuser durch den demografischen Faktor "frei" werden. Zum Abschluss noch zu Schorn&Schorn. Glaubt jemand ernsthaft, dass diese Firma zum Wohle aller "Wohneigentumssuchenden" agiert? Hier gilt das wirtschaftliche Interesse.


 
Micha vom Nutscheid  07.05.2019 16:00

Dem mag ich mich im vollen Umfang anschließen.


 
Hubertus R.  07.05.2019 16:49

Danke, dem ist nichts hinzuzufügen.


 
Andre Bänninger  07.05.2019 20:14

Perfekt! Vielen Dank Herr Solbach. Man hätte das alles kaum besser klarstellen und in Worte fassen können. Jedes Wort entspricht der Wahrheit. Bleibt nur zu hoffen, dass sich entsprechende Damen und Herren dieses nochmals ganz genau durch den Kopf gehen lassen.


 
Jörg R.  03.05.2019 07:44

Moin, m.E. können die angegeben Quadratmeterpreise nicht stimmen, es sei denn es handelt sich um "unerschlossenes" Bauland.


 
Hubertus R.  02.05.2019 09:51

Hallo, so sehr ich jungen Familien ihr Eigenheim gönne, muss es wirklich direkt am FFH Gebiet sein? Heute ist das schon eine Hundewiese, die dann noch näher an den Wald vorrückt. Das "Grüne" wonach sich die Menschen sehnen wird weiter verbraucht. Es gibt in Winterscheid genügend Häuser, die modernisiert oder ggfls. abgerissen werden können.


 

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