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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Bröltalhalle wird keine Flüchtlings-Notunterkunft

Von Nicolas Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

Die Bröltalhalle wird keine Notunterkunft für Flüchtlinge. Laut Regierungspräsidentin Gisela Walsken sei es nicht praktikabel, Notunterkünfte in Kleinsteinheiten mit 70 Flüchtlingen an den Start zu bringen. Das Rundschreiben an die Kommunen hätte keinen anweisenden Charakter gehabt, es sollte lediglich die Ressourcen, die noch vorhanden sind, ermitteln. Darüber informierte gestern Abend auch die Gemeindeverwaltung bei einer Bürgerversammlung. Aktuell ist die Halle noch etwa eine Woche wegen Arbeiten an der Sicherheitsbeleuchtung gesperrt. Foto: Die Bürgerversammlung am Mittwochabend

Landtagsabgeordneter Dirk Schlömer erläuterte das Vorgehen der Bezirksregierung. "Nordrhein-Westfalen erfüllt was Flüchtlinge angeht die Verteilung durch Königsteiner Schlüssel nur zu etwa 20 Prozent", sagte er. Deshalb müsse man sich auf weitere Zuweisungen einstellen. Im Rhein-Sieg-Kreis seien deshalb bisher zwei zentrale Notunterkünfte für jeweils 200 bis 300 Personen geplant. In Ruppichteroth gebe es in dieser Größenordnung keine geeigneten Gebäude.

Bürgermeister Mario Loskill konnte aber nicht ausschließen, dass die Bröltalhalle irgendwann zu Wohnraum wird. "Notunterkünfte sind die eine Sache, die stetigen Regelzuweisungen eine andere", sagte er. Wenn die Kommune nicht mehr ausreichend Wohnungen für die Flüchtlinge hätte, würde auch zuerst die Bröltalhalle belegt werden. Dort wäre nach einer ersten Ausbaustufe Platz für 54 Menschen, mit Doppelstockbetten und Sanitärcontainern sogar für 108. Aktuell leben 150 Flüchtlinge in Ruppichteroth, jeden Woche kommen zwischen sieben und zehn dazu.

Was sind Notunterkünfte?

Notunterkünfte ähneln Erstaufnahmeeinrichtungen. Dort werden die Flüchtlinge registriert, medizinisch untersucht und komplett betreut. Danach kommen sie in regulären Wohnungen unter, in denen sie mehr Freiheiten haben und sich selbst versorgen. Wegen des enormen personellen Aufwands sah sich die Ruppichterother Verwaltung imstande, eine Notunterkunft zu betreiben.

Neben der Bröltalhalle eigne sich laut Loskill auch die Winterscheider Turnhalle für die Unterbringung von Flüchtlingen. "Dass die Hallen gesperrt werden müssen, wollen wir unbedingt vermeiden", sagte der Rathauschef zu den etwa 180 Zuhörern der Bürgerversammlung. Deshalb wird das Gertrudisstift innerhalb der nächsten vier Wochen saniert. Das koste nach ersten Schätzungen 150.000 bis 200.000 Euro. Der Mietvertrag mit der Bezirksregierung ist für zehn Jahre ausgelegt, wegen der Sanierungen zahlt die Gemeinde keine Miete.

Aus den Publikum kam die Frage, wer die Kosten dafür übernehme. "Zunächst die Gemeinde", erklärte Loskill. Aber er sei zuversichtlich, dass man Zuschüsse von Land und Bund kommen. Beispielsweise sei verabschiedet worden, dass der Bund 670 Euro pro Flüchtling und Monat zusätzlich zu den Geldern des Landes zahle.

Applaus gab es vor allem für den Redebeitrag von Klaus Schramm, der den Arbeitskreis Flüchtlingshilfe leitet. "Wir kümmern uns nicht um Politik, sondern helfen den Menschen. Dabei brauch wir tatkräftige Unterstützung", sagte er. Derzeit suche die Gruppe nach weiteren Ehrenamtlichen, die Betreuungsaufgaben übernehmen können. Berührungsängste brauche man nicht haben. "Seien Sie offen Ihren neuen Mitbürgern gegenüber. Unterhalten Sie sich mit ihnen auf der Straße, die Flüchtlingen freuen sich darüber. Ich habe sie immer als sehr dankbare Menschen erlebt", so Schramm. Foto: Klaus Schramm redet auf der Bürgerversammlung

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