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Bundesweite Aktion

Deshalb bleibt die Apotheke in Ruppichteroth aus Protest geschlossen

Von Nicolas Ottersbach | | Wirtschaft/Politik

Wer heute in Ruppichteroth dringend Medikamente benötigt, steht vor verschlossenen Türen. Am Montag ( 23. März) beteiligt sich die Bröltal-Apotheke am bundesweiten Protesttag der Apothekerschaft. Mit dieser Aktion machen die Apotheker vor Ort auf ihre zunehmend prekäre wirtschaftliche Lage aufmerksam. Unter dem Motto „Uns gibt's nicht zum Nulltarif!“ weisen sie darauf hin, dass die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung durch aktuelle politische Rahmenbedingungen gefährdet ist. Grafik: Flyer der Apotheken zum Protest [Privat]

Massive Kostensteigerungen bei stagnierendem Honorar 

Die Gründe für den Protest liegen laut Informationsmaterial der Apotheken in einer Schere zwischen Kosten und Einnahmen, die immer weiter auseinandergeht: Seit 2013 seien die Betriebskosten für Mieten, Energie und Personal um 65 Porzent gestiegen. Das Apothekenhonorar sei seit mittlerweile 13 Jahren nicht angepasst worden. Die Apothekerinnen und Apotheker kritisieren, dass trotz einer ausdrücklichen Zusage im aktuellen Koalitionsvertrag bisher keine Anpassung erfolgt ist. 

Jede fünfte Apotheke geschlossen 

"Immer mehr Betriebe müssen schließen”, erklären die Ruppichterother Apothekerinnen Sabine Zimmermann und Ulrike Lepach. Seit dem Jahr 2013 musste in Deutschland bereits jede fünfte Apotheke für immer dicht machen. Man sehe sich durch wachsende bürokratische Anforderungen und die unzureichende Vergütung unter Druck gesetzt.

Demonstration in den Großstädten Während die Ladentüren in Ruppichteroth heute zu bleiben, gehen viele Apothekenmitarbeiter auf die Straße. Protestkundgebungen finden unter anderem in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München statt. Die Aktion richtet sich explizit gegen die von der Bundesregierung geplante Apothekenreform. 

Hinweise für Patienten

Die Apotheken bedauern die Unannehmlichkeiten für die Patienten, sehen den Protest jedoch als notwendigen Schritt, um die Arzneimittelversorgung auch in Zukunft sicherstellen zu können. Die Versorgung in dringenden Notfällen wird über den offiziellen Notdienst aufrechterhalten. Die nächstgelegene Notdienst-Apotheke kann online unter www.aponet.de/apotheke/notdienstsuche gefunden werden. Ab Dienstag sind die Apotheken wieder zu den gewohnten Zeiten für die persönliche Beratung und Versorgung vor Ort erreichbar.

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