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Durch die "Grüne Hölle" von Winterscheid

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

Es roch nach Gummi, Bratwurst und "WD-40": Die Straße von Fußhollen zur Winterscheider Mühle wurde am Sonntag zur Bobbycar-Rennstrecke. Mutig stürzten sich die Piloten in die "Grüne Hölle" von Winterscheid, ohne Rücksicht auf Verluste. Und das bei bis zu 60 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit.

Bildergalerie: Erste Winterscheider Bobbycar-Meisterschaft

Den ganzen Tag über flitzten die Bobbycars rund 600 Meter lange Strecke von Fußhollen zur Winterscheider Mühle hinunter. Für ein Rennen brauchten sie nicht einmal eine Minute. Zwölf Teilnehmer traten in Vierer-Gruppen gegeneinander an, am Ende stand Erik Reinges ganz oben auf dem Treppchen. Dicht gefolgt von Jochen Breuer und seinem Bruder Robin. Den Massenstart entschied Benedikt Hüllmann für sich.

Um überhaupt richtigen Bremsen zu können, banden sich die Fahrer alte Autoreifen an die Füße. Denn die Schuhsohlen waren meist nach dem ersten Manöver abgerieben. Pflicht bei der Abfahrt waren Helm und ordentliche Schutzkleidung. Lederkombi und Protektoren aus dem Motorradsport ließen die Stürze glimpflich ausgehen.

Denn die Strecke hatte es in sich. Nach dem rempeligen Vierer-Start von der Rampe folgte die Loskill-Schikane aus Reifenstapeln. Danach ging es in eine scharfe Rechtskurve, auf der langen Geraden konnten wieder Geschwindigkeit für die Breuer-Schikane aufgenommen werden. Kurz vor dem Ziel wurde es in der Rechtskurve nochmal eng.

Das Material brachten die Piloten dabei an die Grenzen: Mehrfach brachen Lenkstangen, Achsen verbogen sich, Räder liefen nicht mehr rund. Aber die Winterscheider waren bestens ausgerüstet. Sogar ein Schweißgerät hatten sie im Fahrerlager, in wenigen Minuten war die defekte Lenkung wieder funktionstüchtig. Von konkurrierenden Teams war da nichts zu merken, die Fahrer halfen sich gegenseitig.

Die Kinder und Jugendlichen konnten mit herkömmlichen Bobbycars separat antreten, dafür gab es Sachpreise. Die Pfadfinder der DPSG Winterscheid hatten während der Ferienfreizeit eigene Seifenkisten gebaut, mit denen sie als Showeinlage antraten. Für sorgte auch die von Jochen Breuer geheimnisvoll angekündigte "völlig neue Rennklasse". Mit einem kleinen Anhänger rollten Phillipp Unger und Breuer im Tandem ins Ziel.

Organisiert hatte die erste Winterscheider Bobbycar-Meisterschaft der Heimatverein Winterscheid. "Wir waren auf der Suche nach einer neuen Veranstaltung, die in der Gemeinde noch nicht gab", sagt Vorsitzender Jochen Breuer. Da erinnerten sich die Vereinsmitglieder ein paar Jahre zurück, als sie mit getunten Bobbycars die Kirchstraße herunterfuhren. Die Bobbycar-Meisterschaft war geboren. "Eigentlich wollte wir schon letztes Jahr starten", so Breuer. Wegen zu kurzer Planungszeit wurde das Event dann aber verschoben. Wichtig war den Organisatoren, dass für kleines Geld jeder mitmachen konnte. "Etwas über 100 Euro kostet das Renn-Bobbycar zum selberbauen", sagt Breuer. Der Umbau sei recht einfach und in wenigen Stunden fertig.

Nachdem das Datum feststand, machten sich die Tüftler ans Werk. "So viel wird gar nicht verändert", erklärt Breuer. Die Lenkung bleib gleich, nur das Lenkrad wird etwas höher gesetzt, um Platz für die Beine zu machen. Der rote Plastikkörper wird auf eine schwere Stahlplatte gesetzt, zusätzliches Gewicht bekommt man durch Zement. Die Gewichtsgrenze für das Bobbycar liegt bei 30 Kilogramm, mit Fahrer darf es 130 Kilogramm wiegen. Knifflig ist das Fahrwerk: Die richtige Radwahl und Schmierung ist entscheidend. So werden die Kugellager nach jeder Abfahrt mit "WD-40" eingesprüht, das macht sie leichtgängiger. Und wer auf echte Luftreifen statt auf Hartgummi setzt, hat mehr Grip in den Kurven - dafür geht aber Geschwindigkeit verloren. Manche Piloten setzten sogar auf angewinkelte Hinterräder, um die Straßenlage zu verbessern.

Die Startrampe baute der Heimatverein selbst, Tipps holten sie sich vom Automobilclub Bergischer Löwe aus Rösrath (ACBL), der schon länger auf dem Bobbycar Rennen fährt. Ein Vereinsmitglied fuhr sogar mit, im nächsten Jahr wollen die Freunde des motorlosen Rennsports sogar eine Patenschaft eingehen.

Die Platzierungen:

1. Erik Reingen (Schild+Schnell Maschinenbau)
2. Jochen Breuer (Heimatverein Winterscheid)
3. Robin Breuer (Wildpfad Racing)
4. Benedikt Hüllmann (Motorsportfreunde Winterscheid)
5. Florian Land (Team Dammwild)
6. Mark Reining (Wildpfad Racing)
7. Philipp Unger (Feuerwehr Winterscheid)
8. Martin Gantenbrinker (Pfadpfinder DPSG Winterscheid)
9. Hajo Sauer Automobilclub Bergischer Löwe Rösrath
10. Dennis Torge (Wildpfad Racing)
11. Merlin Vogel (Kickerclub)
12. Markus Jung (Kegelclub Rollen nicht werfen)

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