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Edeka Jung: Im Herzen ein "Krämerladen"

Von Nicolas Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

Obwohl es keine große Eröffnungsfeier für den neuen Edeka-Markt im Huwil-Center gab, waren die mehr als 200 Parkplätze belegt. Mit viel Liebe zum Detail hat die Familie Jung den Vollsortiment-Supermarkt gestaltet, was man schon an der Außenfassade erkennen kann. Dort hängt nämlich ein Bild des alten Marktes am Juliusstollen.

"Es war sehr aufwendig, die ganzen alten Fotos zusammenzutragen", sagt Geschäftsinhaberin Iris Jung. Drinnen gibt es nicht nur Bilder aus der Huwil-Geschichte, sondern auch aus den privaten Alben der Familie. Wie das von Volker Jung, der als kleiner Junge mit einer Etikettiermaschine durch die Regalreihen rennt. Zwischen den Regalreihen ist er auch im neuen Markt unterwegs, allerdings nicht mehr als Geschäftsführer. Die nächste Generation steht schon in den Startlöchern: Iris Jungs Söhne Mario und Kai packen im Laden an.

"In manchen Bereichen bringen wir mehr unter, als es andere Edeka-Märkte machen würden", sagt Iris Jung. Das Geschäft ist kein Muster vom Reißbrett: Vieles wurde individualisiert. So sind die Kühlungen für Milchprodukte weiter offen, obwohl Edeka-Berater empfehlen, sie mit Türen zu schließen. "Wenn da aber viele Kunden reingreifen müssen, sind die Türen nur im Weg", erklärt sie. Die Abteilung für Obst und Gemüse ist größer, als die vergleichbarer Märkte. Und hat sogar einen kleinen Brunnen.

Das Herz des Supermarktes ist der "Krämerladen", mit eine Theke für das Geschenkeeinpacken und einer Sitzbank. In den Regalen stehen rheinischen und bergische Spezialitäten, rundherum hängen Rezepte wie "Püffert" von der Decke. Es ist ein Erinnerung an längst vergangene Zeiten. Denn schon Iris und Volker Jungs Großmutter Gertrud eröffnete 1936 an der Brölstraße, nahe des Kreisverkehrs, einen Krämerladen. Der war kaum größer als ein Kiosk, nach dem Krieg wurde angebaut. In den 1960er Jahren führte die zweite Generation, Hermann und Renate Jung, die Selbstbedienung ein. Foto: Drei Generationen der Familie Jung an der Verkaufstheke, Iris Jung (Mitte) ist die Geschäftsführerin im neuen Markt

Hermann Jung baute später am Juliusstollen neu. 600 Quadratmeter Verkaufsfläche plante er, mit Lager im Obergeschoss. Die Entscheider empfanden das als "zu groß". 300 Quadratmeter Laden wurden eingerichtet. Die Jungs waren ihrer Zeit voraus, wie sich um die Jahrtausendwende erneut zeigen sollte: Hermann Jung wollte auf 1400 Quadratmeter erweitern. Damals bremste ihn die Edeka-Genossenschaft, wie Iris Jung berichtet.

Und heute? "Hier im Huwil-Center haben wir 1300 Quadratmeter", sagt Jung. Die kleinen Märkte wie der am Juliusstollen werden sukzessive geschlossen. Das hätte Ruppichteroth schon vor 14 Jahren haben können, lange bevor die Super-Supermärkte im Trend waren.

Woher kommt "Edeka"?

Die Edeka-Gruppe entstand 1898, als sich 21 Einkaufsvereine aus dem Deutschen Reich im Halleschen Torbezirk in Berlin zur Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin - kurz E. d. K. - zusammenschlossen. Dreizehn solcher Genossenschaften vereinigten sich am 21. Oktober 1907 zum Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften mit angeschlossener GmbH als zentrale Warenbeschaffungsstelle. 1911 wurde aus der Abkürzung E. d. K. der bis heute gültige Firmen- und Markenname Edeka gebildet.

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