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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Eine Rettungswache für zwei Gemeinden

Von Nicolas Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

Für Much und Ruppichteroth soll eine gemeinsame Rettungswache an einem neuen Standort gebaut werden. Das ergab das gestrige Gespräch zwischen den Bürgermeistern aus Ruppichteroth und Much, Mario Loskill und Alfred Haas, und den Vetretern der Krankenkassen. Der Forderung der beiden Gemeinden, die Wache in Ruppichteroth zu erhalten und Much durch eine eigene zu versorgen, erteilten die Kostenträger eine Absage. Weil die Retter manchmal 17 Minuten bis zum Eintreffen brauchten, war die Umstrukturierung nötig geworden.

Jetzt wollen die Planer des Rhein-Sieg-Kreises möglichst schnell den Standort der neuen Wache bestimmen, damit der Kreistag schon im nächsten Jahr einen überarbeiteten Rettungsbedarfsplan verabschieden kann. Laut eines Gutachtens wären alle Notfälle in beiden Kommunen mit nur einer Wache innerhalb von zwölf Minuten erreichbar, gemessen vom Anruf bis zum Eintreffen des Rettungswagens. Das ist die Vorgabe des Landes NRW. Diese Hilfsfrist und die Wirtschaftlichkeit seien entscheidend, so Kreissprecherin Katja Lorenzini. Zwei Wachen seien aus Sicht der Kassen einfach nicht finanzierbar.

Dabei hatte die Ruppichterother Gemeinde vor zwei Jahren knapp 20.000 Euro in die Modernisierung des Gebäudes investiert. Was mit dem leerstehenden Haus passiert, weiß Loskill noch nicht. "Das müssen wir im Rat besprechen, auch Ideen von Bürgern sind gewünscht", sagt er. Dafür habe man vermutlich zwei Jahre lang Zeit, dann soll die neue Wache ihren Dienst aufnehmen. Fest steht aber, dass das Grundstück an der Sankt-Florian-Straße nicht verkauft wird. Selbst wenn die Retter umziehen, bleiben der DRK Ortsverband, Bürgerverein und Polizei in den Räumen.

Loskill und sein Kollege Haas sehen die neuen Pläne kritisch: Sie befürchten, dass der Süden Ruppichteroths und die kleinen Ortschaften im Mucher Norden nicht ausreichend versorgt werden könnten. Die neue Wache soll zwischen Ruppichteroth-Ort und der Grenze zu Much liegen und 24 Stunden am Tag besetzt sein. Falls etwas in der Praxis nicht so funktioniert, wie vorhergesagt, sind auch Änderungen möglich. So könnten durch Verschiebung der Zuständigkeitsbereiche die Eitorfer Wache Ruppichteroth und die Wachen in Neunkirchen und Overath Much mitversorgen. Das ist vereinzelt auch jetzt schon der Fall.

Für Winterscheid bedeutet der neue Rettungsbedarfsplan sogar eine Verbesserung, weil die zuständige Wache im Hennefer Zentrum weiter in den Osten verlegt wird. "Außerdem kann unsere Wache mit einem zweiten Rettungswagen verstärkt werden", so Loskill. Ausschlaggebend dafür seien demografischer Wandel und die Anzahl der Einsätze. Geplant ist auch eine Kreisübergreifende Kooperation mit Oberberg. Denn bisher hört die Zuständigkeit der Wachen in Nümbrecht und Waldbröl an der Kreisgrenze auf. Nur wenn ein Rettungsteam verhindert ist, hilft man aus.

Kommentare


Andreas 18.11.2010 22:58

Meiner Meinung nach sind weite Teile des Mucher Gemeindegebiets auch dann unterversorgt, wenn die Rettungswache Rupp. weiter an die Gemeindegrenze zu Much rückt. Was ändert sich? Die Außenbereiche von Rupp. sind dann von den Eintreffzeiten her schlechter gestellt und Much Zentrum etwas besser erreichbar.

 

Zwei RTW an einem Standort sind auf jeden Fall nur vom Kostenfaktor her positiv, einsatztaktisch in jedem Fall ein Nachteil. Der Rhein-Sieg-Kreis hat es in den letzten Jahrzehnten bereits eklatant versäumt, den Mucher Raum und auch andere ländliche Gebiete des Rhein-Sieg-Kreises angemessen mit rettungsdienstlichen Leistungen zu versorgen. Die Verlegung der RW Rupp. etwas weiter Richtung Much ist reine Kosmetik, die Fahrzeiten werden weiterhin lange sein.

 

Ach ja, welcher Notarzt kommt denn nach Much? Richtig... Engelskirchen oder Siegburg, das aber nicht etwa in einer Glanzzeit von 10 Minuten, die Eintreffzeiten kann sich jeder selbst in etwa ausmalen... und hat schon mal jemand überlegt, welcher Notarzt nach Much kommt, wenn der Engelskircher und der Siegburger Notarzt parallel unterwegs sind? Der Kreis würde jetzt sicher sagen, dass der Hubschrauber aus Köln käme...aber was ist nachts?

 

Warum gründen Mucher keine Bürgerinitiative für den Bau einer eigenen Rettungswache, warum finanziert die Gemeinde nicht einfach die Rettungswche in eigener Regie?


 
Bernhard Amann 17.11.2010 14:19

Da wird sich ereifert, ob die Errichtung einer neuen Rettungswache an einem anderen Standort, sinnvoll ist oder nicht. Ob das Eintreffen eines RTW innerhalb der Gemeinden Ruppichteroth und Much, in 17 Minuten erreicht wird.

 

Ist nicht die Zeit einer optimalen Vorversorgung zum Patiententransport, viel wesentlicher? Ist nicht ein kurzer Transportweg zur Klinik, ebenfalls von entscheidender Bedeutung? Was nützt nur ein kurzfristiges Eintreffen, wenn durch die Rettungssanitäter keine lebenserhaltenden Maßnahmen getroffen werden können oder dürfen. Ist es nicht sinnvoller für einen schnell eintreffenden Notarzt zu sorgen, der nicht erst aus irgendeinem Standort im Rhein-Sieg-Kreis herbei geholt werden muß? Könnte nicht somit bei Bedarf, eine schnellere und optimale lebenserhaltende Notversorgung durchgeführt werden? Bei den meisten Krankentransporten ist es sekundär, ob der RTW ein paar Minuten früher oder später eintrifft.


 
Peter Warzecha 15.11.2010 10:55

Frage: Was hat Vorrang, eine schöne Wache (Arbeitsplatz) oder schnelle Hilfe in allen Notfällen? Die Hilfsfrist und die Betriebskosten waren für den Kreis bzw. den Kostenträgern (Krankenkassen) entscheidend, dass die jetzige Rettungswache aus Ruppichteroth in Richtung Much verlegt werden muß. Ich bin sehr enttäuscht über diese Entscheidung, da auch ich die Meinung vertrete, dass die Versorgung des Südkreise Ruppichteroth und der Nordkreis der Gemeinde Much unterversorgt sein werden.

 

Die Argumente des Kommentares von E.K. kann ich nicht zustimmen. 8 Jahre war die Rettungswache gut und hat in vielen Notfällen auch lebensrettend geholfen. Das war das Ziel nach dem die Rettung nicht mehr aus Waldbröl (Oberbergischer Kreis) sondern vom Rhein-Sieg Kreis aus erfolgte. Viele Mitbürger aus der Gemeinde haben die schnelle Hilfe aus der Wache bestätigt. Eine Verlegung wird in jedem Fall, teilweise zu einer Verschlechterung des Einsatzgebietes führen. Den Rettungskräften sei schon eine neue Wache gegönnt, aber die vorhandene jetzt in Grund und Boden schlecht zu reden, finde ich nicht für angemessen und überzogen.

 

Vor Jahren hatten wir auch keine Rettungswache im Ort, dass stimmt. Aber die Zeiten ändern sich und die Versorgung-Hilfsfristen sollen besser und nicht schlechter werden. Man war von der DRK-Bereitschaft und der Gemeindeverwaltung bereit, automatische Selektionstore mit Fernbedienung und Räumlichkeiten gemäß gültiger Vorschriften einbauen zu lassen. Aber auch diese Verbesserungen konnten die Entscheidungsträger leider nicht umstimmen. Ein neuer Standort der Rettungswache in der Gemeinde Ruppichteroth z.B.Hambuchen, wäre noch akzeptabel und gut für die Region.


 
E.K. 14.11.2010 15:32

Es stand vor Jahren schon fest das die Wache nur vorübergehend auf einfachste Weise eingerichtet wurde. Da keiner wohl die Gegebenheiten kennt ... weiß wohl auch keiner wie viel Zeit sie verlieren bis sie mit dem Fahrzeug ihren Einsatz beginnen können.

 

Welche Rettungswache hat schon einen Wachraum im Keller und nicht auf gleicher ebene vom Fahrzeug. Der Laufweg durch das Treppenhaus ist einfach zu lang und Tore die noch von Hand zu bedienen sind. Die Zeit die da verloren geht, kann bei einem Einsatz (mit neuer Wache) nur zum Vorteil sein.

 

Vor Jahren besaßen wir noch keine Rettungswache und wir wurden versorgt. Jetzt so ein Drama draus zu machen ist einfach nur traurig. Und was Much angeht, sie wird auch jetzt schon von den Rettungskräften mit versorgt.

 

Neue Wache hin oder her... denkt auch mal darüber nach, das die Rettungskräfte -24 Stunden- für uns da sind, da sei ihnen auch eine neue Wache gegönnt, wie alle Rettungsorganisationen.

 

Die Wintermonate sind immer kritisch, egal wo die Wache steht, um an den Notfall ran zu kommen, da brauch man sie - nicht mit der Stoppuhr - zu testen, außer man hat nichts besseres zu tun... auch Rettungskräfte sind auch nur Menschen.


 
Gerd Biallas 14.11.2010 12:37

Es war voraus zu sehen, dass diese Endscheidung gefällt wurde. Trotz der Argumentationen und Bitten der Bürgermeister aus Much und Ruppichteroth wurde entschieden: Die Wache wird verlegt und Much bekommt keine eigene Wache! Gut, ich denke wir in Ruppichteroth können mit einer Verlegung der Rettungswache z. B. nach Hambuchen noch gut Leben. Auch für den Südkreis Much ist es eine geringe Verbesserung des Systems. Mal abgesehen von den bis jetzt investierten Kosten und Arbeiten, die in der jetzigen Wache in Ruppichteroth getätigt wurden.

 

Ich teile die Meinung und Bedenken der Bürgermeister Loskill und Haas über die Versorgung des Südkreises Ruppichteroth, z. B. Schönenberg, Hänscheid, Bornscheid usw. und Nordkreis der Gemeinde Much. Aber wir werden ja sehen ob diese Bereiche dann in der vorgegebenen Zeit erreicht werden, vor allen in den Wintermonaten wird es kritisch werden. Glaubt mir, ich werde es im Auge halten und zur gegebenen Zeit meinen Kommentar abgeben! - nicht nur im Winter!

 

Vielleicht werden ja dann Zahlungsmittel vorhanden sein um auch eine Rettungswache in Much einzurichten. Was mir allerdings zu denken gibt ist, dass ich bis heute keinerlei Reaktionen von Bürgern der Gemeinde Much zu diesem wichtigen Thema wahrgenommen habe. Ist ihnen an einer optimalen Notfallversorgung nichts gelegen?

 

Gerd Biallas


 
K.Paul 14.11.2010 10:43

Traurig, traurig. Eine neue Wache zu bauen kostet natürlich kein Geld?! Die Betriebskosten einer neuen Wache mit zwei RTWs werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fast genau so hoch sein wie jetzt bei zwei Wachen. Hier wird der Bürger bzw. Patient ganz herrlich geblendet. Die wahren Gründe werden eh erst wieder viel später aufgedeckt...


 

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