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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Flüchtlinge leben in ehemaligem Hotel

Von Nicolas Ottersbach | |   Wirtschaft/Politik

Fast täglich kommen neue Flüchtlinge nach Ruppichteroth. Zuletzt am Mittwoch und am Montag. Die fünf eigenen Häuser, die die Kommune zu Übergangsheimen ausgebaut hat, sind mit etwa 70 Bewohnern ausgelastet. Deshalb wurde nun das ehemalige Hotel "am Oelerother Eck" angemietet. Zunächst können dort 15 Menschen leben, nach einer weiteren Brandschutzsanierung des Dachgeschosses, die der Eigentümer übernimmt, noch einmal fünf weitere. Foto: Als Flüchtlingsheim angemietet, das "Oelerother Eck".

"Wir mieten ab jetzt nur noch Objekte an, weil wir davon ausgehen, dass die Flüchtlingszahlen sinken, wenn die internationalen Krisen sich beruhigen", sagt Bürgermeister Mario Loskill. So ist es auch vor 20 Jahren gewesen. In den 80er Jahren kam die erste Welle an Asylbewerbern aus afrikanischen und asiatischen Ländern, in denen Krieg und Verfolgung herrschten. 1980 stellten zum ersten Mal mehr als 100.000 Menschen einen Asylantrag in der Bundesrepublik.

Anfang der 90er-Jahre befanden sich die osteuropäischen Staaten nach dem Zerfall der Sowjetunion im politischen Umbruch. 1992, auf dem Höhepunkt des Zulaufs, suchten 438.191 Menschen in Deutschland Asyl. Nachdem im Juni 1993 ein deutlich eingeschränktes Asylrecht in Kraft trat, sank die Zahl der Bewerber in den Folgejahren auf knapp 100.000, 2007 sogar auf das Rekordtief von 19.164. Seitdem kommen immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland, im Jahr 2014 173.972.

In Ruppichteroth lebten 2013 im Schnitt etwa 35 Asylbewerber. Die Kosten dafür trägt größtenteils die Gemeinde, trotz klammen Haushalts. 2014 waren es insgesamt etwa 230.000 Euro, 80.000 Euro davon zahlte der Bund. Für das laufende Jahr rechnet Loskill mit Kosten von mehr als 500.000 Euro. "Das müssen wir zahlen, da können wir auch nicht sparen", sagt er. Ein Lichtblick ist die vom Bund angestrebte Refinanzierung. Dann würde der Bund die kompletten Kosten tragen.

"Dass mehr Flüchtlinge kommen, wird erstmal so bleiben", schätzen Loskill und viele seiner Bürgermeisterkollegen. Ruppichteroth sucht deswegen stets nach weiterem Wohnraum. "Eine Möglichkeit ist das Gertrudisstift, wir sprechen mit der Kirche darüber", so Loskill. Parallel hat der Verbund aus Kirchen, Tafel und Gemeinde den Arbeitskreis Flüchtlingshilfe gegründet, der sein erstes Treffen bereits hinter sich hat. Foto: Arbeitskreis Flüchtlingshilfe

Etwa 40 Ruppichterother, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, kamen. Christa Feld, die bereits vor 22 Jahren die Flüchtlingsinitiative Lohmar/Siegburg gegründet hat, gab nützliche Tipps. "Sie dürfen die Leute nicht mit Klamotten überschütten. Die müssen die Sachen selbst aussuchen und mitnehmen", sagte sie. Vieles lande erfahrungsgemäß sonst wieder in Containern und führe zu Neid bei anderen. Einen Dämpfer verkündete auch Neubürgerbeauftragter Ludwig Neuber: "Sie werden auch viele Enttäuschungen hinnehmen müssen, diese Arbeit ist nicht leicht." Aber: Niemand verlasse "einfach so" seine Heimat. Viele Flüchtlinge seien traumatisiert und brauchten dringend Unterstützung.

Die nächste Treffen des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe sind im Pfarrheim Schönenberg, am Kirchberg 1. Ansprechpartner ist Klaus Schramm (02295/5848). Es gibt fünf verschiedene Themen.

Sprachförderung Montag, 2. Februar, 19 Uhr
Materielle Hilfen Dienstag, 3. Februar, 19 Uhr
Begleitung/Patenschaft Mittwoch, 4. Februar, 19 Uhr
Erstkontakt und Bedarfsermittlung Montag, 9. Februar, 18 Uhr
Begegnung Dienstag 10. Februar, 19 Uhr

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