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Frühlings-Karnevalszug in Winterscheid

Höhlenmenschen, Astronauten und Öl-Scheichs

Von Nicolas Ottersbach | | Magazin

Normalerweise geht der Winterscheider Karnevalszoch an Rosenmontag. Wegen der Corona-Pandemie fiel er aus. Doch die Winterscheider hatten sich eine Alternative überlegt. Foto: Der Karnevaltative Zoch in Winterscheid [Nicolas Ottersbach]

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Knapp 20 Grad, strahlender Sonnenschein: So manchem wurde es da im Kostüm zu warm. Wer sich gut vorbereitet hatte, stand mit Sonnencreme, -brille und Kamellebüggel entlang der Winterscheider Hauptstraße. Denn der Zugweg blieb trotz eines "karnevalternativen Zochs", wie die Ortsvereine ihn nannten, gleich: Von der Feuerwache ging es auf zwei Runden durchs Dorf.

Sonst war vieles anders, aber nicht automatisch schlechter. "Es gab Stimmen für und gegen die Veranstaltung", sagte Zugleiter Frank Unglauben. Manche hielten ihn wegen des Ukraine-Kriegs unangebracht, anderen wegen der Pandemie und dem generellen Zeitpunkt außerhalb der Session. Doch wer da war, hatte Spaß. Die Kinder sammelten fleißig Kamelle, die die Winterscheider Ortsvereine durch Sponsoren finanziert hatten. "Wir wollten vor allem den Jüngeren etwas Normalität bieten", erklärte Unglauben. Das war gelungen, wenn man sich umhörte. "Uns gefällt das super. Wir mögen es, Karneval zu feiern. Und es ist warm", sagten Lukas, Marit, Isabel und Pia. Allerdings mussten sie eingestehen, dass es ihnen der Winter mehr liegt. "Da ist mehr los." Auch die, die nicht mitgingen, freuten sich am bunten Treiben. Familie Müller pausierte beispielsweise die Fachwerksanierung, um einen Blick zu erhaschen. Streng genommen hatten sie das aufwendigste Kostüm: Die Müllers hatten ihr Haus mit einem Gerüst als Baustelle verkleidet.

Astronauten auf der Hauptstraße

Sieben Gruppen nahmen am Zoch teil, etwa die Hälfte von dem, was man sonst in Winterscheid gewohnt ist. Das Dreigestirn des Eichhofs war zu Gast und verteilte wortwörtlich "Bio für einen Appel und Ei". Die größte Gruppe stellte das Kinderprinzenpaar. Während Amelie I. und Piet I. auf einem riesigen "Leihwagen" thronten - den hatte man sich von Rot-Weiß Hänscheid geborgt - rannte ihr jeckes Fußvolk als Astronauten voran. "Ob Homeschooling, Tests oder Quarantän, mir verjeeße keine Trän. De Astronauten us de Hütt nemmen et, wie et kütt", lautete ihr Motto. Der Holenfelder Karnevalsverein rief den Jecken als Scheichs entgegen: "Spritpreise sin uns drissejal, mir fördern Öl jetzt illejal." Die Pfadfinder von der DPSG waren dagegen ganz bodenständig: Als Höhlenmenschen verkleidet predigten sie "Back to Basics". Das Feuer hatten sie allerdings schon erfunden, aus dem Einkaufswagen schossen sie Flammen in die Luft.

Den Döörpern vom Ruppichterother Elferrat samt Tanzgruppe Blue-Girls lag es da auf der Zunge, Witze über die Evolution "honger Kuchem" zu machen. Aber die jecke Fehde war diesmal Nebensache. "Wir finden die Idee des Zuges super. Bei uns steigt gerade die Vorfreude auf den 12. August", sagte Elferrat Bastian Rosner. Dann soll es an der Ruppichterother Sekundarschule eine Open-Air-Winterfest geben, als Ersatz für das nun zweimal ausgefallene.

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