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Mantel für den Bettler geteilt

Von Nicolas Ottersbach | |   Magazin

Auf seinem hohen Ross reitet St. Martin durch die Fußhollener Straßen, bis er auf einen Bettler stößt. Barfuß, nur spärlich mit Lumpen bekleidet friert er bei Temperaturen um den Nullpunkt. Er schnappt sich sein Schwert, teilt seinen roten Mantel und nimmt den Bettler mit zum warmen Feuer.

Diese Szene haben Bruno Schiefen als St. Martin und Patrick Mengede als Bettler wieder beim Martinsmarkt in Fußhollen gespielt. "Es war wirklich kalt, da hat auch ein halber Mantel nicht viel gebracht", sagte Schiefen. Und spätestens als es anfing zu regnen, sei es nicht empfehlenswert gewesen, Barfuß herumzurennen.

Für kalte Füße hatte Elfie Mengede an ihrem Wollwaren stand genau das richtige parat: dicke, selbstgestrickte Wollsocken. Etwa 460 Meter Faden stecken in einem Paar, sie bot auch Handschuhe und Mützen an. Wie lange sie für die komplette Auslage in ihrem kleinen Holzbüdchen stricken musste, konnte sie nicht abschätzen. "Auf jedenfall bin ich das ganze Jahr beschäftigt", sagte sie.

Auch dieses Jahr hatten die Pfadfinder, die den Martinsmarkt organisieren, auf Selbstgemachtes gesetzt. Es gab hausgemachten Kasseler mit Sauerkraut, Stockbrot am Lagerfeuer und natürlich Glühwein. Als jüngster Händler präsentierte der zwölfjährige Matthias Ebertz aus Litterscheid seine geschnitzten und polierten Holzfiguren. Besonders pfiffig war seine Idee, ausrangierte Bücher wiederzubenutzen: Er knickte die Seiten in der Mitte um und vermarktete sie als Fotoständer.

Musikinstrumente und Spielzeug von der indonesischen Insel Lombok verkaufte Arne Honrath vom Verein "Ein Stern für Lombok". "Das wurde alles auf der Insel angefertigt, die Einnahmen fließen in die Arbeit vor Ort", sagte er. Der Verein sammelt in Deutschland und der Schweiz Sach- und Geldspenden. Auf der Insel werden dadurch Ausbildungen finanziert und Kinder betreut.

Was auf dem Martinsmarkt nicht fehlen durfte, waren Weckmänner. Über 200 verteilte Bruno Schiefen nach dem Martinszug. Während die meisten sie trocken aßen oder dazu Kakao tranken, probierten einige Besucher mal was Neues: Weckmann mit Sprühsahne.

Ein dreister Diebstahl fiel erst spät auf: Die Seelscheider Pfadfinder hatten die Dunkelheit genutzt, um die Fahne der Winterscheider zu klauen. Nach altem Brauch muss sie nun ausgelöst werden. "Vermutlich werden sie uns zwingen, auf ihren Weihnachtsmarkt zu kommen", sagte Pfadfinder Christian Trost. Das war übrigens auch der Grund, warum die Seelscheider nach Fußhollen kamen: Man hatte ihnen im Sommer die Fahne abgeluchst.

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