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Pläne für neues Gewerbegebiet

RSAG will Wertstoffhof mit Müllumladeplatz in Ruppichteroth bauen

Von Nicolas Ottersbach | | Wirtschaft/Politik

Die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) möchte in Ruppichteroth einen neuen Wertstoffhof errichten. Was das Unternehmen wo plant und wie der Zeitplan dafür aussieht. Foto: Ähnlich wie in Troisdorf soll ein Wertstoffhof in Ruppichteroth gebaut werden [RSAG]

Für viele liegt Ruppichteroth, im Osten des Rhein-Sieg-Kreises, weit abseits. Die RSAG sieht das anders. Das kommunale Abfallunternehmen sieht im zukünftigen Gewerbegebiet im Ruppichterother Norden einen idealen Standort für einen Wertstoffhof, wie Pressesprecher Joachim Schölzel erklärt. „Wir brauchen ein Gelände, das ein gutes Einzugsgebiet im östlichen Rhein-Sieg-Kreis hat. Denkt man sich von Ruppichteroth aus einen Radius von etwa 20 bis 30 Minuten Fahrtzeit, ist der Ort von Much, Eitorf und Neunkirchen-Seelscheid gut erreichbar.“ In Eitorf, wo es aktuell einen Wertstoffhof gibt, sei das nicht der Fall. „Je nachdem, von wo man kommt, ist die Anfahrt umständlich“, sagt Schölzel.

Ruppichteroth bietet genug Platz

Und noch ein Punkt spricht für Ruppichteroth: Auf dem neuen Gelände habe man genug Platz, um sich zu entwickeln – anders als in Eitorf. „Langfristig brauchen wir andere Rahmenbedinungen. Das Gelände in Eitorf ist zu klein und wir können es nicht groß modifizieren. Es fehlen einfach die Möglichkeiten.“

Aber nicht nur für Privat- und Gewerbekunden soll Ruppichteroth der neue Anlaufpunkt sein. Ähnlich wie ein Troisdorf ist ein Müllumschlagplatz mit Hallen angedacht. Bislang fährt die Müllabfuhr jedes Mal bis in den östlichen Rhein-Sieg-Kreis und wieder zurück nach Troisdorf oder Bonn. Das kostet das Unternehmen viel Geld, durch Fahrtzeiten und Spritverbrauch entstehen unvermeidbare Kosten. „Wir könnten vom Standort Troisdorf etwa 20 Lastwagen abziehen, die derzeit jeden Tag in das östliche Kreisgebiet fahren“, sagt Schölzel. Die Fahrzeuge würden in Ruppichteroth stationiert und hier ihren Müll umladen, der dann wiederum stark komprimiert weitertransportiert werden könnte.

Projekt für die RSAG einzigartig

Beim gesamten Projekt habe die RSAG den Klima- und Umweltschutz im Blick. Zum einen würden viele Kilometer gespart. Zum anderen will man moderne Gebäude bauen, die gleichzeitig als "außerschulischer Lernort" für das Unternehmen dienen. Ein derartiges Projekt habe es in der RSAG-Geschichte bislang nicht gegeben. Anwohner hätten laut Schölzel nichts zu befürchten, auch keinen Gestank: So seien die Hallen, in denen der Müll umgeladen wird, beispielsweise mit besonderen Ablüftungsanlagen ausgestattet, die die Luft filterten. „Bevor etwas gebaut werden, haben zudem alle Bürger die Möglichkeit, Bedenken zu äußern.“

Wo soll gebaut werden?

Das Areal für den Wertstoffhof liegt im neuen Teil des Gewerbegebiets Nord, in dem aktuell unter anderem die bekannten Satellitenschüsseln stehen. Es misst rund vier Hektar, die die RSAG komplett übernehmen wollen. In einer Vereinbarung mit der Gemeinde Ruppichteroth wolle man festhalten, dass das Unternehmen dieses Gelände komplett selbst erschließt und anschließend auch vermarktet. Denn der eigene Platzbedarf liegt bei nur etwa anderthalb bis zwei Hektar, wie Schölzel erläutert.

Wann ist der Standort betriebsbereit?

Doch bis es soweit ist, müssen noch viele Hürden genommen werden. So gebe es bislang keine konkreten Baupläne. Die Kommune muss Beschlüsse fassen, eine Bauleitplanung begonnen werden, auch Bürgerbeteiligungen sind notwendig. Ein machbares Ziel für die Inbetriebnahme sei aus RSAG-Sicht das Jahr 2029.

Was das für die Zukunft des Standorts Eitorf bedeutet, sei noch nicht abzuschätzen. Bis 2029 bleibe die Anlage sicher bestehen, Kunden können dort weiterhin ihren Müll abliefern. „In der Abfallwirtschaft tut sich eine Menge. Ob wir den Standort aufgeben oder in welcher Form auch immer weiterführen, können wir noch nicht sagen“, so Schölzel.

Das Unternehmen

Die RSAG AöR ist das kommunale Entsorgungsunternehmen im Rhein-Sieg-Kreis mit seinen 19 Städten und Gemeinden. Die RSAG bedient flächendeckend rund 600.000 Einwohner und gut 11.000 Kunden in Handel, Industrie und Gewerbe. Im Unternehmensverbund der RSAG arbeiten rund 650 Personen an acht verschiedenen Standorten in den Geschäftsfeldern Technik, Logistik, kaufmännische Verwaltung, Gebührenveranlagung, Recht, Unternehmenskommunikation, Marketing und Vertrieb.

Kommentare

  • Micha
    February 15, 2024 um 2:04 pm

    Schön wäre einmal ein Update über den derzeitigen Stand der Planungen. Ich hoffe doch sehr das seitens der Verantwortlichen in Rat und Verwaltung alles dafür getan wird um Arbeitsplätze zu schaffen und die damit verbundenen Steuern zu generieren.

    • Dirk Düster
      February 17, 2024 um 8:14 am

      Hallo 'Micha'! Melden Sie sich doch gerne einmal bei mir: fraktion@spd-ruppichteroth.de

      Gruss -Dirk Düster, SPD-Ruppichteroth

  • Mucher
    December 10, 2023 um 6:20 pm

    Aber der Standort ist nicht erkennbar erwähnt. Oder? Wäre natürlich für Much & Neunkirchen eine tolle Lösung.

    • Ralf
      December 14, 2023 um 3:31 pm

      "Das Areal für den Wertstoffhof liegt im neuen Teil des Gewerbegebiets Nord, in dem aktuell unter anderem die bekannten Satellitenschüsseln stehen. Es misst rund vier Hektar, die die RSAG komplett übernehmen wollen."

      Hier ist der Standort klar beschrieben.

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