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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Konsequenzen aus Flutkatastrophe 2021

Ruppichteroth bekommt 15 neue Warnsirenen

Von Nicolas Ottersbach | | Wirtschaft/Politik

Ruppichteroth bekommt ein komplett neues System von Warnsirenen. Statt der bisher drei sollen bald 15 im Gemeindegebiet stehen. Zudem werden sie seltener heulen, weil die Feuerwehr nur noch in Ausnahmefällen darüber alarmiert wird und sie hauptsächlich für die Bevölkerung gedacht sind. Grafik: An diesen Standorten sollen künftig Sirenen stehen [Gemeinde Ruppichteroth]

Die Warnung der Bevölkerung ist ein wichtiger Bestandteil im System einer effektiven Gefahrenabwehr und zur Stärkung der Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung zur eigenverantwortlichen Gefahrenvermeidung unerlässlich. Die Warnung der Bevölkerung im Brand- und Katastrophenschutz erfolgt heute auf unterschiedlichen Wegen, zum Beispiel über Sirenen, Lautsprecherfahrzeuge, die Warn-App NINA, Radio- und Fernsehen sowie soziale Medien.

Sirenen wird der sogenannte „Weckeffekt“ zugeschrieben. Gerade nachts sind im Normalfall Fernseher und Radios ausgeschaltet, Mobiltelefone können lautlos gestellt sein. Der Heulton einer Sirene ist davon unabhängig und wird die Bevölkerung Tag und Nacht erreichen. Deshalb installieren viele Kommunen wieder ein Sirenensystem, um die Einwohner im Gefahren- gebiet mit einer Warnung zu erreichen - denn hier wurde meist seit dem Ende des Kalten Kriegs gespart. So wurden auch in Ruppichteroth die Sirenen in den vergangenen Jahren auf den neusten Stand gebracht. Der laute Ton einer Sirene ist ein effektives Mittel, das zumindest die Existenz einer Gefahr für die Menschen in der Umgebung deutlich hörbar anzeigt. Der Gedanke: Nur wenn die Menschen von einer Gefahr wissen, werden sie sich über die Medien wichtige Informationen zum richtigen Verhalten und zur Gefahrenlage beschaffen.

Info-Veranstaltung für die Bürger

Doch gerade in ländlich strukturierten Gemeinden ist die Informationsweitergabe an die Bevölkerung im Katastrophenfall schwierig. Hier ist die flächendeckende Erreich- barkeit der Bevölkerung unerlässlich. Nicht zuletzt die Flutkatastrophe im Juli 2021 führte dazu, dass das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ein Förderprogramm aufgelegt hat, mit dem die Länder und die Kommunen für den Ausbau der Warnsirenennetze unterstützt werden.

Die Gemeinde Ruppichteroth hat diese Gelegenheit genutzt und Förderanträge gestellt. Für die Neuinstallation von 15 elektronischen Sirenen, den Austausch von drei herkömmlichen Sirenen sowie den Austausch von Sirenensteuerungsanlagen wurden rund 321.000 Euro bewilligt. Die Umsetzung soll noch in diesem Jahr erfolgen. Die meisten neuen Sirenen werden unabhängig vom Stromnetz über Solarpaneele mit der notwendigen Energie versorgt. Es ist sichergestellt, dass sie auch bei schlechteren Lichtverhältnissen für mindestens zwei Wochen voll funktionsfähig bleiben. Sirenen, die als Dachaufbau installiert werden, verfügen über eine Akkupufferung, die sicherstellt, dass im Falle eines Stromausfalls noch mindestens vier Warn- und Entwarnzyklen durchlaufen können.

Sirenen kommen in die Dörfer

Wo sie stehen sollen, hat die Gemeindeverwaltung bereits ausgearbeitet. Bisher stehen sie sehr breitflächig, unter anderem auf dem Rathaus in Schönenberg und der Grundschule in Ruppichteroth. Künftig wird das Netz deutlich enger. Viele Dörfer erhalten eine eigene Sirene, wie Retscheroth, Bölkum, Oberlückerath, Hänscheid, Kesselscheid, Büchel oder Hatterscheid. Dabei sind sie so positioniert, dass ihre Warnradius möglichst viele Häuser erreicht. Winterscheid und die umliegenden Orte haben dann beispielsweise fünf Sirenen.

Entsprechend dem Vorschlag des nach der Flutkatastrophe von der Landesregierung NRW installierten „Konzeptteams Katastrophenschutz“ sollen die Sirenen zukünftig das Alleinstellungsmerkmal für die Warnung der Bevölkerung vor Gefahren und Katastrophen sein. Es besteht jedoch noch die Möglichkeit, dass bei Großeinsätzen der bislang bekannte Feuersirenenalarm (eine Minute Dauerton, zweimal unterbrochen) ertönt. Sirenen erreichen die Einsatzkräfte auch dann, wenn zum Beispiel ihre Funkmeldeempfänger wegen Netzausfall nicht funktionieren.

Die Einwohner der Gemeinde Ruppichteroth sollen entsprechend der Beschlussfassung durch den Rat der Gemeinde über die geplanten Maßnahmen, die Funktionsweise der Sirenen und die vorgesehenen Standorte umfassend informiert werden. In Kürze will die Gemeinde bekanntgeben, wann und in welcher Form es die Informationsveranstaltung geben wird.

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