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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Lebensgefährliche Verletzungen

Ruppichterother wegen Kindesmisshandlung zu viereinhalb Jahren verurteilt

Von Nicolas Ottersbach | | Blaulicht

Weil er seinen damals drei Monate alten Sohn schwer misshandelt hat, ist ein 38-jähriger Ruppichterother am Bonner Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden. Die Strafkammer sah es als erwiesen an, dass der Mann den Säugling derart stark geschüttelt hatte, dass das Kind nur dank einer Not-Operation überlebte. Foto: Die Kriminalpolizei untersuchte den Tatort in Ruppichteroth [Nicolas Ottersbach]

Der Vater schwieg erst zu dem, was sich am Morgen des 9. November 2021 abgespielt hatte, machte dann aber eine umfassendes Geständnis. Er gab an, überfordert gewesen zu sein. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert, weil das Geständnis des Mandanten unglaubwürdig sei. Das Gericht sah das anders. Der Gedankengang, dass das Geständnis nur die Lebensgefährtin schützen solle, sei unplausibel. Es gebe keinen Hinweis für Übergriffe der Mutter auf den Sohn. Vielmehr sei der Vater auch für mehrere bei dem Kind bereits zuvor festgestellte Hämatome verantwortlich.

Zustand das Kindes verschlechterte sich rapide

Die Richterin begründete das Urteil damit, dass der Mann sich an besagtem Morgen so sehr von den Schreien des Säuglings gestört fühlte, dass er die Laute durch eine Misshandlung unterbinden wollte. Demnach wurde der Vater zwischen sechs und sieben Uhr morgens von seinem Kind geweckt. Nachdem er ihm die Windel gewechselt und ihm ein Fläschchen aufgewärmt hatte, legte er das Kind in eine Wippe. Der Junge fühlte sich aber unwohl und begann zu quengeln, wie der Vater vor Gericht erklärte. Er schüttelte das Kind daraufhin so stark, dass es verstummte. Obwohl dem 38-Jährigen offenbar schnell klar war, dass er seinen Sohn schwer verletzt haben könnte, schwieg er zwei Tage lang. Erst als die Mutter ihn fragte, ob etwas passiert sei, antwortete er, dass das Kind erkältet sei.

Erst am Morgen des 11. November rief der Vater auf Drängen der Mutter einen Kinderarzt an und machte einen Termin für die Mittagszeit aus. Da es dem Sohn aber immer schlechter ging, überredete die Mutter den Vater, einen Rettungswagen zu rufen. Anschließend stellten die Ärzte in der Sankt Augustiner Kinderklinik fest, dass das Kind in Lebensgefahr schwebte. In einer Notoperation öffneten sie die Schädeldecke des Säuglings, um Blut und Hirnwasser abfließen zu lassen, das sich durch das starke Schütteln angesammelt hatte. Der Zustand ist nach mehreren Eingriffen gut. Doch das Kind wird wahrscheinlich sein Leben lang mit einem Implantat leben müssen, mit dem Flüssigkeit aus dem Kopf abgeleitet werden kann.

Kommentare

  • Manslayer 09.08.2022 um 12:59

    Ich denke, es gibt keine Worte, die dieses Beispiel des Bodensatzes von Menschlichkeit beschreiben können, ohne mehr als ausfallend zu werden. Mein Mitgefühl für das Kind, welches ein Leben lang unter der aggressiven Dummheit des Vaters leiden muss.

    • Claudia 13.08.2022 um 19:45

      Es zerreißt einen förmlich, wenn man den Bericht liest. Ich sehe mich jedoch außerstande, dem Täter "Dummheit" zu attestieren, wenn ich bedenke, dass er in der Lage war, sich das Leiden seines Kindes zwei Tage lang anzuschauen und ihm ebenso lange medizinische Überlebenshilfe zu gewähren. Die Erwähnung bereits im Vorfeld durch den "Vater" zugefügter und festgestellter Hämatome stellt mich vor die Frage, warum hier niemand früher eingeschritten ist. Ein drei Monate altes Kind hat man als Gesellschaft zu schützen. Auch Hämatome gehören da nicht hin, und eine Anzeige nebst Wegnahme des Kindes muss unter solchen Umständen alternativlos sein. Was für eine Welt!

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