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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Schüler stach Jugendlichen auf Mucher Rosenmontagszug nieder

Von Nicolas Ottersbach | |   Blaulicht

Ein 17-jähriger Schüler aus Ruppichteroth muss sich wegen versuchten Mordes vor dem Bonner Jugendschwurgericht verantworten. Er soll auf dem Mucher Rosenmontagszug einen Jugendlichen niedergestochen haben. Foto: Das Landgericht in Bonn [Nicolas Ottersbach]

Der Karnevalszug war schon längst vorbei, als ein Jugendlicher einen 16-Jährigen nach einer Zigarette anschnorrte. Der lehnte ab, weshalb die beiden in Streit gerieten. Aus dem Wortgefecht entwickelte sich eine handfeste Schlägerei, die dann blutig endete.

Der jetzt Angeklagte soll sich als Freund des 16-Jährigen in diesen Streit eingemischt und schließlich mit einem Messer zugestochen haben. Das Opfer, der 17-jährige Zigarettenschnorrer, erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Die Bonner Staatsanwaltschaft wirft dem Schüler aus Ruppichteroth versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Der Angeklagte habe sich an dem 27. Februar 2017 gegen 17 Uhr heimtückisch den beiden schlagenden Jugendlichen genähert und das spätere Opfer, das sich im Kampf befunden habe, von hinten attackiert. Damit habe er, so die Anklage, die Arg- und Wehrlosigkeit des 17-Jährigen ausgenutzt.

Schon am ersten Prozesstag gestand der Angeklagte, mit dem Messer zugestochen zu haben. Allerdings aus Notwehr, weil er nach eigener Aussage seinem Freund zur Hilfe eilen wollte. Von seinem späteren Opfer sei er in den Schwitzkasten genommen worden. Als er keine Luft mehr bekam, habe er zugestochen, um sich zu befreien. Drei Stiche in Lunge, Leber und Oberschenkel haben das Opfer, das er zuvor nicht gekannt hatte, lebensgefährlich verletzt. Laut Anklage wäre er an diesen Verletzungen gestorben, wenn er nicht rechtzeitig operiert worden wäre.

Die Polizei vermuteten zunächst einen anderen als Täter, was aber schnell aufgeklärt wurde. Noch am Tattag wurde der 17-jährige Schüler, der weder getrunken noch kostümiert gewesen war, festgenommen. Drei Wochen war er in Untersuchungshaft, später zur Haftvermeidung in einer Jugendeinrichtung gewesen. Ende der Sommerferien wurde er aus der Haft entlassen und geht wieder zur Schule.

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