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Internetmagazin für Ruppichteroth und den Rhein-Sieg-Kreis

Ruppichterother Verwaltung entlasten

Tochtergesellschaft soll Grundstücke erschließen und vermarkten

Von Nicolas Ottersbach | | Wirtschaft/Politik

Die Gemeinde Ruppichteroth könnte neben den Gemeindewerken ein weiteres Tochterunternehmen bekommen. Eine Entwicklungsgesellschaft soll Grundstücke erschließen und vermarkten. Foto: Die Ruppichterother Ortsmitte von oben. [broeltal.de]

Steigende Grundstückspreise in den benachbarten Städten des Rhein-Sieg-Kreises drängen Käufer immer stärker aufs Land. Diese Nachfrage merkt man auch in Ruppichteroth, sowohl bei Wohn- als auch bei Gewerbeflächen, nachdem die Bröltalgemeinde in den vergangenen Jahren kaum ein Käufer auf dem Schirm hatte. Doch die Verwaltung ist aus Sicht der CDU-Fraktion für diese Situation nicht aufgestellt: Es fehle nicht nur Personal im Rathaus, auch der Haushalt biete keinen Handlungsspielraum für Investitionen in Flächen. Das bestätigte Bürgermeister Mario Loskill: „Wenn wir eine eigene Entwicklungsgesellschaft gründen, können wir Projekte selbst in die Hand nehmen.“

Alle Fraktionen stimmen Antrag zu

Die Christdemokraten haben deshalb im Planungsausschuss vorgeschlagen, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft zu gründen, die sich ausschließlich um die Erschließung und Vermarktung von Grundstücken kümmert. Die Verwaltung soll laut des Antrags prüfen, inwieweit die bereits bestehenden Gemeindewerke Ruppichteroth, ebenfalls kommunales Unternehmen, bei dieser Aufgabe unterstützen können und ob die „Schaffung einer Tochter- oder Schwestergesellschaft der Gemeindewerke Ruppichteroth GmbH ein potenzieller Weg ist“.

Kritik an den Plänen der CDU gab es von SPD und Linkspartei. Sie befürchteten, dass durch eine gemeindeeigene Firma die Transparenz schlechter werde und womöglich Entscheidungsprozesse von Rat und Ausschüssen ausgehebelt würden. Laut Loskill sei dies unbegründet: Die Planungshoheit bleibe weiter bei den Gremien des Gemeinderates. Letztlich stimmten alle Fraktionen dem Antrag auf Prüfung zu, im Doppelhaushalt 2021/22 sind insgesamt 30.000 Euro dafür eingeplant.

Vier Aufgabenfelder für die Gesellschaft

Vier Themenfelder seien aus Sicht der CDU künftige Aufgabengebiete der Entwicklungsgesellschaft. So sei es beispielsweise noch nicht gelungen, für die Ruppichterother Ortsmitte an der Bröl ein schlüssiges Konzept zu entwickeln. Die Einzelinteressen der Eigentümer und die städtebaulichen Erfordernisse seien schwer zu vereinbaren. Dazu seien Fragen nach sinnvoller Verkehrsführung und Ausgleichsflächen zu lösen.

Weiterhin soll mehr Wohnraum geschaffen werden. „Mehrere potenzielle Flächen sind vorhanden, deren Eigentümer ihre Zustimmung zumindest signalisiert haben. Es gilt diese Flächen zu entwickeln. Weiterhin ist eine Sinnhaftigkeit zu prüfen, potenzielle Flächen zu erwerben, als Gemeinde zu entwickeln und zu veräußern“, heißt es im Antrag. Beim Gewerbe sei der Sachverhalt identisch. Es müsse dringend neue Gewerbeflächen entwickelt werden, um ortsansässigen Unternehmern Entwicklungspotentiale zu bieten und neue Unternehmen in die Gemeinde zu locken. So sei das Huwil-Werk 2 entweder eigenständig oder mit potenziellen Investoren umzugestalten.

Lückenbebauung als Abhilfe

Durch Lückenbebauung soll kurzfristig mehr Wohnraum entstehen. „Die CDU Ruppichteroth hält es für wichtig die Bebauungspläne sowohl der drei Zentralorte als auch die Satzungen der kleineren Ortslagen dahingehend zu prüfen, ob durch Lückenschlüsse oder Abrundungen der Baugrenzen weitere Bauflächen – insbesondere für junge Familien - generiert werden können."

Auch das Thema Smart City könnte die Tochtergesellschaft angehen. Es ist ein Sammelbegriff für gesamtheitliche Entwicklungskonzepte, die darauf abzielen, Städte effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner und sozial inklusiver zu gestalten. Dazu gehören technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Innovationen.

Korrektur: In einer ersten Version des Artikels stand, dass rund 90.000 für die Prüfung im Doppelhaushalt eingeplant sind. Das war falsch, es sind lediglich 30.000 Euro.

Kommentare

  • Der Döörper Prätscher 30.04.2021 um 11:29

    Im Jahre 2007 erst wurde eine zu dem Zeitpunkt bereits bestehende Gemeindeentwicklungsgesellschaft Ruppichteroth mbH von der (Mehrheits-)Bröltalpartei wegen Erfolglosigkeit aufgelöst! Vielleicht können die beiden damaligen Liquidatoren und der damalige Bürgermeister mit ihrem Rat dabei helfen zu verhindern, nunmehr erneut Steuergelder zu verbrennen. Wahrscheinlich wird die "neue" Idee trotzdem realisiert werden u.a. bestimmt auch noch mit der Begründung, die verfallene Pulvermühlen-Ruine zu einem Wasserkraftwerk zu "entwickeln". Ist alles schon für Karneval notiert!

    Der Döörper Prätscher

  • Ralph Müller 30.04.2021 um 09:29

    Man sollte an der Stelle auf jeden Fall die Preisflucht aus den Städten berücksichtigen. Wenn ich sehe das die neuen Grundstücke in Much Gippenstein innerhalb von 10 min alle reserviert waren, macht mich das doch sehr stutzig, das es hiesige kaum geschafft hatten ein Grundstück zu ergattern. Dann stehen die Pendler in der Zukunft nicht mehr in Bröl in der Autoschlange, sondern ab Ingersau. Also sollte man erst mal die fehlenden Arbeitsplätze/Angebote voranbringen, bevor sich die Unternehmen anderswo umsehen. Das ist in der Vergangenheit ja schon passiert. Werk 2 ist seit Jahren in falschen Händen. Da sollte man sich mal mit einem Investor drum kümmern, anstatt sich auf der grünen Wiese weiter auszubreiten und dann den Ausgleichsflächen hinterherjammern. Das passt nicht ganz...

  • Andrè Bänninger 29.04.2021 um 20:33

    Na, ob das eine so gute Idee ist, möchte ich erstmal sehr stark bezweifeln.

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