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Behördenpanne: Feuerwehrmann hat doch einen Führerschein

Von Nicolas Ottersbach | |   Blaulicht

Als der 22-jährige Feuerwehrmann mitbekommt, dass ein Wohnhaus in Litterscheid brennt, macht er sich sofort auf den Weg zum Feuerwehrhaus. Seine Anfahrt ist lang, der Löschzug Winterscheid bereits ausgerückt, als er eintrifft. Er packt seine Schutzausrüstung und fährt mit seinem Privatwagen zum Unglücksort. In einer Rechtskurve gerät er in den Gegenverkehr und stößt mit einem Auto zusammen. Dessen beiden Insassen werden schwer verletzt. Und die Polizei wirft ihm vor, ohne Fahrerlaubnis gefahren zu sein - obwohl er einen Führerschein besitzt. Foto: Der Unfallwagen des 22-jährigen Feuerwehrmanns [broeltal.de]

Die Meldung verbreitete sich schnell über die Medien und sorgte für harsche Kritik in den sozialen Netzwerken. "Dadurch wurde nicht nur der junge Mann stark belastet, es wirft auch ein schlechtes Bild auf die Feuerwehr", sagt Mario Loskill, der als Bürgermeister der Gemeinde auch oberster Dienstherr der Freiwilligen Feuerwehr ist. Weil der Feuerwehrmann darauf beharrte, eine Fahrerlaubnis zu besitzen, haben Loskill und die Wehrführung nachgeforscht. Und dabei herausgefunden, dass eine Behördenpanne vorliegt.

Tüv trug Führerschein-Aushändigung nicht ein

"Offensichtlich ist die Fahrerlaubnis nicht in die Datenbank des Straßenverkehrsamtes eingetragen worden", sagt Loskill. Vermutlich habe der Tüv dies versäumt, nachdem der 22-Jährige die praktische Führerscheinprüfung 2016 bestanden hatte. Das würde erklären, warum der Feuerwehrmann den Führerschein als Karte besitzt. Die hatte er beim Unfall jedoch nicht dabei.

"Wenn jemand seine Führerscheinprüfung besteht, wird ihm üblicherweise der Führerschein ausgehändigt", erklärt Katja Eschmann vom Rhein-Sieg-Kreis. Diese Aushändigung vermerke der Tüv-Prüfer, was unmittelbar und automatisiert über das Straßenverkehrsamt an das zentrale Fahrerlaubnisregister beim Kraftfahrt-Bundesamt übertragen werde. Dass dabei Fehler passieren, sei "äußerst selten".

Auf das zentrale Register greift auch die Polizei zurück, wenn beispielsweise ein Unfall passiert. "Da der elektronische Aushändigungsvermerk fehlte, musste die Polizei am Unfalltag davon ausgehen, dass der Feuerwehrkamerad keine Fahrerlaubnis besaß", sagt Bürgermeister Loskill.

Genesungswünsche an die Verletzten

Trotz der Wichtigkeit der Klarstellung bedauere Loskill zutiefst, dass durch den Verkehrsunfal Menschen schwer verletzt worden sind. "Hierfür entschuldigt sich die Gemeinde mit ihrer Freiwilligen Feuerwehr in aller Form bei den Betroffenen und deren Angehörigen und wünscht rasche und gute Genesung."

Kommentare

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J. Bosbach 13.06.2018 08:30

Sehr geehrte Frau Stefanie. Ich kann für Sie nur hoffen, dass Sie niemals die ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männer benötigen die Sie hier durch den Schmutz ziehen. Wie haben Sie im letzten Satz geschrieben "Schande". Ja, Schande über Ihren unqualifizierten Kommentar.


 
Michael Streich 08.06.2018 08:42

Super Idee, Heino.

Allerdings bin ich mir sicher, dass der Schaden über eine Eigenschadensversicherung der Gemeinde, die auch die Anfahrten der Feuerwehrkameraden umfasst, gedeckt ist. Ob die Deckung von Personenschäden da mit eingeschlossen ist, oder ob das ein freiwilliger Versicherungsbestandteil der Gemeinde ist, kann im Rathaus bestimmt beantwortet werden. Dafür ist - glaube ich - Klaus M. zuständig ...

Gruß Michel


 
Heino Giese 07.06.2018 19:33

Zunächstmal "Gute Besserung" den Geschädigten bei diesem Unfall.

So gehts mit den Vorverurteilungen, immer erst abwarten, aber das mit dem Lappen ist ja vom Tisch.

Ein freiwilliger Feuerwehrmann hastet eilig zum Einsatz um unser "ALLER" Gesundheit und Leben zu schützen. Dann passiert sowas... Die Verletzungen und der Schaden der Unfallgegner werden durch die Versicherung gedeckt. Aber wie sieht es mit dem Schaden des jungen Feuerwehrmanness aus, wer trägt diesen? Wenn der Schaden nicht durch irgend eine Versicherung gedeckt wird, sollte man den Mann nicht im egen stehen lassen. Wir brauchen diese Leute zu unserem Schutz und sie gefährden ihre Gesundheit und ihr Eigentum bei jedem Einsatz.

Wenn der Schaden des Feuerwehrmannes nicht irgenwie durch eine Versicherung gedeckt wird, sollten wir vieleicht auf dem Feuerwehrfest eine Sammelaktion starten. Was haltet ihr davon?

Gruß, Heino

Bitte postet hier eure Meinungen.


 
Stefanie 09.06.2018 03:43

Da es sich in Winterscheid um eine freiwillige Feuerwehr handelt, über die man natürlich froh ist wenn diese ordnungsgemäß ausrückt um zu helfen. Ist man bei einem Nachfahren des löschtrupps trotz allem verpflichtet sich an alle verkehrsrichtlinien zu halten. Ebenso wird beim ausrücken der ffw über Funk Meldung gegeben und bei zu geringen personal die Nachbarwehren hinzugezogen.

Und somit hat dieser "Feuerwehrmann" nicht mal bei der Anfahrt genug Ruhe und Achtsamkeit bewiesen und somit noch zwei unschuldige Menschen schwer verletzt und deren leben komplett auf den Kopf gestellt (und deren Familie)! Egal ob Führerschein hin oder her, eingetragen oder nicht!

Es ist ja nicht so als wäre nur er dafür wichtig gewesen den Brand zu löschen und es waren genug Kräfte im Einsatz und trotz allem erschien ihm seine Anwesenheit wichtiger wie die gefährdung anderer strassenteilnähmer. Jemand der so unverantwortlich schon bei der übertriebenen Anfahrt ist, sollte keine Verantwortung für die Brandbekämpfung bekommen! Gute Besserung an die leider unschuldig verletzten!

Und sojemand nennt sich Öffentlich Feuerwehrmann! Schande!


 

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