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Neustrukturierung der Seelsorgebereiche

Dreikönigsschrein aus dem Kölner Dom kommt nach Ruppichteroth

Von Nicolas Ottersbach | | Magazin

Aprilscherz!

Die Gebeine der Heiligen Drei Könige kommen mit einer großen Wallfahrt nach Ruppichteroth: Wie das Erzbistum Köln mitteilt, soll das Heiligtum ab Mai durch viele Pfarrgemeinden wandern. Hintergrund ist die Neustrukturierung der Seelsorgebereiche. Foto: Der Dreikönigsschrein aus dem Kölner Dom [Wikipedia/Pedelecs CC BY-SA 3.0]

Auch wenn er es gerne früher mitgeteilt hätte, Pfarrer Christoph Heinzen musste in den vergangenen Monaten Stillschweigen bewahren. Denn die Pläne, die das Erzbistum Köln nun hat, sind in der Geschichte des Doms und seiner Heiligtümer einmalig. Zum Jubiläum des "Dicken Pitter", der größten Glocke der Kathedrale, sollen die Gebeine der Heiligen Drei Könige ein halbes Jahr lang allen Gläubigen zugänglich gemacht werden. „Im Rahmen der Neustrukturierung der Seelsorgebereiche im Erzbistum soll so in den Gemeinden vor Ort deutlich werden, dass alle dem einen Stern folgen“, erklärt Heinzen.

Dicker Pitter wird 100

Wie das Erzbistum mitteilt, wird es am 5. Mai ein Fest zum 100. Jubiläum der großen Petersglocke geben. Dabei macht man dem "Dicken Pitter" ein Geschenk: Es wird eine zwölfte Glocke in das Domgeläut eingefügt. Am 6. Mai, ein Samstag, werden dann die Gebeine nach Ruppichteroth überstellt. Bis zum 14. Mai werden sie dann in St. Severin bleiben, um anschließend für eine Woche in Solingen ausgestellt zu werden. Zum Dreikönigstag 2024 soll das Heiligtum dann wieder in den Dom einziehen. Eingesetzt dafür hat sich auch der Ruppichterother Frank Hüppelshäuser, der seit Januar das Erz­bischöf­liche General­vikariat leitet.

Pfarrer Christoph Heinzen will diese besondere Woche auf zwei Arten feiern. „Zum einen sind alle Menschen eingeladen, sieben Tage lang einen Gottesdienst-Marathon zu feiern, in Anlehnung an das 24-Stunden-Gebet in der Brölecker Kapelle“, erzählt er. Jeden Tag kommen Pfarrer aus anderen Gemeinden, um zu predigen. Der genaue Zeitplan werde noch veröffentlicht. Des Weiteren wird es in dieser Zeit eine „Döörper Dreikönigswallfahrt“ geben, an der Gläubige aus der ganzen Welt teilnehmen können. Heinzen hat beispielsweise schon Zusagen von Gemeinden aus Südamerika, zu denen er durch den Weltjugendtag 2005 noch viele Kontakte pflegt.

Schrein aus Döörper Eichenholz

Weil der goldene Schrein für einen Transport zu schwer ist – eigentlich sollen die Gebeine den Dom nie verlassen – wird es einen neuen Wallfahrts-Schrein geben. Fertigen werden ihn der Ruppichterother Tischler Kai Reinl mit seinem Lehrmeister Josef Bestgen. Bestgen, der im Dezember seinen 90. Geburtstag feierte, ist als Kolpingbruder seit seiner Ausbildungszeit in Köln dem christlichen Glauben verbunden. Als Material haben die beiden bereits eine Ruppichterother Eiche ausgewählt, die im Nutscheidwald stand. „Eichenholz ist robust, stammt aus unserer Heimat und ist edel wie bodenständig gleichermaßen“, begründen Reinl und Bestgen ihre Wahl.

Vor Probleme stellt die Ruppichterother Pfarrgemeinde derzeit noch die Sicherheit. „Wir können St. Severin zwar abschließen, das reicht aber bei Weitem nicht aus“, sagt Heinzen. Deshalb suche man Freiwillige, die dazu bereit sind, als "Döörper Garde" die Gebeine zu bewachen. Bislang hat sich schon der Ruppichterother Elferrat dazu bereiterklärt, aufzupassen. „Weil wir aber eine Dauerbewachung brauchen, sind noch viele Zeitslots offen“, so Heinzen. Interessierte, die mindestens 18 Jahre alt sein müssen, können sich unter dreikoenige(at)broeltal.de melden.

Kommentare

  • Ralph Müller
    April 1, 2023 um 8:35 pm

    Haha, sehr guter Aprilscherz. Wobei... Man sollte die Idee aufnehmen und eine gewisse Besichtigungsgebühr verlangen. Dann könnte sich die Kirche auch mal wieder fließendes Wasser in der Kirche leisten. ;-) und man müsste nicht immer die schon in die Jahre gekommenen rot weißen Absperrungen bim Gang in die Kirche bewundern. Wie heißt es doch so schön: Nicht alles was glänzt ist Gold. Amen...

  • David Braun
    April 1, 2023 um 7:18 am

    Die Überreste heißen ja schließlich auch Ge(h)beine.

  • Micha vom Nutscheid
    April 1, 2023 um 1:09 am

    Gute Sache mit dem Schrein. Nun habt ihr aber das wichtigste vergessen: der BSC wird vom Papst persönlich gesegnet ... und das Personal der Gemeindeverwaltung komplett Heilig gesprochen!

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